1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Langenfeld/Monheim So hat Corona das Stadtleben verändert

Corona-Entwicklung : So hat Corona das Stadtleben verändert

Seit dem ersten Coronavirus-Fall in Deutschland vor genau einem halben Jahr hat die Pandemie den Alltag auch in Langenfeld und Monheim einschneidend verändert. Ein Rückblick.

Mit den seit Ende 2019 aus China zu sehenden Bildern schien das neuartige Coronavirus noch weit weg zu sein. Mit der ersten  auf deutschem Boden nachgewiesenen Infektion am 28. Januar rückt die Pandemie zunehmend ins Bewusstsein. „Kliniken sind gerüstet“, lautet am 30. Januar die Überschrift in unserer Lokalausgabe. Für das Langenfelder Krankenhaus St. Martinus berichtet die Hygiene-Beauftragte Dr. Edith Fischnaller, dass die aufgrund der Grippewelle ohnehin schon verstärkten Vorkehrungen mit Blick auf das Coronavirus weiter  verschärft würden.

MÄRZ Strenge Besuchsregeln in Seniorenheimen. Sabine Gass (r.) unterhält ältere Bewohner im Garten des CBT-Hauses in Langenfeld. Foto: Matzerath, Ralph (rm)/Matzerath, Ralph (rm-)

Im Straßenkarneval beider Städte im Februar ist Corona gar kein Thema – eher der Sturm, der den Berghausener Veedelszoch um einen Tag verschiebt. Ende des Monats gibt es im Kreis Mettmann erste Covid-19-Verdachtsfälle – die sich in Labortests laut Kreisgesundheitsamtschef Dr. Rudolf Lange aber noch nicht bestätigen.

APRIL In Monheim bereitet Buchhändlerin Linda Rossbach nach wochenlanger Zwangspause die Wiedereröffnung ihres Ladens vor. Foto: Matzerath, Ralph (rm)/Matzerath, Ralph (rm-)

Erste Infektion Eine Erkratherin ist Anfang März der erste bestätigte Corona-Fall im Kreisgebiet. Am 11. März wird bei einem Langenfelder Paar eine Ansteckung mit dem Virus nachgewiesen. Die Absage von großen Messen in Düsseldorf trifft bereits heimische Hotels, in denen Buchungen storniert werden.  In Langenfeld und Monheim fallen corona-bedingt erst Trödelmärkte aus, dann wird das für die Osterferien vorgesehene Langenfelder Stadtfest abgesagt. Dass in den kommenden Monaten auch sämtliche Schützenfeste und Großveranstaltungen ausfallen, deutet sich im März bereits an.

MAI Schulunterricht per Video: Charlotte von der Langenfelder Erich-Kästner-Schule spricht mit ihrer Lehrerin Lena Morgenschweis. Foto: Matzerath, Ralph (rm)/Matzerath, Ralph (rm-)

Die ersten Toten Der erste tägliche Corona-Ticker unserer Redaktion meldet für den 15. März sechs Infizierte in Langenfeld und vier in Monheim. In Seniorenheimen gelten mittlerweile strenge Besuchsregeln. Der Busbetrieb wird eingeschränkt, der autonome Bus in Monheim für zwei Monate ganz gestoppt. Der erste Corona-Tote im Kreisgebiet ist am 20. März ein 84-jähriger Haaner. Eine 78-jährige Langenfelderin und ein 82-jähriger Monheimer sind am ersten Aprilwochenende die ersten Corona-Toten im Kreissüden.

JUNI Kindertagesstätten öffnen wieder. Wie bei der Don-Bosco-Kita in Monheim werden Kinder spielerisch an die Corona-Regeln gewöhnt. Foto: Matzerath, Ralph (rm)/Matzerath, Ralph (rm-)

Schließungen Läden, Gaststätten, Kultureinrichtungen und Betriebe schließen über Wochen, Monate oder sind gar immer noch zu. Viele Unternehmen stellen auf Kurzarbeit und Home-Office um, manche Firmen und ganze Branchen geraten trotz Krediten und Zuschüssen in Existenznot. Auch Schulen und Kindertagesstätten können lange nicht mehr besucht werden. Schulunterricht per Video klappt unterschiedlich gut. Ordnungsbehörden überwachen die immer wieder sich ändernden Coronaschutz-Bestimmungen. Strenges Kontakt- und Abstandsgebot gilt auf den fast menschenleeren Straßen zwischen geschlossenen Geschäften während das Shutdowns im Frühjahr. Wie anderswo gibt es in heimischen Lebensmittel- und Drogeriemärkten wegen Hamsterkäufen für viele Kunden wochenlang kein Klopapier.

JULI Die Gastronomie ist von Zwangspause und Einschränkungen besonders betroffen. Bild: Markus Preikschat vom Spielmann in Monheim. Foto: Matzerath, Ralph (rm)/Matzerath, Ralph (rm-)

Lockerung Zum 20. April dürfen die meisten  Läden wieder öffnen – unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln. Letzteres gilt auch für weiterführende  Schulen, in denen  Abschlussklassen nach dem Shutdown wieder unterrichtet werden. Anfang Mai folgen die Grundschulen. Zu diesem Zeitpunkt liegt die Zahl der Corona-Toten  im Kreisgebiet  bei 62; laut Gesundheitsamt fast ausnahmslos ältere Menschen, zumeist mit Vorerkrankungen.

Alltagsmasken  Ein halbes Jahr nach dem ersten Corona-Fall in Deutschland müssen Kunden in Läden, auf dem Wochenmarkt, in Bussen und Bahnen sowie in Lokalen beim Kommen und Gehen Alltagsmasken tragen. Trotz rückläufiger Zahlen werden sich diese und weitere Corona-Bestimmungen mit Blick auf die zweite Welle vorerst auch nicht ändern.