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Langenfeld: Umweltverbände wollen Akteneinsicht zu Reusrather Bach

Locher Wiesen in Langenfeld : BUND-Kritik wegen trockenem Bach

Umweltschützer kritisieren Beeinträchtigung der Feuchtwiesen um Neubaugebiet. Gemeinsam mit den Umweltverbänden NABU und der Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände Langenfeld (LNU) hat der BUND einen Antrag auf Akteneinsicht gestellt.

(pc/mei) Karl Wilhelm Bergfeld ist Ortsvorsitzender des Naturschutzbunds BUND und beobachtet die Entwicklung um das Baugebiet Locher Wiesen mit Argwohn. Die Entwässerung für die neuen Häuser sorge dafür, dass nicht nur der Reusrather Bach die meiste Zeit des Jahres trockenfalle, sondern auch das gesetzlich geschützte Biotop und die angrenzende Feuchtwiese. „Beides ist im gültigen Bebauungsplan als zu erhalten und zu pflegen festgesetzt“, sagt der Hapelrather. Stattdessen werde dort abweichend vom Bebauungsplan ein tiefes Versicherungsbecken erstellt.

Wie im Bürgermonitor unserer Zeitung bereits kürzlich thematisiert, wird nach Bergfelds Worten Wasser versickern, das die Feuchtwiese und das gesetzlich geschützte Biotop mit Wasser versorge. Aus Bergfelds Sicht handelt es sich um eine „Fehlplanung“. Er möchte ergründen, wie es dazu kommen konnte. Gemeinsam mit den Umweltverbänden NABU und der Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände Langenfeld (LNU) hat der BUND deshalb einen Antrag auf Akteneinsicht nach dem Umwelt-Informationsgesetz (UIG) bei der Stadtveraltung gestellt.

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Außerdem bitten die Naturschützer darum, die Stadt möge umgehend veranlasssen, dass das inzwischen angestaute Wasser aus dem ursprünglichen Zufluss kontinuierlich in den Bach eingeleitet wird, damit die an den Bach angrenzenden Biotope nicht weiter geschädigt werden.

Bergfeld, Wolfgang Haase (LNU) und Jörg Baade (NABU) möchten die angeforderten Informationen noch vor der öffentlichen Sitzung des Umweltausschusses erhalten, der am Donnerstag, 20. August, 18 Uhr in der Stadthalle tagt. Wie bereits berichtet,  stellen dort die Ratsfraktionen von BGL und Grünen eine entsprechende Anfrage zum Thema an die Verwaltung.

Nach Angaben des städtischen Chefplaners Ulrich Beul wird nicht reines Quellwasser ins Regenrückhaltebecken geleitet, sondern das über dem Lehm im Boden auftretende Schichtwasser. „Und demnächst in ein zusätzlich in der neuen Siedlung entstehendes Regenversickerungsbecken. Denn das in den Straßen ringsum gesammelte Regenwasser darf nach heutigen Vorschriften nicht mehr direkt in einen Bach geleitet werden, sondern muss zuvor gereinigt werden.“ Dies alles sei so von der Unteren Wasserbehörde genehmigt worden.