Langenfeld Monheim Tipps fürs Wochenende

Familie und Freizeit : Das läuft am Wochenende

Karneval, Kunst, Kino – in Langenfeld und Monheim lässt sich in den nächsten Tagen einiges erleben.

LANGENFELD Die fünfte Jahreszeit hat begonnen, und am ersten Sessionswochenende steht in Langenfeld traditionell die Prinzenproklamation an. „Wieder außer Rand und Band, Langenfeld in Narrenhand“ – unter diesem Motto geht es am Freitag in der Stadthalle, Hauptstraße 129, um 19.30 Uhr los. Mit dabei sind unter anderen das Traditionscorps „Jan von Werth“,die Coverband „ZACK“,  das Comedyduo „Willi & Ernst“, die jungen Wilden, Lupo, Martin Schopps, das Tanzcorps „Fidele Sandhasen“, die Top-Band „Räuber“ sowie die Jugendtanzcorps „Echte Fründe“ und „Rheinsternchen“. Verabschiedet werden Prinz Dennis I. und Prinzessin Natascha I., proklamiert werden Tino I. und Sebastian I.

In den Behinderten-Werkstätten (WFB) Lise-Meitner-Straße 13 findet am Samstag ein Handwerkermarkt statt. Von 11 bis 17 Uhr können die Besucher zum Beispiel Glasbläser in Aktion erleben und Spinnerinnen zuschauen. Selbstgemachte Liköre und Plätzchen, Handarbeiten aus Wolle und Stoff und viele andere kunsthandwerkliche Dinge wie Schmuck oder Grußkarten werden angeboten. Dazu gibt es Kaffee, Kuchen und Crêpes oder Räuberpfanne, Würstchen und Getränken. Für die musikalische Unterhaltung sorgen die Gruppe „Friday“, die integrative Band der Musikschule Langenfeld, und der Lakiju-Chor. Der Langenfelder Kinder- und Jugendchor singt zum ersten Mal beim Handwerkermarkt (ca. 13.30 Uhr). Am Stand der WFB-Werkstätten gibt es Eigenprodukte aus Holz wie Vogelhäuser oder Nistkästen, dazu Stoffarbeiten, Schlüsselanhänger aus Filz und vieles mehr.

Esther Kim dirigiert in St. Josef „The Armed Man“ von Jenkins. Foto: RP/Gemeinde

Karl Jenkins’ Friedensmesse „The Armed Man“ erklingt am Wochenende zweimal in St. Josef, Solinger Straße 17. Das zweite Konzert wurde in die katholische City-Kirche verlegt, da es wegen eines Bauschadens nicht in der evangelischen Erlöserkirche stattfinden kann. Beginn am Samstag ist um 19.30 Uhr, am Sonntag um 17 Uhr. Der Eintritt kostet 15 Euro. Vorverkauf im Pfarrbüro St. Josef, Solinger Straße 17, und bei den Chormitgliedern. „The Armed Man – A Mass for Peace“ zählt zu den am meisten aufgeführten zeitgenössischen Kompositionen und wurde in den USA und Europa bereits mehr als 1500 Mal aufgeführt. Anrührende Worte und Musik tragen zur ergreifenden Darstellung des Hineingeratens in den Krieg und seiner schrecklichen Folgen bei. Jenkins’ Absicht war es, im Rahmen einer lateinischen Messe ein interreligiöses Werk zu schaffen. Bei der Aufführung in St. Josef wird dies noch durch Videosequenzen verdeutlicht. Nahezu 100 Sänger der evangelischen Kantorei der Erlöserkirche sowie des Kirchenchores an St. Josef und dem Chor Laudate an Christus König (beide katholisch) haben sich für die beiden Konzerte zusammengetan. Unterstützt werden sie von zwei Solisten und Mitgliedern der Bergischen Symphoniker. Die Leitung haben Matthias Krella und Esther Kim.

Im Schaustall, Winkelsweg 38, steigt am Samstag der dritte Langenfelder Poetry-Slam. Ab 20 Uhr heißt es „Ring frei“ für Texte und Performances der unterschiedlichsten Wortakrobaten. Jeder Vortragende hat fünf Minuten des Ruhms auf der Bühne, um sein Werk darzubieten. Dabei ist es egal, ob es sich um gefühlige Liebeslyrik, wütendes Textwerk oder comedynahen Spaß handelt. Nach genau 300 Sekunden ist Schluss, und das Publikum bewertet die dargebotene Kunst auf einer Skala von 1 bis 10. Angekündigt haben sich unter anderen die Wortkünstler Andy Strauß, Yannick Steinkellner, Eric Jansen, Tabea Farnbacher und Kim Catrin. Moderator ist Jan Schmidt. Der Eintritt kostet 12 und 14 Euro (VVK/AK). Vorverkauf unter schauplatz.de.

Anka Zink gastiert im Bürgerhaus Baumberg. Foto: RP/Veranstalter

Entdecker- und Abenteuergeschichten über den dramatischen Wettlauf zwischen Amundsen und Scott zum Südpol zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind am Samstag, 19.30 Uhr, im Langenfelder „Freiraum Für Dich“, Bogenstraße 19, zu hören. „Gesucht werden Männer für eine gefährliche Reise. Niedriger Lohn. Eisige Kälte. Viele Monate totaler Dunkelheit. Ständige Gefahr. Rückkehr nicht garantiert. Bei Erfolg warten Ruhm und Anerkennung“ (New York Times 1914). So oder so ähnlich lauteten Zeitungsanzeigen zu einer Zeit, als Reisen noch Abenteuer waren. Auf diese Annonce, mit der Ernest Shackleton für eine seiner Expeditionen um Seeleute warb, meldeten sich für die 25 freien Plätze an Bord über 5000 Interessenten. Drei Jahre zuvor fand eine der denkwürdigsten Entdeckungsreisen der modernen Polarforschung statt. Nahezu zeitgleich brachen die britische Expedition um den Forscher Robert Falcon Scott und der Norweger Roald Amundsen mit seiner Mannschaft zu einem gefährlichen Abenteuer mit ungewissem Ausgang auf: Der Eroberung des Südpols. Die Tagebucheintragungen Scotts sind und bleiben nicht nur ein fesselndes Zeitdokument, sondern zeigen auch, zu welcher Ausdauer, Beharrlichkeit und Leidensfähigkeit Menschen in Extremsituationen fähig sind. Josef Schoenen liest, spielt und begleitet das Programm mit eigenen Kompositionen auf der Gitarre zwischen Jazz, Funk, Klassik und Chanson. Er ist als professioneller Sprecher und Musiker tätig und tourt mit seinen musikalisch inszenierten Lesungen unter dem Titel „Spielfilm für’s Ohr“ durch die Region. Der Eintritt kostet 10 Euro. Kartenreservierung unter Telefon 02173 919994.

Im Seniorenprogramm des Langenfelder Rex, Hauptstraße 122, läuft am Sonntag, 14.30 Uhr, die Tragikomödie Das zweite Leben des Monsieur Alain. Eintritt: 5,50 Euro. Alain (Fabrice Luchini) ist ein Geschäftsmann, wie er im Buche steht: Stets beschäftigt, immer im Stress, arbeiten bis zur Erschöpfung und für Familie und Freunde ist kaum bis gar keine Zeit. Kleinere Schwäche- oder Ohnmachtsanfälle ignoriert Alain gekonnt – erst ein Schlaganfall holt den Manager eines Automobilkonzerns wieder auf den Boden der Tatsachen, da er sich danach in seinem Leben wieder komplett neu orientieren muss. Als Folge des Anfalls hat er nun mit Sprach- und Gedächtnisstörungen zu kämpfen, weshalb ihn die Logopädin Jeanne (Leïla Bekhti) fortan zur Seite steht. Mit ihr lernt der nun als behindert eingestufte Alain wieder das Sprechen und trainiert sein Gedächtnis. Dennoch feuert ihn die Chefetage seiner Firma, und der Geschäftsmann hat keine Chance mehr darauf, seinem geliebten Beruf wieder nachgehen zu können. Daher nimmt er den Vorschlag seiner Tochter Julia (Rebecca Marder) an, mit ihr zusammen den Jakobsweg abzulaufen.

Glasbläser zeigen in den WFB-Werkstätten ihr Können. Foto: RP/WFB

Mit dem Werk von Udo Dziersk zeigt der Kunstverein Langenfeld eine spannende Position zeitgenössischer Malerei. Die Vernissage ist am Sonntag, 16 Uhr, im Kunstraum des Kulturzentrums, Hauptstraße 135. Als jüngster Professor nahm der in Wuppertal lebende Künstler im Jahr 2002 seine Lehrtätigkeit an der Kunstakademie Düsseldorf auf. Darüber hinaus lehrt der Lüpertz-Meisterschüler an der Academy of Fine Arts in Xi’an, China. Unterschiedlichste kulturelle Einflüsse begegnen sich denn auch in seinen Bildern. Objekte, Symbole, Paradoxien, in reale oder surreal anmutende Landschaften gesetzt, verweben sich zu Kompositionen, in denen jede Eindeutigkeit fehlt. Dafür wird aber eine unterschwellige Spannung erzeugt, die sich gegenüber der scheinbaren Harmonie durchsetzt und nachhaltig wirkt. Die Langenfelder Schau mit rund 20 Arbeitenden von Udo Dziersk ist betitelt mit „Landschaft der Kommunikation“. Bis 17. Januar dienstags, freitags und samstags, 10 bis 13 Uhr, donnerstags, 15 bis 20 Uhr, und sonntags, 15 bis 18 Uhr.

Die Gruppe Kölsch Katholisch gastiert am Sonntag, 17 Uhr, in St. Martin in Richrath, Kaiserstraße. Auf Einladung der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) St. Josef und Martin will die Truppe mit ihrem neuen Programm „En unserm Veedel“ begeistern.  Das Publikum ist eingeladen mitzusingen. Biblische und zeitgenössische Texte verknüpft die Gruppe unter Frontmann Pfarrer Harald Josephs aus der Diözese Aachen mit bekannten Liedern der Bläck Föös, Höhner, von Brings und anderen kölschen Bands. Der Eintritt ist frei, Spenden für einen wohltätigen Zweck in Langenfeld sind willkommen.

„Ring frei“ für die Wortakrobaten: Am Samstag, 20 Uhr, startet im Schaustall der 3. Langenfelder Poetry-Slam. Foto: RP/Veranstalter

MONHEIM Haben Sie auch so viele Talente, die Sie der Welt zeigen könnten, wenn die Welt dann mal endlich zu Ihnen hingucken würde? Am Freitag, 20 Uhr, kündigt Anka Zink im Bürgerhaus Baumberg, Humboldtstraße 8, das Ende der Bescheidenheit an. Im Zeitalter der Selbstoptimierung verweigert sich Anka Zink quoten-affinen Verhaltensmustern und bezieht – ganz nach dem Motto: Eine muss den Job ja machen – unartige Standpunkte in voller Lebensgröße. Bekannt aus TV-Sendungen wie „Sieben Tage sieben Köpfe“ oder „Das perfekte Promi-Dinner“, zieht die studierte Soziologin seit 1991 mit ihren Kabarett-Programmen durch Deutschland. In einer Zeit, in der Markttauglichkeits-Hochbegabung die Königsdisziplin ist und „Wer hat das gesagt?“ wichtiger ist als „Worum geht es eigentlich?“, liefert Anka Zink eine pupen-neue Aufklärungs-Offensive. Überall locken Supermodels, Supertalents, Superfood, Superserien, Superschnäppchen, Super Bowl, Supervisoren, Superklima und Supersex. Alle sind super fit, super schön, super jung, super geil, super laut... zumindest auf ihren Selfies. Nur die Normalos sind weg – aus unserem Viertel, unserer WhatsApp-Gruppe und auf Instagram. Tickets gibt’s im Vorverkauf für 18 Euro unter www.monheimer-kulturwerke.de.

Am Samstag, 11 bis 17 Uhr, findet im Bürgerhaus Baumberg, Humboldtstraße 8, ein Kunsthandwerksmarkt statt. In angenehmer Atmosphäre präsentieren rund 40 Aussteller ihre ausschließlich in Handarbeit hergestellten Artikel. Es finden sich unter anderem Textilwaren, Keramik, Schmuck, Papierkunst und Deko aller Art. Hinzu kommt eine Tombola. Der Eintritt ist frei.

Kunst mit Musik und Snacks gibt es am Samstag und Sonntag bei der 25. MonArt im Monheimer Sojus 7. Foto: RP/Sojus 7

Im Sojus 7, Kapellenstraße 38, ist am Samstag, 15 bis 24 Uhr, und am Sonntag, 11 bis 18 Uhr, die 25. MonArt. 20 Künstler stellen ihre Arbeiten aus. Der Eintritt ist frei. Die junge Gruppe „MonArt – The Next Generation“ ist auch in diesem Jahr wieder dabei. Neben Malerei, Skulptur und individuellem Edelsteinschmuck gibt es Fotografien, Comic-Art und Theremin-Lightart zu bewundern und natürlich auch zu erwerben. Besonders interessant wird die Ausstellung durch die unterschiedlichen Stilrichtungen der Exponate. Ob Realismus, Abstraktion oder Pop-Art – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Neben der vielfältigen Kunst wird auch Live-Musik geboten. Am Samstag gegen 16 Uhr singt der A-cappella-Chor Contamos. Ab 20 Uhr spielen die Front Porch Alcoholics. Ole Cornetteau-Quartett, Can Wahn und Onno Calzone versprechen schnellen Surf-Rock und geradlinigen Rock’n’Roll. Am Sonntag spielt die Bratschistin Martha Spassova „Impressionen mit Bratsche“. Georg Wissel mit präpariertem Saxophon und Klarinette, Achim Tang mit Kontrabass und Simon Camatta an Schlagzeug und Percussion präsentieren im Anschluss als Formation The Wisseltangcamatta musikalische Improvisationen. Dazu gibt es Häppchen und Getränke.

Udo Dziersk stellt im Kunstverein Langenfeld aus. Foto: Helga Bittner

Im Monheimer Herbstkino läuft am Sonntag, 17 Uhr, „Shaun das Schaf – Ufo-Alarm“. Karten für die Aula am Berliner Ring kosten 5 und 7 Euro (VVK/AK). Vorverkauf unter www.monheimer-kulturwerke.de.

(gut)