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Langenfeld/Monheim: Wegen der sommerlichen Hitze müssen Gärtner reichlich wässern und es besteht Waldbrandgefahr

Langenfeld/Monheim : Pflanzen lechzen nach Wasser

Die Hitze- und Trockenperiode hält an. Betriebshöfe kommen mit dem Gießen kaum nach. Die Waldbrandgefahr steigt.

Temperaturen um die 30 Grad, kein Regen – die Hitzeperiode hält auch in den nächsten Tagen an. Nicht nur der Mensch lechzt nach Erfrischung. Hobbygärtner und die Mitarbeiter der städtischen Betriebshöfe wie Michael Schneider gestern in der Langenfelder City haben zurzeit alle Hände voll zu tun, um Blumen, Sträucher und Bäume zu wässern. Und in den Wäldern herrscht große Brandgefahr. „Es ist alles knochentrocken“, sagt Förster Karl Zimmermann, der für die Wälder unter anderem in Langenfeld, Monheim, Leverkusen und Leichlingen zuständig ist.

Der kurze Regenschauer vom Dienstagabend war nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Seit Wochen heißt es für die städtischen Gärtner in Langenfeld: Gießen, gießen, gießen... „Vor allem die anlässlich des 70. Stadtgeburtstags besonders üppig mit Blumen bewachsenen Schaubeete und die Kreisverkehre haben einen erhöhten Wasserbedarf“, sagt Betriebshofschef Bastian Steinbacher. „Aber auch Bäume leiden unter der anhaltenden Trockenheit.“

Manche der bepflanzten Langenfelder Kreisel seien  mit automatischen Bewässerungen ausgestattet, beispielsweise an der Düsseldorfer Straße oder am Rietherbach. An anderen Stellen wie an der Verkehrsinsel beim Rathaus werden laut Steinbacher provisorisch Wassersprenger aufgestellt. „Das erfreut auch vorbeifahrende Radfahrer.“ Trotz dessen brächten seine Leute aktuell täglich etwa 40.000 Liter Wasser zusätzlich durch mobile Gießwagen aus. Der Betriebshof habe dafür drei Fässer mit jeweils 1000 Liter und ein Anhängerfass mit 3000 Liter Fassungsvermögen. Werktags würden drei Kolonnen mit insgesamt fünf Mitarbeitern zur Bewässerung eingesetzt, am Wochenende mindestens zwei Kolonnen mit vier Mitarbeitern. Dennoch sei es kaum möglich, jede Pflanze zu erreichen, die dringend Wasser braucht. Steinbacher appelliert an Bürger und Gewerbebetriebe, öffentlichen Bäumen, Sträuchern oder Grünanlagen in der Nähe eine Wasserspende zukommen zu lassen. „60 bis 80 Liter wären für einen Baum optimal.“

Die heimischen Wälder werden nach Förster Zimmermanns Angaben auch bei länger ausbleibendem Regen nicht bewässert. „Vielleicht wird der ein oder andere Baum wegen dieser Trockenheit absterben, das wird man wohl erst im Frühjahr sehen.“ Gefährdet seien Waldbäume besonders dort, wo die Wasserführung im Boden nicht optimal sei, wie etwa an den Autobahnböschungen. „Dort sieht man viele Blätter schon braun werden.“

Bei möglichen Waldbränden ist laut Monheims Feuerwehrchef Thorsten Schlender jetzt die zweithöchste Gefahrenstufe 4 erreicht. „Besondere Vorkehrungen treffen wir deswegen nicht. Aber wir haben mehrere geländefähige und mit Motorsägen und Spaten ausgestattete Tanklöschfahrzeuge parat.“ Ähnlich äußert sich Langenfelds Feuerwehrsprecher  Frank Noack. „Unser Tanklöschfahrzeug hat 4000 Liter an Bord und kleinere Schläuche. Es ist sehr wichtig an Brandorten, an denen kein Hydrant in der Nähe ist.“

Der letzte große Waldbrand der Region war laut Zimmermann vor etwa 20 Jahren im Leverkusener Bürgerbusch. Dabei solle es bleiben. Der Förster verweist auf das von März bis Oktober geltende Rauchverbot in den Wäldern und appelliert an rauchende Autofahrer, „bloß keine Kippen aus dem Fenster zu schnippen. Bei Zugreisenden gibt es dieses große Gefahrenpotenzial früherer Zeiten ja nicht mehr, weil nicht geraucht werden darf und sich Fenster nicht mehr öffnen lassen.“ Indes könnten neben Zigaretten und Grillkohle auch Flaschenscherben mit dem Brennglaseffekt oder Autos, die mit heißem Katalysator auf hohem trockenen Gras abgestellt werden, einen Feld- und Waldbrand entfachen.