Langenfeld Wohnungsnot SkF feiert 25 Jahre Betreutes Wohnen

Langenfeld · Über 132 Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind, wurde bereits geholfen. Der SkF unterstützt die Menschen beim Kontakt mit Ämtern, bei Verschuldung und auch bei Vereinsamung.

Der Sozialdienst katholischer Frauen Langenfeld (SkF) betreut seit 25 Jahren Senioren in ihren eigenen vier Wänden. Am 2. Mai 1997 erweiterte der SkF in Langenfeld sein Angebot der Wohnungslosenhilfe um den Bereich „Betreutes Wohnen für Männer“.

Ziel war und ist es, gemeinsam mit den Ratsuchenden die Spirale aus Wohnungslosigkeit und Arbeitslosigkeit zu durchbrechen, und zwar durch gezielte, bedürfnisnahe Unterstützung im eigenen Wohnumfeld. Die Unterstützung orientiert sich an den individuellen Hürden und Problemen, wie beispielsweise Antragstellung und Kontakt mit Ämtern, Arbeits- und Perspektivlosigkeit, Verschuldung, gesundheitliche Probleme oder fehlende Kontakte. Aber auch die psychologische Wirkung handfester Hilfen zeigt sich deutlich: Die eigenen vier Wände gemeinsam wohnlich zu machen, aufzuräumen oder zu renovieren, ist immer wieder ein Thema. „Beim gemeinsamen Tun kann ich teilweise mehr sozialarbeiterisch erreichen, als in einem bloßen Gespräch“, betont die zuständige Sozialarbeiterin Zaneta Nosbüsch. Die Hilfe greift, wie die Erfolgsbilanz zeigt: 132 Frauen und Männer konnten unterstützt werden. Bis auf wenige Ausnahmen konnten fast alle gefährdeten Mietverhältnisse gerettet werden. Für die anderen konnte mit viel Mühe eine neue Wohnung gefunden werden, die sie meist heute noch bewohnen. Ebenso konnten zahlreiche Arbeitsverhältnisse angebahnt werden, sodass die Menschen heute ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft finanzieren können. Die Sozialarbeiter unterstützen und begleiten die Frauen und Männer meist über mehrere Jahre, bis sie sich wieder stark genug fühlen, ein eigenständiges Leben zu führen.

Zu Beginn des Angebots stand eine Wohngemeinschaft, in der bis zu sechs Männern aufgenommen werden konnten, wenn sie sich mit Unterstützung eines Sozialarbeiters wieder eine Lebensbasis schaffen wollen. Bereits fünf Jahre nach dem Start des Projektes zeigte sich, dass der Bedarf die sechs Plätze in der Wohngruppe überstieg – und so ging der SkF vor 20 Jahren dazu über, die Ratsuchenden in eigenen Wohnungen zu begleiten und einen langsamen Übergang aus der Betreuung zu gestalten.

Im Jahr 2005 passte der SkF das Angebot erneut an: Da Nachfrage nach Betreuungsplätzen auch von Frauen angemeldet wurde, ist das Projekt, das als „Männerwohnprojekt“ gestartet war, seitdem auf beide Geschlechter ausgerichtet. Die anfängliche Wohngruppe dagegen musste wegen Eigenbedarfs der Vermieter mehrfach umziehen und konnte letztlich leider nicht mehr realisiert werden. „Dies finden wir für einen Teil der betreuten Menschen sehr nachteilig“, stellt Rainer Sartoris, Fachbereichsleiter der Wohnungslosenhilfe, fest, „denn die Wohngruppe bot vielen Menschen besonders in der Anfangsphase einen strukturierten Rahmen und wichtige soziale Kontakte.“

Ein großes Problem für das Betreute Wohnen stellt von Beginn an die Wohnungssuche dar. „Auf dem engen Wohnungsmarkt ist es schon für finanzschwache Menschen mit einem Arbeitsvertrag schwer, eine Wohnung zu finden. Für die Frauen und Männer, die unsere Hilfe in Anspruch nehmen müssen, ist es fast unmöglich“, berichtet Sozialarbeiterin Zaneta Nosbüsch. Der Zugang zum Betreuten Wohnen erfolgt über die Fachberatungsstelle des SkF Langenfeld, der auch Beratungstermine in Monheim anbietet. Sie ist in Langenfeld unter Telefon 02173 39476-38 zu erreichen. Hier können sich auch Vermieter melden, die Unterstützung suchen, wenn es im Mietverhältnis zu Schwierigkeiten jedweder Art kommt. Weitere Informationen sind unter www.skf-langenfeld.de zu finden.

Das Betreute Wohnen an der Solinger Straße 70 ist montags bis freitags, zwischen 9.30 und12.30 Uhr, und in Monheim am Ernst-Reuter-Platz 20 dienstags,  zwischen 9 und 12 Uhr, donnerstags, von 13 bis 16 Uhr, erreichbar.

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