Langenfeld rüstet auf gegen Starkregen

Nach vielen Feuerwehr-Einsätzen: Stadt rüstet sich gegen Starkregen

Die heftigen Regenfälle in Mai und Juni haben  besonders die Richrather nicht vergessen. Keller und Garagen waren vollgelaufen.  Die Stadt will für solche Lagen künftig besser gerüstet sein.

Insgesamt 285 Mal ist die Langenfelder Feuerwehr zu Starkregeneinsätzen am 29. Mai sowie am 1. und am 10. Juni ausgerückt, hat Keller und Garagenzufahrten, Straßen und Uferbereiche von Bächen leergepumpt und Sandsäcke ausgelegt. 220 Feuerwehrleute (inklusive Helfer aus anderen Städten) waren im Einsatz, plus Mitarbeiter der Kanalbetriebe und des Langenfelder Betriebshofs. Die Kosten hat die Verwaltung nun auf Antrag der SPD-Fraktion zusammengestellt und im Planungsausschuss präsentiert. Die Einsätze sind mit 7200 Euro für Feuerwehr und DRK ausgewiesen, 38.000 Euro hat die Stadt für Arbeiten an den Kanälen ausgegeben und 71.000 Euro für die Sondermüllabfuhr (120 Tonnen an 400 Standorten) danach. „Die anderen Hilfsorganisationen“, so erklärt Referatsleiter Ulrich Beul, „haben bislang noch keine Rechnungen gestellt.“

Um künftig auf solche Gefährdungslagen besser reagieren zu können, hat die Stadt ein Gutachterbüro beauftragt, eine Risikokarte zu erstellen, die besonders gefährdete Stellen in Langenfeld zeigt. Zudem hat sie 5000 zusätzliche Sandsäcke (14.800 Euro) bestellt und wird die Feuerwehr mit einem Mannschaftstransportwagen ausrüsten, der auch mit Tauchpumpen ausgestattet ist (12.000 Euro). Ein mobile Tauchpumpe mit Schlauchwagen soll angeschafft werden. Denn die hatte sich Langenfeld von der Essener Feuerwehr leihen müssen, um der Wassermassen Herr zu werden. Die Pumpe kostet 84.000 Euro Darüber hinaus wird eine Rufbereitschaft eingerichtet. Die bereits vorhandene Beratungshotline sei bis jetzt hundertmal kontaktiert worden.

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Als Ursachen für die heftigen Auswirkungen des Starkregens in Langenfeld führt Beul an, dass viele Rohre durch Müll verengt werden. Auch seien diverse Leitungen ohnehin zu eng und für große Wassermassen nicht ausgelegt. Deshalb sollen unter anderem weitere Regenrückhaltebecken gebaut werden. Eins an der Poststraße. Und das sofort. „Das hilft auch den Bewohnern der Henkelsiedlung“, erläutert Beul. Ebenso soll ein Becken am Winkelsweg/Schneider Straße angelegt werden. Außerdem prüfe die Stadt derzeit, wie Unterführungen besser geschützt werden können. Doch das sei schwierig, da dafür zum Teil der Landesbetrieb Straßen NRW zuständig ist. Die Idee, eine „Entwässerungssatzung“ für Langenfeld zu entwerfen, hat der Ausschuss erst einmal vertagt.

„Immerhin gibt es dahingehende Ideen“, kommentiert Ratsherr Günter Herweg für die Grünen. Joachim Herzig (SPD) begrüßt die Maßnahmen, bekam aber auf die Frage, wo diese sich im Haushalt niederschlagen, keine Antwort von der Verwaltung.

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