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Langenfeld - Nähmaschinen rattern für Corona-Masken

Schneiderwerkstatt in Langenfeld : Nähmaschinen rattern für Corona-Masken

Das Pro-Donna-Team des Langenfelder Sozialdiensts katholischer Frauen fertigt seit März unermüdlich Mund- und Nasenabdeckungen aus weißem Bettlakenstoff. 3500 Stück seien bereits an Altenheime und Langenfelder Bürger ausgegeben worden.

In der Schneiderei des Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) rattern die Nähmaschinen. Mitarbeiterinnen und Ehrenamtliche des Berufsprojekts Pro Donna nähen wegen der Corona-Pandemie seit Mitte März weiße Mund- und Nasenabdeckungen. Mit der ab Montag in NRW für Läden, Busse und Bahnen geltenden Maskenpflicht bekommt die bisher schon riesige Nachfrage weiteren Auftrieb. 3500 Stück seien bereits an Altenheime und Langenfelder Bürger ausgegeben worden, sagt Dorothea Domasik, die den SkF-Bereich Arbeit und Integration leitet. Neue Kunden müssen sich jetzt jedoch gedulden.

Ohne Pause geht es von 8.30 bis 17 Uhr in den hinteren Pro-Donna-Räumen hoch her. Vier feste und sechs ehrenamtliche Mitarbeiterinnen fertigen aus weißem Bettlakenstoff Corona-Masken. 2000 stehen noch auf der Bestellliste. „Wir machen hier derzeit nur noch Mund- und Nasenabdeckungen“, sagt Domasik. Die Änderungsschneiderei sei geschlossen bis zum 4. Mai. „Wir wurden hier regelrecht mit Anfragen überschüttet.“ Der Verkaufspreis für eine Maske betrage fünf Euro.

Die SkF-Bereichsleiterin achtet streng darauf, dass Sicherheitsabstände zwischen den Mitarbeiterinnen und alle Hygienevorschriften eingehalten werden. Dazu gehört natürlich, dass alle im Team selbst eine Maske tragen. Die Mitarbeiterinnen waschen zunächst alte Bettlaken bei 90 Grad, schneiden die Stoffe zu und bügeln die Falten rein. Zum Schluss befestigen sie einen weißen Gummizug an den Masken.

Die Bettlaken bekommen die Pro-Donna-Näherinnen aus Privatspenden. „Derzeit haben wir genügend Bettlaken“, sagt Domasik und betont, dass es sich bei den aus Baumwollstoff geschneiderten Masken nicht um medizinische Masken mit hundertprozentigem Schutz handele. „Wir fertigen Mund- und Nasenabdeckungen für Erwachsene.“ Altenheime und die Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung stünden an erster Stelle. „Denn wir wollen dabei helfen, die betroffene Risikogruppe zu schützen“, merkt Domasik an. „Erst dann kommen Privatpersonen, doch die müssen derzeit etwas länger warten. Wir sind ja kein professionelles Unternehmen.“

Es ist warm in der Schneiderwerkstatt, doch alle Mitarbeiterinnen sind hochmotiviert. „Bei der Wärme ist ein Arbeiten mit Mundabdeckung natürlich etwas anstrengend, aber mein Team steht hinter dieser Aufgabe und ist seit Corona richtig zusammengewachsen“, sagt Schneidermeisterin Kirsten Schmid. Safia Ahmadi-Perwani kommt dafür extra aus Monheim. „Ich habe einen Sohn und eine Mutter, die etwas älter ist. Deshalb hatte ich anfangs etwas Angst um sie. Ich komme trotzdem, denn es ist ein sehr gutes Projekt. Es gibt mir ein gutes Gefühl“, sagt Safia Ahmadi-Perwani.

Auch Martina Siefert kommt gerne. Die Langenfelderin arbeitet ehrenamtlich mit und schneidet die Stoffe zu. „Das Team hat sich schnell auf die aktuelle Situation eingestellt. Ich sehe das soziale Engagement und bin begeistert, wie gut hier die Teamarbeit funktioniert“, so Siefert.

Die Nachfrage war laut Domasik anfangs so groß, dass sich viele Leute schon morgens vor die Tür bei Pro Donna gestellt und an Fenster geklopft haben, um eine Maske zu erhalten. „Wir nehmen Onlinebestellungen entgegen und nach Überweisung werden die Masken an die entsprechende Person verschickt oder vorbeigefahren. Wir wollen den direkten Kontakt vermeiden.“

Bei einem Stückpreis von fünf Euro verdient das Team der „Glanzleistung“ genannten haushaltsnahen Dienstleistungen des SkF nicht daran. „Wir haben in der Corona-Krise heftige Umsatzeinbußen und natürlich Personalkosten zu bezahlen“, sagt Domasik. „Alle wollen dennoch dafür arbeiten. Wir sehen es als gesellschaftliches Dankeschön.“