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Langenfeld Niederländer übernehmen Beoplast

Beoplast - 60 Arbeitplätze gerettet - Übernahme durch De Beer Group : Niederländer übernehmen Beoplast

Das Langenfelder Familienunternehmen hat 2018 Insolvenz angemeldet. Die Übernahme soll jetzt mehr Aufträge bringen. De Beer benötigt mehr Kapazitäten, heißt es. Der Mietvertrag läuft weiter.

Seit gestern hat die Langenfelder Firma Beoplast einen neuen Eigentümer. Als De Beer-Beoplast wird das 1990 gegründete Unternehmen an der Industriestraße Teil der niederländischen De Beer Group, einem Familienunternehmen, das in der dritten Generation von den Brüdern Mark und René de Beer geführt wird. Am vorigen Mittwoch wurde der Notarvertrag unterzeichnet, am Donnerstag informierte Susanne Schmees-Besgen die 60-köpfige Belegschaft. In der Betriebsversammlung im geräumigen Lager stellten sich die Brüder De Beer persönlich vor, und beschrieben in einer gut strukturierten Präsentation ihre bisherigen unternehmerischen Aktivitäten.

Zunächst hatte Susanne Schmees-Besgen, die nach dem plötzlich Tod des Firmengründers Theo Besgen vor knapp zwei Jahren, die Firma leitete, und dabei im Juli 2019 Insolvenz in Eigenregie anmelden musste, betont, froh zu sein, „das Unternehmen in gute Hände abzugeben und die Arbeitsplätze zu erhalten“. Ihr Dank galt den Mitarbeitern für Loyalität und Treue. De Beer sei vom mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichneten ökologischen Konzept Beoplasts überzeugt, so dass „die Ideen Theo Besgens fortleben“. Der Mietvertrag für den Standort wurde um mindestens fünf Jahre verlängert.

Der Kontakt Beoplast/De Beer entstand durch den Einkaufsleiter eines gemeinsamen Kunden, der die Geschäftsführerin des De Beer Unternehmens in Hessen auf das in wirtschaftliche Not geratene Familienunternehmen aufmerksam machte. Wilma Koolen-Hermkens, die ab sofort auch die Geschäftsführung in Langenfeld übernimmt, machte sich kurz vor Weihnachten  einen eigenen Eindruck und  war „sofort von der familiären Atmosphäre und Ausstrahlung des Unternehmens angetan“.

De Beer kann mit der Erweiterung um das Langenfelder Unternehmen seine Strategie fortsetzen, sich bei Angebot und Technik breit aufzustellen, um – speziell in Krisenzeiten – nicht auf einzelne Kunden oder Branchen angewiesen zu sein. Auch die Probleme Beoplasts in 2018 wurden durch die Abhängigkeit von der kriselnden Automobil- Zuliefer-Industrie verstärkt. De Beer arbeitet zwar auch für Autohersteller, aber ebenso für die Sanitärindustrie, Maschinenbauer oder sogar Spielwarenproduzenten. De Beers Ziel „durch Knowhow in Nischen-Märkten gewinnen“; schon jetzt liefert De Beer in 15 Länder, „Internationalität ist vermutlich eine typisch niederländische Eigenschaft“, so Mark de Beer. Für Langenfeld gibt es das ehrgeizige Ziel, den Umsatz von 7,5 Mio. in 2021 auf 10 Millionen Euro in 2023 zu steigern. Kurzfristig gilt die Aufmerksamkeit den Bestandskunden. Die Verantwortlichen erhoffen dabei Synergieeffekte beim Materialeinkauf, bei der Nutzung des Maschinenparks oder im Werkzeugbau. Die Maschinen in Langenfeld werden umgehend stärker ausgelastet, weil andere Standorte Kapazitätsgrenzen erreicht haben. Langfristig geht’s um den gemeinsamen Vertrieb und die Entwicklung von Alleinstellungsmerkmalen, wie die Nachhaltigkeit; auch durch die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen.