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Langenfeld Pfarrer will Laien stärker einbeziehen

Langenfeld Kirche : Pfarrer will Laien stärker einbeziehen

Monheims neuer Pfarrer wird auch die katholische Gemeinde in Langenfeld leiten. Die Gemeinden sollen ein „Sendungsraum“ werden.

Michael Hoßdorf schaut sich das Gemeindezentrum erst einmal an. Auch das – offenkundig noch nicht sanierte – Pfarrhaus, in das er einziehen soll. So will es das Bistum. Michael Hoßdorf ist seit Herbst Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Gereon und Dionysius und wird am 1. September die Leitung der Langenfelder Gemeinde St. Martin und St. Josef übernehmen. Damit entsteht ein so genannter Sendungsraum. Pfarrverweser Peter Jansen, der nach dem Weggang von Pfarrer Stephan Weißkopf die Leitung der katholischen Gemeinde im Januar übernommen hatte, wird dann wieder seinen eigentlichen Aufgaben als Krankenhausseelsorger in Velbert und Präses der Kolpingwerke nachkommen können.

„Ich werde hier nicht gleich ein fertiges Konzept auspacken und sagen: So geht es“, beschreibt Hoßdorf seinen Ansatz, aus den beiden Seelsorgebereichen einen Sendungsraum zu machen. „Kirche wird sich weiter verändern“, sagt er. Es wird ein Ziel geben und eines davon sei, Laien künftig mehr in die Verantwortung zu bringen – etwa bei Beerdigungen, Hochzeiten und Taufen. Denn es gibt immer weniger Pfarrer“, sagt er. Und deren Aufgabe sei es, den Glauben zu vermitteln und die Sakramente zu erteilen. Als Leitender Pfarrer komme für ihn hinzu, für die Weisungen aus Köln zu werben und in die Gemeinden zu tragen. Das alles sei Inhalt eines Sendungsraums.

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Eigentlich würde er jetzt, wie er es in Monheim getan hat, die Mitglieder der Gremien einladen, sich vorstellen. „Das ist angesichts der Corona-Krise nicht möglich“, sagt Hoßdorf. Aber klar ist für ihn, dass er einen gemeinsamen Weg für beide Gemeinden finden will, auf dem jeder auch seine Besonderheit behalten kann. Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand etwa bleiben zunächst eigenständig.

Vollkommen überraschend sei diese Entwicklung nicht, sagt der Langenfelder Pfarrgemeinderatsvorsitzende Thomas Antkowiak, nicht, wenn man sich die Entwicklung innerhalb der katholischen Kirche im Kreis Mettmann anschaue. Auch in Hilden fehle ein leitender Pfarrer. Er selbst, seit 20 Jahren in der Gemeinde engagiert, macht keinen Hehl daraus, dass er immer größer werdenden Einheiten nicht viel abgewinnen kann. „Viele Gemeindemitglieder könnten sich davon überfordert fühlen“, sagt er, will aber erst einmal abwarten. „Wir wollen den neuen Pfarrer erst einmal kennenlernen“, so Antkowiak.

Antkowiak hat schon den Zusammenlegungsprozess der insgesamt acht Gemeinden in Langenfeld zu einer einzigen vor zehn Jahren mitgemacht. „Diese Entwicklung wird weitergehen“, ist er sicher. Die vom Erzbistum zugesagten zusätzlichen zwei Priester sowie einen Gemeindeassistent sieht er angesichts der Personallage in der katholischen Kirche erst einmal nicht. „Unsere aktuelle Gemeindeassistentin geht bald in den Ruhestand“, sagt Antkowiak. „Mal sehen, ob sie lediglich ersetzt wird.“ Hoßdorf hingegen ist sicher, dass das Bistum Wort hält. „Ein Pfarrer ist schon benannt, beim zweiten stehen noch Gespräche aus und die Gemeindeassistentin muss ihre Ausbildung beenden“, berichtet er.

Daniel Klaas, Vorstandsmitglied des Langenfelder Pfarrgemeinderats und für die Jugendarbeit zuständig, geht davon aus, dass die Gemeinden sich künftig annähern werden. „Allerdings wollen wir bei uns im Gemeinderat erst einmal überlegen, was das für uns heißen kann. Wir werden schauen, wie wir uns neu ausrichten.“ Die aktuelle Situation in Zeiten von Corona lasse die Gemeinden kreativ werden, beschreibt Daniel Klaas. Diese neuen Formen des Austauschs und Teilnehmens könne man auch künftig nutzen.