Langenfeld: Von der Stadt bezuschusste Blühstreifen haben für dieses Jahr ausgedient

Langenfeld : Blühstreifen haben für dieses Jahr ausgedient

Sonderprogramme für den Umweltschutz laufen gut. Ab Ende August dürfen Landwirte die wegen des Ernteausfalls bezuschussten Blühstreifen an ihren Feldern umpflügen.

Die Sonnenblumen an der Ringelshecke und anderen Ackerrändern machen Spaziergängern und Bienen noch Freude. Ansonsten ist von der sommerlichen Farbenpracht der aus einem städtischen Sonderprogramm bezuschussten Blühstreifen im Spätsommer kaum noch etwas zu sehen. „Ab Ende August dürfen die beteiligten Landwirte auch diese Ränder wieder pflügen und für ihre Zwecke herrichten“, sagt Planungsamtsleiter Stephan Anhalt. Keine Frage: Das seit 2013 bewährte Programm wird auch im kommenden Jahr fortgeführt.

Landwirte bekommen einen städtischen Zuschuss von 20 Cent pro Quadratmeter, wenn sie einen zwei bis vier Meter breiten Randstreifen nicht beackern, zudem erhalten sie das Saatgut etwa für Mohn-, Korn- und Sonnenblumen oder Wegwarte. Auf knapp 40.000 Quadratmetern summierten sich laut Anhalt diesmal die vor allem für Bienen sowie andere Insekten und Kleintiere gedachten Blumenränder. Zusätzlich zu den auch für Spaziergänger und Radfahrer schönen Farbtupfern an den Feldwegen säten Landwirte noch kleinere Flächen als Blumenwiese ein – etwa das spitzwinklige Dreieck zwischen Hildener Straße, Bahngleisen und Autohaus (siehe Infobox), das indes auch bereits verblüht ist.

Ebenfalls gegen das Insektensterben ist ein zweites vom Rathaus unterstütztes Pflanzprogramm gerichtet. Auf Initiative von Umweltschützern der BUND-Ortsgruppe wurden seit Ende März die bis dahin kahlen Zäune von Regenrückhaltebecken mit insekten- und vogelfreundlichen Kletterpflanzen  begrünt.    Wilder Wein, Hopfen, Clematis oder etwa Rankrosen  wachsen auf solchen Zäunen an der Brunnen-, Elisabeth-Selbert-, Wolfhagener-, Opladener- und Hitdorfer Straße heran. BUND und Ehrenamtliche der Langenfelder AG der Naturschutzverbände kümmern sich um die Pflege.

Bislang hat der Umweltschutz- und Verschönerungsverein Langenfeld (UVL) solche Kletterpflanzen finanziert. Nach Angaben von Verena Wagner aus dem städtischen Umweltreferat wird diese Kosten ab sofort die Stadt übernehmen. „Wir möchten dieses sehr sinnvolle Projekt unbedingt  fortsetzen und prüfen gerade mögliche Standorte.“ Die Kletterpflanzen benötigten eine gewisse Zeit, betonte Wagner. „Erst ab dem zweiten oder dritten Jahr werden  die Zäune richtig zuwachsen.“

Bei der Auswahl der Kletterpflanzen wurde nach Wagners Angaben auf nicht gefüllte Blüten geachtet. „So sind  Nektar und Pollen als Nahrung für die Insekten erreichbar.“ Von den Früchten ernährten sich im Herbst Vögel, zudem sehen die bepflanzten Zäune nach Wagners Worten nicht nur schöner aus. „Sie binden auch Feinstaub, senken die Temperatur und erhöhen die Luftfeuchtigkeit.“

Neben solchen Zäunen prüfen Stadtverwaltung, Betriebshof und Umweltschützer laut Wagner weitere städtische Flächen im Hinblick auf eine naturnahe Gestaltung. Und in diesem Sinne werden im Langenfeld-summt-Projekt ja auch tausende Samentütchen an Bürger für deren Gärten und Vorgärten verschenkt. „Bevorzugt setzen wir auf heimische Pflanzen, die im Optimalfall draußen überwintern. Aber das stößt sich dann am ästhetischen Empfinden mancher Leute, wenn die verblühten Stengel stehenbleiben und die Fläche als vermeintlich ungepflegt erscheint.“ Deswegen sei bis zu einem allgemeinen Bewusstseinswandel solch eine naturnahe Gestaltung eher in den Ortsteilen möglich, während in der City Beete weiterhin im Frühjahr jeweils neu bepflanzt werden.

Mehr von RP ONLINE