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Langenfeld: Umbau der Stadtbibliothek ist Thema im Stadtrat

Langenfeld : Stadtbibliothek soll wohnlicher werden

Die Langenfelder Stadtbibliothek soll lomplett umgestaltet werden. Büchereileiterin Martina Seuser stellte den Stadtpolitikern jetzt die Grundzüge des 2020 anstehenden Umbaus vor.

Der Stadtbibliothek fehlt der Durchblick. Zu diesem Urteil kam der niederländische Designer und Architekt Aat Vos. Der von der Stadt als Experte für den Umbau von Büchereien zu Rate gerufene Holländer meinte das nicht im übertragenen Sinne. Nach einer Besichtigung der Bibliothek vor einem Jahr kritisierte Vos vielmehr, dass die beiden Etagen und die Zwischengeschosse mit Regalen und Mobiliar allzu sehr zugestellt seien. „Er hat uns den Spiegel vorgehalten“, sagte Büchereichefin Martina Seuser in der Ratssitzung. Dort berichtete sie den Stadtpolitikern über die Grundzüge des in etwa anderthalb Jahren anstehenden Umbaus.

Die neben der Stadthalle liegende Bibliothek solle zu einem Erlebnisort gemacht werden, an dem sich Menschen gerne aufhalten, wo sie in Ruhe lesen, sich aber auch mit anderen Menschen unterhalten können. „In den Niederlanden gibt es hierfür viele gute Beispiele“, sagte Bürgermeister Frank Schneider in der Ratssitzung. Gemeinsam mit Seuser und Vos hatte er 2017 eine Besichtigungstour dorthin unternommen. Danach äußerten in einer Befragung Nutzer ihre Wünsche und Anregungen. In einem Workshop mit Vos besprachen Seuser und ihr Team die nötigen Veränderungen.

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„Manches, was uns der Experte verdeutlicht hat, war schon erschreckend“, meinte Seuser vor den Ratsparteien. „Von außen an der Hauptstraße sieht man nicht, was innen passiert, dass da gelesen wird und sich Menschen aufhalten.“ Immerhin habe die Besucherzahl innerhalb der vergangenen drei Jahre um 19 Prozentpunkte zugenommen. „Aber auch innen ist leider vieles zugestellt. Die Monstertheke am Eingang nimmt Platz weg. Im Obergeschoss ist ein Schilderwald und stehen Bücherregale im Wege.“

Künftig werden Leser laut Seuser Durchblicke auf beiden Etagen und den Zwischengeschossen bekommen. „Kein Regal oder Möbelstück wird höher als 1,40 Meter sein.“ Ausnahme sei ein deckenhohes Superregal im Obergeschoss, das die etwa für Schulklassen und Kitagruppen gedachten Flächen optisch und akustisch von den ruhigen Lesezonen trennen solle. Im Erdgeschoss werden ein Lesecafé entstehen und ein Raum, in dem Jugendliche etwa Legotechnik oder kleine Roboter ausprobieren können.

„Nur 1,40 Meter hohe Bücherregale? Müssen Senioren dann auf dem Boden krabbeln?“, hakte CDU-Ratfrau Hiltrud Markett nach. „Nein, nein“, beruhigte sie Seuser. „Der unterste Regalboden ist in einer Höhe von 40 Zentimetern.“ Zudem werden sie Rollen haben, um sie etwa für den Raumbedarf von Gruppen auch mal zur Seite schieben zu können. „Solch eine erwünschte Flexibilität ist heute bei den fest stehenden Regalen leider nicht möglich.“

Die Artothek mit ihren ausleihbaren Kunstwerken im Obergeschoss wird an eine andere Stelle verlegt, so dass deren verschließbarer Raum für Kindergruppen nutzbar wird. Durch die verschiebbaren Möbel ergibt sich auch die Möglichkeit für eine kleine Bühne mit Stuhlreihen für bis zu 99 Besucher. Das Bibliotheksteam sprach sich laut Seuser  für insgesamt eher modern gehaltene  Möbelstücke statt des von Vos angeregten, abgewetzt wirkenden Shabby-chic-Stils aus.  Zudem sollen Fensternischen zur Hauptstraße hin künftig Leseecken sein, so dass Besucher von außen her zu sehen sein werden.

Die Ratspolitiker nahmen die Grundzüge wohlwollend zur Kenntnis. „Toll, dass sich Langenfeld so etwas leisten wird“, befand Markett. „Jetzt wissen wir, was sich hinter den bislang genannten Schlagworten mit gewisser Beliebigkeit verbirgt“, merkte Gerold Wenzens (BGL) an.

2019 sollen nach Seusers Angaben die Details festgelegt, 2020 dann gebaut werden. „Für drei bis vier Monate ist die Bibliothek dann geschlossen, bekommt aber für einen Teilbestand ein Ausweichquartier.“ Umfang und Kosten stehen nach Bürgermeister Schneiders Worten noch nicht fest. Womöglich erneuere das städtische Gebäudemanagement in einem Zuge auch die Lüftungsanlage der Stadthalle.