Kunstverein Langenfeld Vierbeiner entpuppt sich als Kunstliebhaber

Langenfeld · Mit einer ungewöhnlichen Einladung überraschte der Maler Manuel Wagner Kunstinteressierte in Langenfeld: Bringt doch eure Hunde mit! – forderte er auf. Zwei Bilder hingen auf Schnüffelhöhe und eine Kissen-Installation lud zum Lümmeln ein.

 Hunde wie hier Kaspar haben sich offensichtlich sehr wohl gefühlt in der Kisseninstallation „Tiefseekrake“.

Hunde wie hier Kaspar haben sich offensichtlich sehr wohl gefühlt in der Kisseninstallation „Tiefseekrake“.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

In den zwei Jahren unseres Zusammenlebens hat mein Windhund Kaspar einiges erlebt: Er war in Frankreich und Italien,  ist im Meer geschwommen und mit der Seilbahn auf einen 3000er raufgefahren. Jetzt war er auch in einer Kunstausstellung. Nicht als Notlösung oder rein zufällig. Nein, auf explizite Einladung des jungen Künstlers Manuel Wagner, der seine Arbeiten beim Kunstverein in der Stadtmitte ausstellte.
Der Samstag-Vormittag war kunstinteressierten Zweibeinern in Begleitung ihrer Lieblinge vorbehalten. Manuel Wagner, selbst ausgewiesener Hundeliebhaber und -besitzer, hatte sie in seine wunderbare Ausstellung im Kunstraum an der Hauptstraße eingeladen.
Der Windhund Kaspar entdeckte sofort eine pastellfarbene Kissen-Installation mitten im Raum für sich, die an eine große Meereskrake erinnert. Die roch offenbar nicht nur gut, sondern lud auch zum Lümmeln ein.
Die vorübergehende Entfremdung zur Hunde-Lagerstatt sei gewollt, versicherte Kunstvereinsmitglied Elke Tendrich-Veit, die an besagtem Vormittag für Vierbeiner die  Aufsicht führte. Nach einer halben Stunde sah es ganz so aus, als hätte Kaspar nichts dagegen, die Kunst-Objekt-Krake dauerhaft gegen sein heimisches Flauschkörbchen einzutauschen. Ja, er verteidigte sie sogar gegen die beiden hübschen Flat Coated Retriever Mogli und Paul, die mit ihren Frauchen Renate Garbe und Renate Wiechers zur gemeinsamen Kunstbeschau eintrafen. Auch diese hübschen Vierbeiner steuerten gleich auf die Kuschel-Kunst zu.
Dabei hatte Manuel Wagner für die tierischen Besucher auch noch zwei Gemälde in Schnüffelhöhe angebracht. Die Bilder, vorwiegend entfremdete Motive aus der Tiefsee, fanden tatsächlich das Interesse der Hunde – denn in ihrer Umgebung roch es lecker nach kleinen Häppchen. Da verweilt man gerne auch mal vor einem bunten Bild und beschnüffelt es interessiert. Nach dem Preis fragten die Vierbeiner nicht, wohl wissend, dass der junge Maler aus Halle, der kürzlich erst von den beiden Langenfelder Brüdern Lars und Magnus Staehler ein Stipendium über 1500 Euro erhalten hatte, keine Hundekekse oder Ochsenziemer als Bezahlung akzeptieren würde.
Fazit: So lange es weiche Unterlagen zum Liegen gibt, ein Napf mit Wasser und hier und da ein Häppchen lassen sich durchaus auch Hunde für Kunst interessieren. Allerdings wird es wohl kaum viele Kreative geben, die ihre Arbeiten vorübergehend durch die Arglosigkeit bewegungsfreudiger Vierbeiner durcheinander bringen oder Bilderglas von feuchten Nasen betupfen lassen möchten.
Diverse Frauchen und Fellkinder, die das ungewöhnliche Angebot nutzten, begrüßten den netten PR-Gag des Malers für eine übrigens sehr sehenswerte Ausstellung. Manuel Wagner hat an der Kunsthochschule Halle sein Diplom in Malerei gemacht und wurde in diesem Jahr Meisterschüler bei Professor Tilo Baumgärtel.