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Langenfeld/Monheim: Mit NextTicket 2.0 wird Preis für Bahnfahrt nach Luftlinie berechnet

Öffentlicher Nahverkehr : Ticketpreis richtet sich nach Entfernung

NextTicket 2.0 soll den ÖPNV im VRR-Bereich einfacher und gerechter machen. Die Testphase ist gestartet. Beim Einsteigen in Bus oder Bahn checken die Fahrgäste über eine App ein, beim Aussteigen wieder aus. Sie müssen also nicht mehr überlegen und vergleichen, welches Ticket man für eine Strecke benötigt.

„Alles Easy!“ Mit diesem Slogan bewerben die Rheinbahn, die Stadtwerke Neuss und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) die Testphase für ihr neues Kooperationsprojekt, das nextTicket 2.0. Jetzt können die Bürger über ihr Smartphone diese neue Ticket-Variante im VRR nutzen. Ziel ist es, den Zugang zum Öffentlichen Personennahverkehr zu erleichtern und gerechter zu gestalten. Gerechter deshalb, weil der Preis für die zurückgelegte Strecke nach Luftlinienkilometern berechnet und nur die tatsächlich in Anspruch genommene Leistung bezahlt wird.

Beim Einsteigen in Bus oder Bahn checken die Fahrgäste über eine App ein, beim Aussteigen wieder aus. Sie müssen also nicht mehr überlegen und vergleichen, welches Ticket man für eine Strecke benötigt. Vorerst handelt es sich bei dem nextTicket 2.0 um eine einjährige Testphase, die aber verlängert werden kann. Maximal 15.000 Nutzer können an dem Projekt teilnehmen. Dazu ist die nextTicket-App nötig, die kostenfrei in den Appstores heruntergeladen werden kann. Zudem muss man sich registrieren auf der Seite www.nextticket.de und Zahlungsdaten hinterlegen. Mit diesen loggt man sich in der App ein – von da an ist jeweils nur noch Ein- und Auschecken nötig.

Die Stadtchefs der Schwerpunktregion Düsseldorf und Neuss loben das Projekt. „Wir brauchen solche innovativen Ansätze, um den ÖPNV zu stärken“, sagt Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel: „Die Mobilitätswende wird nur gelingen, wenn es eine vereinfachte Tarifstruktur gibt und Busse und Bahnen generell preiswerter werden.“ Der Neusser Bürgermeister Reiner Breuer ergänzt: „Das ist eine kleine Revolution. Wir machen den ÖPNV durch digitale Innovation nutzerfreundlicher und damit attraktiver.“

In erster Linie profitieren die Gelegenheitsfahrer davon, also die Fahrgäste, die keine Monatskarte besitzen, sondern eine einzelne Fahrt zahlen oder ein Viererticket kaufen. Um zu gewährleisten, dass im Vergleich zu den bisher geltenden Preisen keine Benachteiligung entsteht, ist eine Preisbegrenzung eingebaut. Während der Fahrgast bei einer innerstädtischen Fahrt von drei Kilometer Luftlinie nur noch 2,18 Euro statt der klassischen 2,90 Euro zahlen muss, kostet eine innerstädtische Fahrt von sechs Kilometer Luftlinie nicht mehr als die 2,90 Euro, auch wenn nach der neuen Rechnung ein höherer Betrag fällig gewesen wäre. Regelmäßige Nutzer profitieren zudem von einem Stufen-Rabatt, der innerhalb eines 30-Tage-Zeitraumes gewährt wird. Ab der fünften Fahrt gibt es zehn Prozent Rabatt, ab der 20. Fahrt bereits 50 Prozent.

Eine Fahrt kostet pauschal 1,40 Euro, hinzu kommen Kosten von 26 Cent pro angebrochenem Kilometer Luftlinie. Dadurch ergeben sich andere Fahrpreise als die, die im klassischen VRR-Tarif gelten. Wer beispielsweise von der Neusser Haltestelle „Stadthalle Museum“ nach Düsseldorf zum „Graf-Adolf-Platz“ fahren möchte, der zahlt momentan für das Einzelticket der Preisstufe B sechs Euro. Mit der Berechnung der Luftlinie – in diesem Fall sieben Kilometer – ergibt sich ein Preis von nur 3,22 Euro (1,40 Euro plus 7 mal 0,26 Euro). Der Fahrgast spart also pro Fahrt 2,78 Euro. „Es wird keinen Grund mehr geben, von Neuss mit dem Auto nach Düsseldorf zu fahren“, sagt Stephan Lommetz, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Stadtwerke Neuss.