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Langenfeld: Spedition Kanngießer baut auf abgebranntem Areal

Gelände mit dem nahen Anschluss an die Autobahn A542 : Spedition baut auf abgebranntem Areal

Im November 2016 vernichtete ein Feuer die Gebäude der Großmetzgerei Dornseifer. Jetzt lässt die Spedition Kanngießer dort bauen, um von Düsseldorf-Reisholz dorthin zu ziehen.

Das Luftbild zeigt es: Dreieinhalb Jahre nach dem verheerenden Brand an der Hausinger Straße geht es auf dem seither brach gelegenen Gelände aufwärts. Im November 2016 hatte vermutlich ein technischer Defekt die Großmetzgerei Dornseifer in Flammen gesetzt. Durch Fett und Verpackungsmaterial breitete sich das Feuer rasch aus, es entstand ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe. Firmenchef Peter Dornseifer sah am Unternehmenssitz im sauerländischen Wenden keinen Sinn darin, die Langenfelder Betriebsgelände wieder aufzubauen. „Wir werden das Gelände verkaufen“, kündigte er wenig später an.

Das ist nun geschehen. Die Düsseldorfer Spedition H. Kanngießer GmbH & Co. KG hat das Areal erworben und lässt dort für eine Zwecke ein Betriebsgebäude mit rund 3000 Quadratmeter Hallenfläche errichten. „Wir werden unseren Standort von Düsseldorf-Reisholz dorthin verlagern“, sagte Firmenchef Horst Kanngießer (56) auf Anfrage unserer Redaktion. Die seit 1984 bestehende Spedition transportiere Geräte des Heiz- und Kühltechnikherstellers Viessmann.

Das Gelände in Langenfeld mit dem nahen Anschluss an die Autobahn A542 sei ideal, so Kanngießer. „In der Umschlaghalle werden die von 40-Tonnern geliefeten Viessmann-Geräte zwischengelagert und dann mit 7,5-Tonnern ausgeliefert.“ Kanngießer selbst hat zehn eigene Lkw, arbeitet ansonsten mit Subunternehmen zusammen. Die weitgehend intakt gebliebene Garage der abgebrannten Großmetzgerei wird in den Neubau einbezogen, der an der Hansa- und Hausinger Straße zwei Zufahrten hat.

Zudem lässt Kanngießer vom beauftragten Leichlinger Bauunternehmen GKB ein dreigeschossiges Bürogebäude errichten. „Das werden wir an andere Firmen vermieten“, sagte der 56-Jährige. Das eigene Speditionsbüro bleibe am jetzigen Standort in Monheim-Baumberg Am Steinacker. Bislang habe Kanngießer die Gewerbesteuerzahlung gesplittet zwischen Düsseldorf und Monheim mit den attraktiv niedrigen Hebesätzen. „Langenfeld bewegt sich ja bei der Gewerbesteuer auch nach unten. Da fängt man aals Unternehmer natürlich schon an zu rechnen.“

„Wichtig ist uns, dass auf diesem Gelände nun endlich etwas passiert“, sagte der städtische Chefplaner Ulrich Beul im Gespräch mit unserer Zeitung. „Nach dem Brand hatte dieses große Grundstück ja lange genug brach gelegen.“ Weil sich das Vorhaben an den bestehenden Bebauungsplan hält, sei es auch nicht in den politischen Gremien zur Diskussion gestellt worden.

Mit dem Umzug des Speditionsbetriebs von Düsseldorf nach Langenfeld wird Kannegießer das von ihm und Ehefrau Susanne geführte Familienunternehmen übrigens auf Tochter Lena übertragen, die gerade ihr Wirtschaftsstudium abgeschlossen habe.