Langenfeld Stefan Borchert ist jetzt Chef im Gericht

LANGENFELD/MONHEIM · Der 47-jährige Stfan Borchert leitet seit gestern das Langenfelder Amtsgericht, das auch für Monheim und Hilden zuständig ist.

 Das 1997 an der Hauptstraße 15 neu errichtete Amtsgericht Langenfeld ist jetzt der Arbeitsplatz von Stefan Borchert.

Das 1997 an der Hauptstraße 15 neu errichtete Amtsgericht Langenfeld ist jetzt der Arbeitsplatz von Stefan Borchert.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Bevor er sich am Karnevalsdienstag im Düsseldorfer Oberlandesgericht seine Ernennungsurkunde abholte, hatte Borchert Durchsetzungsvermögen gezeigt. „Ich wäre fast nicht durch die Pforte gekommen. Es hieß, an Veilchendienstag gibt es beim OLG keine Termine“, berichtete Borchert gestern im Langenfelder Amtsgericht. Dort indes war der 47-Jährige am Aschermittwoch freundlich erwartet und empfangen worden – als neuer Chef des für Langenfeld, Monheim und Hilden zuständigen Amtsgerichts.

„Wir sind froh, dass die Leitung dieses wichtigen Gerichts in unserem Bezirk zeitnah und nahtlos erfolgt ist“, sagte bei der Amtseinführung Dr. Bernd Scheiff, Präsident des Landgerichts Düsseldorf. Als Nachfolger des letzte Woche nach fast 17 Jahren als Langenfelder Amtsgerichtsdirektor in den Ruhestand verabschiedeten Lutz Wollenhaupt trete Borchert in große Fußstapfen.

„Ich habe Respekt vor der Aufgabe“, bekannte der frischgebackene Amtsgerichtsdirektor Borchert in seiner Antrittsrede. In dem Gebäude an der Hauptstraße gibt es 15 Richterstellen und insgesamt 85 Bedienstete. „Ich komme aus einem deutlich kleineren Haus mit etwa halb so vielen Mitarbeitern.“ Am Ratinger Amtsgericht hatte er die Direktorin vertreten, war zudem für Informationstechnik (IT) zuständig.

Scheiff betonte, dass auch Borcherts dreijährige Erfahrung im NRW-Justizministerium als Referent für IT-Angelegenheiten ein gutes Rüstzeug für die Aufgaben in Langenfeld sei. Die Digitalisierung mit zahlreichen juristischen Programmen soll zur elektronischen Akte weg vom Papier führen. Bis 2025 sollen alle Gerichte in NRW so arbeiten. Bei den Amtsgerichten wird das nach Wollenhaupts Einschätzung nicht überall der Fall sein. „Denn es gibt hier nicht den Anwaltszwang wie bei den Landgerichten. Für die Rechtsanwälte wird der digitale Weg für den Austausch mit den Gerichten verbindlich.“

Der gebürtige Göttinger Borchert will nach eigenen Worten auf dem unter seinem Amtsvorgänger geprägten guten Ruf des Langenfelder Gerichts aufbauen. „Ich werde an Bewährtem festhalten. Aber es gibt schon Wünsche nach Veränderungen.“ Bei der Digitalisierung dauere es in der Justiz etwas länger als in der freien Wirtschaft und es gelte mitunter, dicke Bretter zu bohren. Der zentrale IT-Dienstleister der NRW-Justiz befinde sich am Oberlandesgericht in Köln, das zugehörige Rechenzentrum in Münster. Auf dem Weg zur elektronischen Akte gelte es, das Langenfelder Amtsgericht so gut wie möglich in dieses Netzwerk einzubinden.

Die Zahl von 85 Beschäftigten in Langenfeld wird nach Landgerichtspräsident Scheiffs Angaben so beibehalten. Es gibt neben den straf-, zivil- und familienrechtlichen Verhandlungen weitere Bereiche mit Besuchern, etwa Nachlass- und Betreuungsangelegenheiten oder die Grundbuchabteilung. Seit 2018 hat Langenfeld in einem NRW-Pilotprojekt einen eigenen Staatsanwalt. Uwe Kessel aus Düsseldorf kommt ein- bis zweimal wöchentlich ins Haus. „Wir wollen in der Fläche Präsenz zeigen und ein Signal für eine nachhaltige Strafverfolgung setzen“, sagt Oberstaatsanwalt Kessel.

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