1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Langenfeld: Psychologin gibt Tipps gegen Stress an Weihnachten

Langenfeld : Wie man Weihnachten entspannt übersteht

So manch einem graut schon vor dem „Fest der Liebe“, denn Familientreffen, viel Essen und wenig Bewegung können stressig sein. Die Psychologin Ursula Maile aus Langenfeld gibt Tipps, wie man unbeschadet durch die Feiertage kommt.

von Ilka Platzek

Für viele Menschen beginnt der Weihnachtsstress schon lange vor den Festtagen: Plätzchen backen, Geschenke besorgen, Betriebsfeiern und Kinderkrippenspiele absolvieren, Weihnachtskarten schreiben. Und:  Was soll an den Feiertagen gegessen werden, mit wem will ich den Heiligabend verbringen, wen aus der Familie lieber erst am nächsten oder übernächsten Tag sehen?

„Auf die richtige Vorbereitung kommt es an“, sagt die Langenfelder Psychologin Ursula Maile. Wer Stress vermeiden will, braucht einen guten Plan: „Was ist realistisch und zu schaffen? Was brauche ich, wie organisiere ich das? Jeder sollte sich schon früh fragen, was ihn erwartet, und sich mental darauf vorbereiten.“ In der stressigen Vorweihnachtszeit sei es wichtig, erst einmal für sich selbst zu sorgen: „Machen sie mehrmals am Tag echte Pausen, in denen sie nicht über Weihnachten reden, nicht aufs Handy schielen  – in denen Sie einfach nichts erreichen wollen. Und wenn es nur fünf Minuten sind: Gehen Sie einfach mal an die frische Luft!“

  • Die Polizei fahndet nach einem gestohlenen
    Motorraddiebstahl in Langenfeld : Motorrad verschwindet aus einer Tiefgarage
  • Sandro Gohly (am Ball) ist frei
    Handball, Regionalliga : SGL kämpft sich zum Sieg
  • Jerome Schneider versucht, Schulschwänzer wieder zurück
    Stadt Langenfeld sucht Lösungen : Die Zahl der Schulschwänzer steigt

Zu einer guten Vorbereitung gehört auch, dass Gastgeber größerer Familienrunden Aufgaben delegieren: Ursula Maile feiert mit Mann, Kindern und deren Partnern, Opa, Oma und Schwiegereltern der Kinder – insgesamt 16 Personen. Und sie freue sich schon jetzt auf das Treffen. „Bei uns bringt jeder etwas zum Essen mit. Ich muss nicht alles selbst vorbereiten.“ Viele würden  sich selbst unnötig unter Druck setzen. „Sie hören auf ihre innere Stimme, die immer sagt: Streng‘ dich an, sei perfekt.“ Stattdessen sollten sie lieber immer mal wieder herunterfahren und zur Ruhe kommen „erst einmal eine Tasse Tee oder Kaffee trinken, zum Beispiel“.

In kaum einer Familie hat jeder jeden lieb: Manche Verwandte können sich einfach nicht leiden. Wenn sie sich treffen, ist Streit  programmiert – oder auch nicht.  „Nicht ärgern, sondern wundern“, rät Maile. „Dabei entstehen ganz andere Gefühle als beim Ärgern. Fragen Sie sich – oder den Verwandten – warum er jetzt so reagiert.“ Ein anderer Trick, Ärger zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren sei die Stopptechnik: „Fäuste ballen, loslassen, und die Aufmerksamkeit auf etwas anderes richten.“ Es bringe auch nichts, immer alles zu hinterfragen: „Werfen Sie nicht immer gleich das große Gedankenkarussell an. Sagen Sie sich ruhig mal: Ich bin nicht der Richter, ich muss nicht alles bewerten.“  Wohltuend für die Psyche sei auch das (gemeinsame) Singen:  „Wer singt, atmet automatsch richtig“, sagt die Psychologin, – und kann sich auch nicht streiten.

Gerade an Weihnachten drohen schnell Völlerei und Bewegungsmangel. Das muss nicht sein, findet die Psychologin. „Gönnen Sie sich ruhig gutes Essen zum Fest und an den Feiertagen, aber naschen sie dann nicht auch noch zwischendurch. Es tut nicht gut, ständig den Insulinspeicher mit Zucker zu kitzeln. Ich bin generell für weniger Zucker im Essen.“ Gegen Bewegungsmangel und Lagerkoller helfen Spaziergänge: „Viele Leute flüchten sich zur Entspannung auf die Couch und vor den Fernseher. Oder sie halten direkt nach dem Essen ein Nickerchen. Besser ist es, erst eine Runde um den Block zu gehen und sich dann bei Bedarf hinzulegen.“

Ursula Maile selbst hüpft zur Entspannung auch gerne  mal eine Viertelstunde auf dem heimischen Mini-Trampolin im Wohnzimmer herum: „Das macht gute Gefühle“, sagt sie. – Oder sie meditiert: „Das ist eine Achtsamkeitsmeditation. Man atmet tief ein, hört in sich hinein und fragt sich: Was geht in mir vor? Ich mache das gleich morgens und bin dann fit für den Tag.“