Langenfeld/Monheim:Mehr Geld für kirchliche Büchereien in NRW

Kirchliche Bibliotheken : Mehr Geld für kirchliche Büchereien

Land steckt zwei Millionen Euro in die Modernisierung von Medien. Wichtig bei der kulturellen Versorgung.

Fünf katholische Büchereien gibt es in Langenfeld, zwei in Monheim. Sie können sich jetzt um Geld vom Land NRW bewerben. Denn das Ministerium für Kultur und Wissenschaft will die Arbeit der ehrenamtlich betriebenen Büchereien in kirchlicher Trägerschaft unterstützen. Deswegen hat es bereits 2018 ein dreijähriges Förderprogramm in Höhe von insgesamt 1,5 Millionen Euro aufgelegt. Jetzt wird dieses Budget um 500.000 Euro erhöht.

Bisher wurden bereits 619 Anträge zur Aktualisierung von Medienbeständen von rund 450 der mehr als 1200 kirchlichen Büchereien in NRW bewilligt. „Die Resonanz auf das Programm zeigt den großen Förderbedarf bei den kirchlichen Büchereien“, erklärt Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen. Deswegen würden mit einer weiteren Förderrunde nun noch mehr Einrichtungen in die Lage versetzt, „ihre Bestände zu modernisieren und so ihre wichtige Rolle bei der kulturellen Grundversorgung besser wahrzunehmen“. Ziel sei es, die kirchliche Büchereiarbeit im Land großflächig zu stärken und zugleich das ehrenamtliche Engagement der zahlreichen Mitarbeiter zu würdigen. Denn vor allem dank ihres Einsatzes könnten kirchliche Büchereien einem breiten Publikum wohnortnah und niedrigschwellig Zugang zu Literatur ermöglichen.

In den kirchlichen Büchereien freuen sich die Macher über das Geld, das sie gut gebrauchen können. Gisela Bertram arbeitet seit den 90er Jahren ehrenamtlich in der Ausleihe in Sankt Dionysius in Monheim. „Wir sind eine kleine Bücherei mit etwa 4000 Medien und 18 ehrenamtlichen Helfern. Unsere Belletristikabteilung ist ganz aktuell. Wir haben 15 Zeitschriftenabos, davon drei für Kinder.“ Am meisten genutzt werde die Katholische öffentliche Bücherei (KÖB) von Kindern im Grundschulalter. Kein Zufall: „Wir bieten schon seit 1992 regelmäßig Vorlesestunden für Kita- oder Grundschulkinder an, die gut ankommen und immer mit einer Buchausleihe enden.“ Außerdem gibt es Autorenlesungen für Erwachsene und Puppenspiel für Kinder.

„Die Finanzierung ist zweigeteilt, sagt Bertram: „Der größte Teil kommt von der katholischen Gemeinde. Es gibt aber auch Geld vom Bistum und von der kirchlichen Büchereifachstelle.“ Das Geld vom Land hat die KÖB St. Dionysius bereits zweimal in Anspruch genommen: Für 1000 Euro wurden Themen-Kisten für Kinder und Jugendliche angeschafft – mit Märchen, Vorlesebüchern, solchen zum Thema Zirkus. Beim zweiten Mal seien für 1000 Euro unsere völlig zerlesenen „Asterix“- und „Tim und Struppi“-Bände erneuert und die bei Grundschulkindern sehr gefragten Tonies (Hörbücher) bestellt worden.

Zwei evangelische und fünf katholische Büchereifachstellen in NRW beraten und begleiten die Arbeit von mehr als 1200 kirchlichen Büchereien, die von rund 13.500 Ehrenamtlichen betrieben werden. Auch Helga Schwarze von der evangelischen Büchereifachstelle in Düsseldorf freut sich über das zusätzliche Geld: „Ein Viertel der 396 Kommunen in NRW wird ausschließlich durch kirchliche Büchereien mit Lektüre versorgt“, sagt die Fachstellenleiterin. „Wir kooperieren mit den katholischen und kommunalen Büchereien. Wo die anderen stark vertreten sind, etwa in Langenfeld und Monheim, bleiben die evangelischen Büchereien weg – und umgekehrt.“ Schließlich geht es allen darum, einen wesentlichen Beitrag zur Lese- und Sprachförderung sowie für die kulturelle Bildung zu leisten:

Das Förderprogramm des Landes zielt darauf ab, die Medienangebote der Büchereien zu erweitern und zu modernisieren. Insofern hat die KÖB in Monheim alles richtig gemacht. Für die nun zusätzlich in 2021 zur Verfügung stehenden 500.000 Euro können die kirchlichen Büchereien in Nordrhein-Westfalen bis Ende November 2020 erneut über die kirchlichen Büchereifachstellen Anträge stellen.