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Langenfeld Monheim Unternehmen setzen auf betriebliche Pflege-Coaches

Neues Projekt im Kreis Mettmann : Firmen schulen betriebliche Pflege-Coaches

Die in speziellen Kursen ausgebildeten Experten helfen Angehörigen, ihren Beruf und die Pflege im Alltag zu vereinbaren.

In Zeiten von demografischem Wandel und Fachkräftemangel wird es immer wichtiger, Beschäftigte im Betrieb zu halten. Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf finden immer mehr Beachtung und tragen entscheidend dazu bei, Fachkräfte an das Unternehmen zu binden. Hierzu gehören auch Angebote für Beschäftigte, die sich gleichzeitig zu ihrem Beruf um kranke Familienmitglieder kümmern. In diesem Zusammenhang macht das Kompetenzzentrum „Frau und Beruf Düsseldorf und Kreis Mettmann“ heimischen Unternehmen mit neuem Kursangebot fit für die Zukunft: Es bildet so genannte betriebliche Pflege-Coaches aus.

„Wer Fachkräfte in seinem Betrieb halten möchte, der will auch etwas für sie tun“, sagt Leonora Fricker vom Kompetenzzentrum. So steigt auch die Nachfrage nach Angeboten, die Mitarbeitern die Chance bieten, sich neben ihrem Beruf um pflegebedürftige Angehörige zu kümmern. Ein drängendes Thema für Unternehmen. Nicht nur steigt der Altersdurchschnitt in den Unternehmen: Arbeitnehmer versuchen verstärkt, private Aspekte mit der Erwerbstätigkeit zu verbinden. Meist sind es immer noch die Frauen, die versuchen, Beruf und Pflege zu verbinden. Auf eine pflegesensible Unternehmenskultur zu setzen, hat für Arbeitgeber deshalb gute Gründe. Sie vermindert Ausfallzeiten der weiblichen Fachkräfte, stärkt die Mitarbeiterbindung und das Unternehmen tritt als attraktiver Arbeitgeber hervor.

„Alles ist besser als nichts zu tun“, sagt Fricker. Viele Firmen haben dies bereits erkannt und setzen auf niedrigschwellige Angebote, so zum Beispiel die Mecu Metallhalbzeug GmbH & Co. KG in Velbert. „Ein Mitarbeiter von uns ist an einem Wochenende an einem Herzinfarkt verstorben, weil der Stress zu groß war. Wir haben dann gesagt, dass das Thema tatsächlich präsent ist und wir etwas tun müssen“, erinnert die Geschäftsführerin Sabine Lindner-Möller.

Seither bietet das Unternehmen im Nordkreis seinen Mitarbeitern Entspannungsräume, Informationen zum Pflege-Thema und einen Ansprechpartner an. Dies empfiehlt auch das Kompetenzzentrum Frau und Beruf Düsseldorf Kreis Mettmann.

(arue)