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Langenfeld SPD-Politikerin Marlies Lüth ist gestorben

Langenfeld : SPD-Politikerin Marlies Lüth ist gestorben

Die Sozialdemokratin war von 1989 bis 1996 stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Langenfeld. Vielen galt sie als die „Grande Dame“ der SPD. Geschätzt wurde sie auch beim politischen Gegner, der CDU.

(og) Die SPD-Politikerin Marlies Lüth ist nach einer schweren Krankheit gestorben. Sie wurde 85 Jahre alt. Sie war viele Jahre Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion und ehemalige Langenfelder Vize-Bürgermeisterin (von 1989 bis 1996).

Magnus Stähler (CDU), der 1994 zum Bürgermeister gewählt wurde, hat viele Jahre mit Lüth zusammengearbeitet. „Ich habe Marlies Lüth immer als echte Sozialdemokratin erlebt, als Frau mit Herz und Empathie, die sich für die Anliegen der ,kleinen Leute’ stark gemacht hat“, sagt Stähler, der sich in den vergangenen Monaten um sie gekümmert hat. „Der Sohn lebt mit seiner Familie in Singapur“, sagt er. Trotz schwerer Erkrankung sei ihr Tod dann doch überraschend gekommen, so Stähler, der sich vor allem um die Verwaltungsangelegenheiten seiner ehemaligen Mit-/ und Gegenstreiterin gekümmert hat. Marlies Lüth habe sich unter anderem für den Bau der ersten Gesamtschule in Langenfeld stark gemacht. „Das war zur damaligen Zeit die ,Sackgasse’ der CDU“, beschreibt Ex-Bürgermeister rückblickend.

Die gebürtige Wuppertal-Elberfelderin war 1960 nach Langenfeld gezogen. Sie engagierte sich dort für die ersten Vorschulklassen in den Langenfelder Kindergärten, trat 1971 in die SPD ein und wurde 1975 in den Stadtrat gewählt. Dort wirkte sie mehr als 24 Jahre lang mit. Dem Kreistag gehörte sie bis 2004 sogar 28 Jahre lang an. Schwerpunkt von Lüths kommunalpolitischer Arbeit waren die Bereiche Bildung und Soziales. Zudem war sie stellvertretende Ortsvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt. Den Vorsitz hatte sie im Förderkreis des Heilpädagogischen Heimes, in den Fördervereinen des Stadtmuseums und der Rheinischen Kliniken Langenfeld sowie in der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen. 1996 erhielt sie für ihr Engagement den Ehrenring der Stadt Langenfeld, 2000 bekam sie das Bundesverdienstkreuz.

Lothar Witzleben (82) ist auch selbst  schon stellvertretender Bürgermeister für die SPD in Langenfeld gewesen, hat „Jahrzehnte“ mit Marlies Lüth verbracht.  „Sie war die Grande Dame der SPD“, sagt er. „Sie hatte ein großes Wissen und hat, so sie konnte, vielen Menschen geholfen.  Sie war eine echte Sozialdemokratin“, sagt Witzleben.