Schützenhalle in Richrath Spiess-Ratzen starten die Session

Langenfeld · Nach langer Pause wurde in der Schützenhalle wieder gefeiert. Der Hoppeditz kam aber nur kurz vorbei, um den Narren Hallo zu sagen.

Der Langenfelder Hoppeditz kam bei der Sessionseröffnung der Spiess-Ratzen nur als Urlauber vorbei.

Der Langenfelder Hoppeditz kam bei der Sessionseröffnung der Spiess-Ratzen nur als Urlauber vorbei.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Ein wenig verloren wirkte sie schon, Langenfelds kleinste Karnevalsgesellschaft, die Spiess-Ratzen, mit ihrem Saison-Auftakt in der großen Richrather Schützenhallte. Aber coronagerecht war’s mit genügend Abstand. Und guter Stimmung waren Besucher und Karnevalisten auch, wenngleich der Hoppeditz, Ellen Wrobel, diesmal nicht zur Erweckung schlafend auf der Bühne auf der Session wartete, sondern rein zufällig kurz vor dem Abflug in den Urlaub noch einmal kurz reingeschneit kam, denn er hatte den Flieger verpasst.

Eine Möglichkeit, die Gäste in der Schützenhalle doch noch zu begrüßen und daran zu erinnern, dass nach zwei Jahren mal wieder Karneval ist.

Der Verein hatte für sein erstes Nach-Corona-Event dieser Größe einen langen Abend mit buntem Programm gefüllt. Vor allem der tanzbegabte Prinz Sascha Zelter, dem man nachsagt, ein Kondition wie ein Büffel zu haben, mit Prinzessin Ina Wadenpohl an seiner Seite kreierte direkt am Anfang einen Höhepunkt auf der Bühne. Er schmiss die Beine wie ein Tanzmariechen und war immer im Takt. Ohne Zweifel machten auch die Herren um Sascha herum, die Turmgarde, alle eine gute Figur und wussten sich zum Karnevals-Rhythmus zu bewegen.

Ein bisschen Enttäuschung schwang bei den Spiess-Ratzen schon mit, dass sie zu ihrem 70. Geburtstag mit keiner Zuwendung ihrer Heimatstadt rechnen dürfen. So eine Sitzung wie am Sonntag zur Saisoneröffnung auf die Beine zu stellen, kostet nämlich immer eine Stange und bedeutet auch ein Stück Langenfelder Tradition.

Mit einem reizenden Auftritt unterhielten „Rudi und Heinz-Rüdiger“ die Gäste. Der eine mit einem erstaunlichen Stimmvolumen und passabler Gesangsstimme, der andere mit Slapstick und Akrobatik. Das dritte Familienmitglied, „der Obi“, weckte das Kind im Erwachsenen: Ein Zollstock eines berühmten Baumarktes wechselt dank Rudi seine Erscheinung vom Regenschirm zur Giraffe und von der Posaune zur Hantel. Ein Stückchen zauberhafte Kreativität im wahrsten Sinne des Wortes.

Ein schönes Karneval-Comeback hatte der Verein mit seinen 47 Mitgliedern da auf die Beine gestellt. Am 6. Januar 1952, ein Sonntag war‘s, als in der Gaststätte Rauwald der neue Karnevalsverein gegründet wurde. Philipp Möxs war Gründer und erster Präsident der „Spiess-Ratzen“, so der Name des karnevalistischen Neugeborenen. Er war als Unternehmer im Baugewerbe tätig und so lag es nahe, dem Verein einen Namen zu verpassen, der aus diesem Umfeld herrührt: „Spiess-Ratzen“.

Spiess-Ratzen waren die meist rechteckigen Metallkästen, in denen die Handlanger am Bau den Speiß, den Mörtel, eben den Spiess auf der Schulter zum Maurer auf dem Gerüst brachten.

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