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Langenfeld: Sie macht das Fell schön

Halter müssen draußen warten : Sie macht das Fell der Hunde schön

Larissa Herhalt ist Inhaberin von „Doggy’s Shop & Style“. Die Hundefriseurin, die eine Ausbildung als tiermedizinische Fachangestellte hat, darf öffnen, weil sie keinen engen Kontakt zu den Besitzern der Vierbeiner pflegt.

Der Fellhaufen neben der kleinen Yorkshire-Hündin Emma wächst und wächst. Konzentriert schnippelt Hundefriseurin Larissa Herhalt die zu lang gewordenen Zipfelchen an den Ohren, am Schwanz und um die kecken Augen des Vierbeiners ab. Geduldig lässt sich das Tier die Prozedur gefallen. Rund 45 Minuten braucht die 26-Jährige für den kompletten Schnitt. Dann wird der kleine Hund vom Tisch gehoben und seinem Besitzer an der Ladentüre übergeben.

Die Inhaberin von „Doggy’s Shop & Style“ in Richrath und ihre Branchenkollegen in Langenfeld und Monheim dürfen ihre Dienste – anders als Friseure, die Menschen neue Farbe und eine flotte Frisur verpassen – trotz der Corona-Krise anbieten. Das hatte das Verwaltungsgericht Münster mit der Begründung entschieden, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern zum Besitzer eingehalten werde. Larissa Herhalt werden die Vierbeiner vor dem Geschäft übergeben. Die Besitzer sagen ihr, was gemacht werden soll und holen den Hund dort auch rund eine Stunde später frisch frisiert wieder ab. Mit ins Geschäft dürfen sie nicht.

Dort kürzt die Hundefriseurin das Fell der wuscheligen Kunden, damit sich darin keine Knötchen bilden. Die können sonst zu Hautreizungen oder gar Entzündungen führen. Bevor die 26-Jährige vor einem Jahr den Laden an der Wolfhagener Straße übernahm, arbeitete sie als tiermedizinische Fachangestellte und machte zusätzlich eine physiotherapeutische Ausbildung. Die so erworbenen Kenntnisse erleichterten es ihr, selbst große und nicht ganz so kooperative Tiere zu behandeln. Beispielsweise, wenn die Krallen geschnitten werden müssen. „Es gibt viele Hunde, die es nicht mögen, dass man sie an den Pfoten anfasst.“ Deshalb ließen einige Hundefreunde die Friseurin diese notwendige Angelegenheit gleich mit erledigen. Und auch der Schnitt rund um die Hundeaugen sei etwas komplizierter, weil die Tiere nicht unbedingt still hielten und so Verletzungsgefahr bestehe. Aus gesundheitlichen Gründen sei das Freischneiden wichtig, damit die Augen nicht verklebten. Yorkshire-Hündin Emma beispielsweise hat ein langes Fell, das schwierig zu pflegen sei.

Für ihre Arbeit verwendet Larissa Herhalt Spezialscheren und -maschinen, die auf die jeweiligen Hundehaare abgestimmt sind. „Es gibt weiches, raues, lockiges oder glattes Fell“, sagt sie. Unterschieden werde außerdem zwischen Unterwolle und Deckhaar. Bei Vierbeinern mit viel Unterwolle schneide sie nur das Deckhaar. Pudel hingegen würden geschoren. Manche Besitzer wünschten sich für ihren Liebling sogar eine richtige Frisur. Es gebe für jede Rasse besondere Modeschnitte. Bei Pudeln beispielsweise könne die Rückenpartie und die Taille ausgeschnitten werden, die übrigen Körperpartien würden mit einer Schere modelliert, erläutert Herhalt. Vor dem Schneiden empfiehlt die Friseurin ein Bad. Dafür hat sie eine große, gekachelte Wanne, die etwas erhöht steht. Darin kann sie die Tiere bequem einseifen und abduschen.  „Wasser marsch“ steht jetzt für Püppi an. Er ist ein weißer, flauschiger Maltipoo – eine Mischung der beiden Rassen Pudel und Malteser. Während die Friseurin den letzten Feinschnitt an Emma vornimmt, wartet er schon ungeduldig darauf, dass sich jemand seiner annimmt. Nach dem Bad fönt sie sein Fell, damit es sich schön teilt. Waschen und schneiden kosten bei einem kleinen Hund rund 45 Euro. Die Preise variieren je nach Größe und Fellbeschaffenheit. Kontakt: larissa@doggys-shop.de.