Im Vorstand des Langenfelder Fördervereins Stadtmuseum Sabine Faccini - Reiseführerin für die Förderer des Stadtmuseums

Langenfeld · In ihrer aktiven Berufszeit als Sozialversicherungsfachangestellte baute sie ein Frauennetzwerk auf. Es helfe, auf kurzem Dienstweg Dinge zu klären, für die man sich sonst eventuell durch viele Instanzen quälen müsse.

Der Ruhestand brachte für Sabine Faccini mehr Zeit, sich mit Palette und Staffelei zurückzuziehen. Sie malt mal abstrakt, mal gegenständlich.

Der Ruhestand brachte für Sabine Faccini mehr Zeit, sich mit Palette und Staffelei zurückzuziehen. Sie malt mal abstrakt, mal gegenständlich.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Sabine Faccini liebt es, von Kunst umgeben zu sein, sich mit Menschen zu verbinden, die Aura historischer Orte aufzunehmen. In ihrer aktiven Berufszeit als Sozialversicherungsfachangestellte bei der Barmer baute sie in Benrath ein Frauennetzwerk auf. „Wir Frauen haben viel zu spät erkannt, wie wichtig es ist, Netzwerke zu knüpfen.“ Es helfe, auf kurzem Dienstweg Dinge zu klären, für die man sich sonst eventuell durch viele Instanzen quälen müsse. „Man kennt sich und hilft sich.“

Helfen, etwas für die Allgemeinheit zu tun, war ihr Motiv, als sie sich nach der Pensionierung zunächst beim SkF engagierte und einmal pro Woche für Bedürftige kochte. Natürlich brachte der Ruhestand auch mehr Zeit, sich mit Palette und Staffelei zurückzuziehen. Sie male mal abstrakt, mal gegenständlich – „im Grunde gibt es nichts mehr, was nicht schon künstlerisch bearbeitet oder zum Thema gemacht wurde“, sagt sie. Die Kunst führte sie auch zum Förderverein des Stadtmuseums/Stadtarchivs, wo sie 2019 als Ehrenamtlerin an der Info-Theke angefangen hat. Um den Betrieb im Freiherr-vom-Stein Haus sicherstellen zu können, müssen sich jede Woche 17 Personen um den Empfang der Besucher, um einleitende Informationen zur aktuellen Ausstellung und die Betreuung der Hochzeitsgesellschaften in der Bibliothek an jedem ersten Samstag im Monat kümmern.

Anfang 2022 wurde sie in den Vorstand des Fördervereins gewählt, für den sie auch die Kulturexkursionen organisiert. Kürzlich ging es zum Folkwang-Museum in Essen, wo unter dem Titel „Made in Paris“ Originalgrafiken, Künstlerbücher und Mappenwerke von Matisse, Picasso, Miró und Chagall gezeigt werden und danach zur Villa Hügel, die ihr 150-jähriges Bestehen feiert. Im Dezember geht es zur Art Cologne. Generell sind solche Museen und auch Künstlerateliers Ziele der Exkursionen, die in einem Tagestrip erreichbar sind. Unter anderem besuchten die Fördervereinsmitglieder Horst Gläsker, von dem das Kreuz mit Weltenspiegel an St.-Martin stammt.

Prädestiniert für die Organisation der Exkursionen hat sie ihre einstige Tätigkeit für Hafermann-Reisen. Sie begleitete vorwiegend Reisen in ostdeutsche Städte wie Dresden, Weimar, Erfurt und den Spreewald. Das Interesse an dem für sie noch unbekannten Teil Deutschlands wurde geweckt, als sie im Wendejahr 1990/91 für die Barmer nach Leipzig ging. „Wir würden viel von unserer Kultur verpassen, wenn wir den Osten Deutschlands nicht hätten“, sagt sie. Allein in Weimar begegne einem auf Schritt und Tritt deutsche (Literatur)-Geschichte. Für sie wird Geschichtsvermittlung erst dann lebendig, wenn man erfahre, wie große historische Ereignisse sich auf das Leben des Individuums wie etwa den Dichterfürsten Goethe auswirkten, so die Besetzung Weimars durch Napoleons Truppen und der späteren persönlichen Begegnung mit dem Kaiser.

Die 64-Jährige, die sich mit Schwimmen in der Frühe fit hält, bezeichnet sich selbst als Optimistin und wünscht sich, dass ihre Mitmenschen auch positiver an das Leben herangingen.

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