Langenfeld: Verbotswidrig Wald gerodet und Orchideenwiese umgepflügt

Langenfeld: Naturschützer trauern um Biotop

Drei Wochen nach dem verbotswidrigen Kahlschlag im Landschaftsschutzgebiet neben der A3 hält das Entsetzen weiter an.

Umweltschützer beklagen neben den abgeholzten Waldbäumen vor allem den Verlust des Biotops mit einer über Jahrzehnte gepflegten und über Nacht umgepflügten Orchideenwiese. Die Vorher-nachher-Aufnahmen des Langenfelder Naturschützers Hans-Gert Preiß sind Bilder des Jammers.

Für die Stadt Langenfeld stellte Bürgermeister Frank Schneider Strafanzeige gegen den Landesbetrieb Straßen-NRW und die mit den Arbeiten an der A3 betraute Baufirma, zudem forderte er eine Wiederherstellung. Straßen-NRW zeigte  Reue und sicherte Wiedergutmachung zu. „Es gibt in Kürze ein Treffen mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Mettmann“, sagt Straßen-NRW-Sprecherin Sabrina Kieback. „Da wird das weitere Vorgehen festgelegt.“

„Auf alle Fälle darf diese gerodete Fläche nicht einfach mit Baumreihen aufgeforstet werden“, fordert Hans Wilhelm Bergfeld vom Naturschutzverband BUND. „Dort stand schließlich ein feuchter Auenwald.“ Viel gravierender sei die Zerstörung der 1300 Quadratmeter großen Orchideenwiese mit  Geflecktem Knabenkraut. Das betont auch Ingrid Schoebel von der Arbeitsgemeinschaft der Langenfelder Naturschutzverbände. Die auf der Roten Liste stehenden Orchideen benötigten sehr spezielle Bedingungen, vor allem besondere Bodenpilze. Dieser Verlust lasse sich nicht einfach durch Neupflanzungen ausgleichen.

(mei)
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