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Langenfeld Neue Ideen mildern Umsatzlücken

Corona erfordert kreative Angebotserweiterung bei Langenfelder Unternehmen : Neue Ideen mildern Umsatzlücken

Unternehmergeist zeigt sich in Krisen: Die Firmen Deinzer und Pixlip reagieren mit neuen Produkten erfolgreich auf die Corona-Krise und Umsatzrückgänge. Zu den Corona-Neukunden von Deinzer gehören inzwischen auch Behörden. Der Erfolg zeigt sich auch daran, dass inzwischen bei Pixlip fast alle Mitarbeiter wieder an Bord sind.

Von Martin Mönikes
„Aus der Not eine Tugend machen“, der Spruch des Kirchenvater Hieronymus beschreibt die Fähigkeit, in einer schlimmen Lage noch was Gutes zu erkennen. „Corona“ bietet dafür auch in Langenfeld Beispiele.

Die Mitte März zum Schutz vor Covid 19-Infektionen angeordneten Geschäftsschließungen und das Verbot von größeren Veranstaltungen trafen die Langenfelder Firmen Deinzer GmbH und Pixlip plötzlich und heftig. Mit Hilfe von verkaufsfördernden Deinzer-Displays aus Metall und Kunststoff präsentieren Markenartikler europaweit in den Ladenlokalen ihre Produkte. Pixlip-Leuchtflächen zieren Hauswände, Schaufenster, Firmen und Ladenlokale, sie sind vor allem wesentlicher Anziehungspunkt auf Messeständen. Messen abgesagt, Läden geschlossen; Pixlips Umsatz – jährlich bisher 20 Millionen Euro – brach nach eigenen Angaben um 90 Prozent ein.

Bei Deinzer wurden Aufträge storniert, fertige Produkte konnten in den Ladenlokalen nicht montiert werden. Beide Firmen mit insgesamt über 200 Mitarbeitern schickten Teile der Belegschaft in Kurzarbeit. Andere machten Homeoffice, in den Produktionen arbeitete man – wenn überhaupt – im nicht überlappenden Schicht-System.

Die Deinzer GmbH verfügt traditionell über gute Kontakte zur Gesundheitsbranche, schließlich gibt es bundesweit 22.000 Apotheken, 11.000 Supermärkte und 60.000 Friseure. „Um speziell diesen Kunden zu helfen, begannen unsere Designer und Techniker Mitte März die Entwicklung funktioneller Schutzvorrichtungen“, berichtet Vertriebsleiter Michael Becher. „Nießschutz-Wände waren sofort gefragt, und die Gesichtsvisiere, einstellbar auf jede Kopfgröße, lösten fast begeisterte Reaktionen bei den Kunden aus“.

Für die ersten Praxistestes nutzte Becher sein Wiescheider Wohnumfeld. Der Inhaber des italienischen Lebensmittelladens „La Roccaforte“, Giuseppe Carbonetto, war über diese Angebote froh. „Wir zeigen damit Kunden und Mitarbeitern, dass wir uns um sie sorgen“. Ihm war wichtig, dass die Menschen möglichst stressfrei einkaufen können. Zu den Corona-Neukunden von Deinzer gehören inzwischen auch Behörden, „nachdem wir uns erstmals sogar an öffentlichen Ausschreibungen beteiligten“, so Becher. Die Deinzer Homepage ist um den Link „Deinzer Safety“ erweitert.

Bei Pixlip stellten die Designer und Softwareentwickler in wenigen Tagen den Onlineshop „www.pixcare.de“ auf die Beine. „Wir erfuhren aus den Medien, dass unter anderem Schutzausrüstungen knapp sind“, erinnern sich die Geschäftsführer Karl Lang und Lars Backhaus. Sie bieten jetzt verschiedene Produkte, um alle Hygienevorschriften einzuhalten. Neben Atemmasken finden Kunden Desinfektionsständer, oder Infotafeln, die – wie bei den übrigen Pixlip-Leuchtflächen – den Kundenwünschen entsprechend gestaltet werden können.

Damit fand Pixlip auch neue Kunden, viele durch Mundpropaganda, aber auch „durch an der fortschreitenden Lockerung orientierten Akquise“, so Anna Mauersberg aus dem Pixlip-Team. „Zum Beispiel sind viele der jetzt wieder eröffneten Fitnessstudios an unseren speziellen Angeboten interessiert“. Der Erfolg zeigt sich auch daran, dass inzwischen bei Pixlip fast alle Mitarbeiter wieder an Bord sind.