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Langenfeld Sport – von Angesicht zu Angesicht

Langenfeld Sport : Sport – von Angesicht zu Angesicht

Die Sportgemeinschaft Langenfeld bietet täglich mehrere Kurse auf der Freibadwiese an. Das Freibad soll noch vor den Sommerferien eröffnen. Noch fehlt das mit der Stadt abgestimmte Corona-Konzept.

Von Isabel Klaas
Endlich wieder Sport von Angesicht zu Angesicht. Die Sportgemeinschaft Langenfeld macht es möglich. Zum Outdoor-Angebot „Wirbelsäulengymnastik“ am Dienstag um 18 Uhr kamen 35 Frauen und Männer, die auf der Wiese des Freibades ausreichend auf Distanz gehen konnten. „Es ist doch etwas anderes, den Trainer wieder einmal leibhaftig und nicht nur auf i-Pad oder Laptop zu sehen“, sagt Eva, seit über 30 Jahren bei der SGL. Sie freut sich, auch als „Risikogruppenzugehörige“ aufgrund ihres Alters, sich nach langen Monaten endlich wieder mit Bekannten zum Sport treffen zu können – wenn auch auf sichere Entfernung.

Seit drei Wochen bietet die SGL für Erwachsene einmal morgens und zweimal in den Abendstunden ein Training unter freiem Himmel auf der weitläufigen Freibadwiese an. „Die Resonanz ist sehr gut“, sagt SGL-Sprecherin Kristin Erven-Hoppe. Zur Musik aus einem kleinen Ghetto-Blaster dehnen und recken und verdrehen sich die Teilnehmer nach Anleitung von Kathy. Auf der selbst mitgebrachten Matte trainieren sie im großen Kreis Bauch- und Po-Muskeln.

In einer Stadt, wo fast jeder Dritte Sport treibt und ein Verein, wie die SGL, rund 10 000 Mitglieder hat – darunter viele Reha- und Breitensportler, die vor Corona sehr fleißig waren – hat die erzwungenen Sport-Abstinenz viele ein Stück Lebensqualität gekostet. Sie kehrt langsam zurück. „Die logistischen Leistungen sind nicht ohne“, sagt Kristin Erven-Hoppe. „Allerdings ist es noch lange nicht so weit, dass in sechs Hallen parallel sechs verschiedene Kurse laufen, die man sich nach Lust und Laune spontan aussuchen kann wie früher“, sagt Erven-Hoppe. „Unsere Auflagen sind streng und werden vom Ordnungsamt kontrolliert. Kurse ohne Anmeldung gibt es nicht. Wir versuchen aber, jedem gerecht zu werden.“ So können diejenigen mit Vorerkrankung unter verschiedenen Angeboten im Live-Stream wählen. Die Ausführung findet im heimischen Wohnzimmer oder auf der Terrasse statt. In den erweiterten Hallen selbst gibt es derzeit wieder die ruhigen Kurse wie Yoga oder Wirbelsäule ohne viel Ausdünstung. Die Teilnehmer dürfen sich dabei nicht zu nahe kommen. Toiletten sind nur für den Notfall geöffnet, Duschen gar nicht. Dennoch stellt sich beim gemeinsamen Sport treiben wieder ein bisschen Alltags-Gefühl ein. Am Dienstagabend ist es warm und die Kniebeugen und Sidesteps im gemeinsamen Kreis fühlen sich gut an.

Auch im Studio dürfen sich 25 Personen parallel für 75 Minuten an den Geräten stählen, sagt Erven-Hoppe. Nach Anmeldung natürlich, damit etwaige Infektionsketten nachvollzogen werden können. Im Freien oder zu Hause per Video finden die etwas anstrengenderen Kurse statt, bei denen man gewöhnlich ins Schwitzen kommt. Das Angebot des Sportvereins wächst ganz nach den Auflagen in Corona-Zeiten. Heute beispielsweise gibt es noch ein zusätzliches Angebot im Freizeitpark „Fit im Park 60+“. Um 19.15 Uhr können die ganz Harten wieder am schweißtreibenden KamiBo im Freibad teilnehmen. Matte und Handtuch mitbringen. Der Eingang ist das große Tor für die Feuerwehr gegenüber den Parkplätzen an der Langforter Straße.

Natürlich stehen auch die Kinder im Fokus der SGL. Drei- bis Fünfjährige können sich beispielsweise heute um 15 Uhr an der Carl-Voss-Anlage draußen mit einem Elternteil bei den Summer Games zu Corona-Zeiten austoben. Mädchen und Jungen ab zehn Jahre können um 17.30 Uhr kommen. Outdoor-Angebote finden auch bei leichtem Nieselregen statt. „Wir sind ja schließlich nicht aus Zucker“, sagt Trainerin Kathy.