1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Langenfeld/Monheim: Schulen bereiten Unterrichtsbetrieb vor

Ab Donnerstag : Schulen bereiten Unterrichtsbetrieb vor

Am Donnerstag kommen erstmals seit der corona-bedingten Schließung am 16. März wieder Schüler in die Gebäude – zunächst nur Mädchen und Jungen der Abschlussklassen.

Für 110 von 850 Jugendlichen der Langenfelder Prismaschule beginnt am Donnerstag der Unterricht nach der corona-bedingten Schließung am 16. März. Kein leichtes Unterfangen, aber zu schaffen, sagt der Leiter der städtischen Gesamtschule, Raoul Schlösser. Ähnlich äußert sich der Kollege des Konrad-Adenauer-Gymnasiums, Dr. Stephan Wippermann-Janda: „Ich glaube, dass in der Schule mehr Vernunft herrschen wird  als auf der Straße.“

Nach dem Erlass der NRW-Landesregierung kommen in die Schulgebäude zunächst nur  Mädchen und Jungen der Abschluss-Klassen zurück. Die übrigen Schüler werden auf unbestimmte Zeit weiterhin zu Hause unterrichtet. In Langenfeld besteht nach Angaben des städtischen Referatsleiters Carsten Lüdorf nunmehr Schulpflicht für knapp 350 Zehntklässler der Prisma- und der Bettine-von-Arnim-Gesamtschule sowie der Kopernikus-Realschule. „Die mehr als als 200 angehenden Abiturienten des Konrad-Adenauer-Gymnasiums (KAG) und der Bettine-von-Arnim-Gesamtschule können das Angebot der Prüfungsvorbereitungen ab Donnerstag freiwillig annehmen.“

  • An den weiterführenden Schulen in Rees
    Schulstart in Rees : Fiebertests am Eingang der Schule
  • Symbolbild
    Coronavirus : Jetzt 49 Corona-Tote im Kreis Mettmann
  • Chemie ist eigentlich was für alle
    Corona-Krise : Lanxess verhilft Schülern zum digitalen Chemieregal

Für die Schüler bedeutet der Wiedereinstieg ins reale Lernen: geduldig sein, nicht drängeln, an Türeingängen warten, Einbahnstraßen-Reglungen in den Gebäuden nutzen, Hände lange und gründlich genug waschen und desinfizieren, dem Nachbarn nicht auf die Pelle rücken, sondern mindestens 1,50 Meter Abstand halten, und auf die Pausen unter freiem Himmel verzichten. Mund- und Nasenschutzmasken sind in beiden Schulen empfohlen, aber keine Pflicht.

In Monheim werden laut Schulbereichsleiter Peter Heimann insgesamt etwa 290 Zehntklässler der Peter-Ustinov- und der Rosa-Parks-Gesamtschule erwartet sowie zusammen 240 angehende Abiturienten des Otto-Hahn-Gymnasiums und der Peter-Ustinov-Gesamtschule (PUG).

„Wir sind für die Wiedereröffnung und die vorgeschriebenen Corona-Bestimmungen gut vorbereitet“, versicherte PUG-Schulleiter Ralf Sänger. „Alle Klassenräume haben Waschbecken mit Seife. Und die beiden Schuljahrgänge werden jeweils in einem eigenen Trakt unterrichtet. Mit einem Einbahnstraßensystem werden sich die Jugendlichen auf den Fluren nicht begegnen, so dass auch beim Kommen und Gehen  der vorgeschriebene Mindestabstand gewährleistet ist.“ Für die 10. Jahrgangsstufe beschränke sich der Unterricht vorerst auf die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik.

Jeder Schulraum sei wegen des Abstands nur zur Hälfte gefüllt, fährt Sänger fort. „Unterrichtet wird in zwei Doppelblöcken a 65 Minuten.“ Wenn die erste Schülergruppe um 10.30 Uhr den Raum verlassen hat, dann nimmt die folgende Gruppe auf nicht benutzten Stühlen Platz, auch an anderen Tischen. „Wir raten zum Tragen eines Mundschutzes während der Unterrichtszeiten, können aber leider seitens der Schule keine Masken bereitstellen.

Am KAG in Langenfeld werden am Donnerstag rund 100 angehende Abiturienten erwartet. Anders als Zehntklässler können sie frei entscheiden, ob sie die Unterstützungskurse vor dem Abitur in der Schule besuchen wollen. „Zwei Drittel nehmen das Angebot wahr“, sagt Wippermann-Janda. Auf die Noten habe die Anwesenheit keinen Einfluss. Je nach Größe der Räume werden acht bis zwölf Jungen und Mädchen mit Abstand zusammen sitzen.

Der Weg ins Klassenzimmer ist in der Langenfelder Prismaschule genau vorgezeichnet. „Ein bisschen wie im Baumarkt“, sagt Schlösser. Genutzt wird in der Gesamtschule der Eingang vom Comeniusweg aus. Ab morgens 8 Uhr bis 8.30 Uhr kommen die Schüler zweitversetzt in Gruppen mit maximal 15 an und werden einzeln über mäandernde gekennzeichnete Wege durch die Pausenhalle erst einmal zum Handwaschbecken geleitet. Dann geht es in die vier Klassenräume auf mehreren Etagen. Allerdings: Vor Betreten muss jeder noch einmal die Hände am Eingang desinfizieren. Jeder einzelne hat seinen festen Sitzplatz mit Namensschildchen, so dass man nachvollziehen kann, wer wann in der Schule war. Über ein anderes Treppenhaus geht es später wieder hinaus. „Wir wollen möglichst wenig Begegnungsverkehr haben“, sagt Schlösser.

Nach Schulschluss werden alle Räume gründlich gereinigt und desinfiziert ebenso wie Waschbecken, Türklinken und Handläufe - einfach alle Kontaktflächen“, erklärt Schlösser. „Mit einem Jahrgang klappt das alles noch ganz easy“, ist der Gesamtschulleiter überzeugt, „doch wenn im Mai die anderen folgen und die doppelte Schülerzahl hier ist, wird es komplizierter.“ Dann müssen beispielsweise doppelt belegte Räume zwischendurch gereinigt werden. Sorgen machen dem Schulleiter auch die Türdurchgänge. „Ein Nadelöhr. Ich hoffe, dass alle Ruhe bewahren.“ Er als Schulleiter tut es auf jeden Fall. „Ich muss in diesen Zeiten Zuversicht und positives Denken spiegeln“, sagt er. Und das, obwohl auf sein engagiertes Team in den kommenden Monaten einiges zukommt: „Wir haben drei Baustellen parallel: den Schulstart, die Notbetreuung und die Fortsetzung des Homeschoolings.“

16 der 75 Lehrkräfte der Prismaschule fallen in die Risikogruppe ab 60 Jahre und bleiben zu Hause. Im KAG kommen die, die es sich aufgrund ihrer privaten Umstände leisten können, trotzdem zur Schule. „Das ist jedem frei gestellt“, sagt Wippermann-Janda. Er selbst gehört ebenfalls in die Risiko-Gruppe. „Ich werde auf jeden Fall anwesend sein, aber nicht im Präsenzunterricht. Ich habe Angehörige, die ich pflege und nicht anstecken will“, berichtet er. Seinen Leistungskurs betreut er digital.

Vier Kinder sind derzeit in der Notbetreuung der Prismaschule. Das heißt, ihre Eltern arbeiten in so genannten systemrelevanten Berufen wie Ärzte, Pfleger, Feuerwehr. Es sind Kinder der Klassen fünf und sechs, die laut Lehrerin Kathrin Prinz ihre Sache ganz prima machen. Sowohl Lehrerin als auch Schüler tragen Masken. „Das macht die Kommunikation ein bisschen schwerer“, sagt Prinz. „Wir müssen immer alle schreien.“