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Langenfeld: Start-up Eeden will Recycling von Textilien auf nächste Stufe heben

Langenfelder mit Unternehmergeist : Start-up treibt Textil-Recycling voran

Stoffe recyceln ohne Qualitätsverlust – die Idee der von zwei Langenfeldern gegründeten Firma Eeden. Ihre Idee könnte einiges verändern. Bisher können Stoffe zwar recycelt werden, doch damit geht ein immenser Qualitätsverlust einher.

Vor einem Jahr erhielten die beiden Langenfelder Steffen Gerlach und Reiner Mantsch in Mönchengladbach eine Förderung für ihr Start-up „Eeden“. Textilien recyceln ohne Qualitätsverlust, das war der Plan. Jetzt läuft diese Förderung für die beiden jungen Gründe eigentlich aus. Doch aufgrund ihres bisherigen Erfolgs wird die Unterstützung verlängert.

Gemeinsam haben die Wirtschaftsförderung Mönchengladbach WFMG, die städtische Entwicklungsgesellschaft EWMG und die Digitalisierungsoffensive nextMG das „Startup.Starterkit.MG“ vergeben. Dank einer mietfreien Wohnung, Büroräumen und Unterstützung beim Marketing, Netzwerken und Mentoring konnten sie sich, wie sie sagen, in Vollzeit auf das Produkt konzentrieren.

 Diese Fasern sind aus recycelten Materialien.  
Diese Fasern sind aus recycelten Materialien.   Foto: bauch, jana (jaba)

Ihre Idee könnte einiges verändern. Bisher können Stoffe zwar recycelt werden, doch damit geht ein immenser Qualitätsverlust einher. Die Fasern eines alten T-Shirts zum Beispiel landen in minderwertigeren Produkten wie Dämmvlies oder Putzlappen. Recycling ohne Qualitätsverlust wäre ein großer Fortschritt. „Wir konnten in diesem Jahr unser erstes Fasermaterial herstellen, sind jetzt quasi beim chemischen Recycling-Verfahren 1.0“, sagt Mantsch. Jetzt gelte es, dieses Verfahren zu skalieren und so nutzbar zu machen.

 „Das Förderprogramm hat uns auf jeden Fall den Rücken gestärkt“, sagt auch Gerlach. Er hat Betriebswirtschaft studiert und ist für alles Finanzielle zuständig. Die Unterstützung habe entscheidend dazu beigetragen, dass das Projekt zu einem so frühen Zeitpunkt auf dem jetzigen Stand sein könne.

Und dieser Stand ist zu Beginn des Jahres 2021 ein zufriedenstellender für die beiden Gründer von Eeden. „Jetzt sehen wir, dass das Thema für jedermann relevant ist, das freut uns natürlich sehr“, sagt Mantsch.

Im neuen Jahr wollen sie nun einige weitere Meilensteine erreichen: Das Laborverfahren soll fertig gestellt werden, um dann die Maßstäbe anheben zu können. „Hier greifen dann endlich Business-Plan und Technik Hand in Hand“, sagt Gerlach. Und dann soll das Projekt so schnell wie möglich in die Pilot-Phase gehen.

„Wir haben zu zweit angefangen, quasi im stillen Kämmerlein“, sagt Gerlach, „und im vergangenen Jahr ist unser Team deutlich größer geworden.“ Die enge Zusammenarbeit mit der Mönchengladbacher Hochschule Niederrhein, an der Mantsch selbst auch Textilmanagement studierte, sei eine große Hilfe gewesen. Das Projekt will die WFMG nun weiterhin fördern, die Gründer-WG auf der Hindenburgstraße wurde vorerst verlängert.

Als nächstes soll es auch um den zukünftigen Standort gehen. Man schaue sich um, sagen die beiden Langenfelder. Und auch wenn das übergeordnete Ziel natürlich das Projekt bleibe, „Mönchengladbach ist schon unser Wunschstandort“, sagt Mantsch.