Langenfeld: Nachbarschaft ist empört über Bauruine an der Bahnhofstraße

Langenfeld: Nachbarschaft ist empört über Bauruine an der Bahnhofstraße

Ein verwahrlostes Grundstück an der Bahnhofstraße mit einem vor etlichen Jahren begonnenen und dann abrupt beendeten Rohbau erzürnt die Nachbarschaft.

„Diese Bauruine verfällt zunehmend“, sagt Hanno Mietzner aus dem Beirat der Wohnungseigentümer in den unmittelbar angrenzenden Mehrfamilienhäusern. Und es tummelten sich in dem Rohbau immer wieder Menschen. „In der letzten Zeit ist die Situation eskaliert.“ Deswegen hat er sich im Namen der Eigentümergemeinschaft mit einem energischen Schreiben ans städtische Ordnungsamt gewandt.

„Es ist Gefahr in Verzug“ beschreibt Mietzner die Situation drastisch in dem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt. Jemand habe aus der zweiten Etage der Bauruine auf eine Terrasse uriniert und Kot geworfen. Auch Gipssteine seien geflogen. Mietzner zufolge sei das Ordnungsamt in den vergangenen Jahren wegen des verwahrlosten Nachbargrundstücks schon mehrfach um Unterstützung gebeten und zum Handeln aufgefordert worden. „Ohne Ergebnis.“ Die Verwalterin ihrer Wohnanlage habe 2017 in einem Brief ans Rathaus unhaltbare Zustände geschildert und um Abhilfe gebeten. „Eine Reaktion erfolgte nicht.“ Erst auf Nachhaken im August 2018 habe Ordnungsamtsleiter Christian Benzrath zugesagt, die über den Gehweg wuchernden Pflanzen beseitigen zu lassen.

Weil dies nicht geschah, schrieb am Donnerstag auch die in Frechen ansässige Hausverwalterin das Rathaus an und wies darin auf die aktuelle Eskalation hin. „Die Ruine wird stärker denn je von wildfremden Personen bewohnt, die lärmen, pöbeln und als Höhepunkt mit Exkrementen die Bewohner unserer Liegenschaft bewerfen.“

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Dieses Schreiben hat gefruchtet. Gemeinsam mit der städtischen Bauaufsicht schaute sich Benzrath auf dem verwahrlosten Grundstück und in dem Rohbau um. „Dass sich darin immer wieder Menschen aufhalten sollen, war mir bis dahin nicht bekannt“, versicherte Benzrath im Gespräch mit unserer Redaktion. Weil der Bauherr vor Jahren pleite ging und ihm der Insolvenzverwalter lange nicht bekannt gewesen sei, waren Benzrath nach eigenen Angaben bislang die Hände gebunden. „Erst seit kurzem kennen wir den Insolvenzverwalter.“

Eigentlich sei durch den umgebenden Bauzaun klar, dass man das Grundstück nicht betreten dürfe, so Benzrath. Zwar habe er niemanden angetroffen, doch sei zu erkennen gewesen, dass sich dort jemand aufhält. Zusätzlich zum Bauzaun weisen nun ein weiß-rotes Absperrband und Schilder darauf hin, dass das Grundstück nicht betreten werden darf. „Das ist ja auch gefährlich, sich in einem Rohbau ohne Fenster aufzuhalten.“ Zudem, so Benzrath, werde der städtische Betriebshof in den kommenden Tagen das Gestrüpp entfernen, so dass der Gehweg wieder begehbar wird. Alles werde dem Insolvenzverwalter in Rechnung gestellt, der auch für die Absicherung verantwortlich sei.

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