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Langenfeld Monheim Malteser helfen beim Einkauf

Langenfeld/Monheim : Malteser helfen Senioren beim Einkauf

Zweimal in der Woche bieten die ehrenamtlichen Helfer eine Shopping-Tour mit Kaffeetrinken an.

Christel (88) steuert erst einmal den Kiosk an, wählt eine Fernsehzeitschrift, zahlt und kehrt zu ihrem Einkaufswagen zurück. Christel ist eine von vier Frauen, die mit dem „Mobilen Einkaufswagen“ des Malteser Hilfsdienstes zum Baumberger Edeka-Markt gekommen sind, um ihre Einkäufe zu erledigen. Seit acht Monaten bieten die Langenfelder Malteser für Menschen, die aus gesundheitlichen oder Alters-Gründen nicht mehr selbst auf Shopping-Tour gehen können, diesen Service an. Gratis. Für Langenfelder und Monheimer.

Christel lebt in Langenfeld und macht gern Gebrauch von dem Angebot. Sie ist zwar noch fit, „halbwegs gut zufuß“, wie sie sagt, aber das Einkaufen ist für sie beschwerlich. In der Zeitung hat sie das Angebot entdeckt und gedacht, „anrufen kannst du ja mal.“ Jetzt gehört die Shopping-Tour zu ihrem Alltag. Im Supermarkt steuert sie als nächstes die Kuchen- und Brottheke an, packt ein Roggenbrot ein und schiebt anschließend ihr Leergut in den Pfandautomaten. Ein Kilo Nektarinen – „für die Woche“ – wiegt sie aus, packt es in die Kunststoff-Box, die in ihrem Einkaufswagen liegt. Einen Einkaufszettel benötigt sie nicht.

„Die Kunststoff-Boxen haben wir eigens für die Einkaufstouren angeschafft“, sagt Fahrer Michael Dünnebeil, der gemeinsam mit seiner Frau Monika die Gruppe betreut. Denn die beiden ehrenamtlichen Begleiter sammeln nicht nur die Frauen ein, begleiten sie durch den Markt, sondern bringen auch die Einkäufe bis in die Wohnung. „Das geht mit diesen Einkaufskisten einfacher, als einzelne Taschen zu tragen“, sagt Dünnebeil. Er verstaut nach dem Einkauf die Kisten im Auto und trägt sie in die Wohnung. Seine Frau begleitet die Frauen zum Kaffeetrinken.

Die Mitfahrenden kennen sich mittlerweile untereinander, freuen sich auf das Zusammentreffen und tauschen Neuigkeiten und Tipps aus. Der Kaffee, der im Anschluss an den Einkauf vor der Heimreise regelmäßig gemeinschaftlich eingenommen wird, ist längst zum Highlight der Shopping-Tour geworden, berichten die Begleiter. Hundert  Touren haben die Malteser mit ihrem von der Glücksspirale gesponserten Bus bereits  gefahren haben.

„Wir haben noch Kapazitäten und könnten theoretisch 40 Menschen pro Woche zum Einkaufen fahren“, sagt Dietmar Servatius, Leiter des Besuchs- und Begleitdienstes der Malteser. Auch männliche Shopping-Fahrgäste sind willkommen, betont er. Die hätten sich bisher aus ungeklärten Gründen rar gemacht. Vier Menschen pro Tour können mitfahren, zwei Begleiter kümmern sich um sie. „Auf diese Weise kommen wir auch unserer Sorgfaltspflicht nach“, erläutert Werner Schneider, Koordinator des Mobilen Einkaufswagens.  Das Team ist inzwischen auf 14 Ehrenamtler angewachsen. „Wir erwarten noch zusätzliche Fahrer und würden, wenn die Nachfrage da ist, auch häufiger fahren“, sagt Schneider.

Langenfelds Erste Beigeordnete Marion Prell begrüßt das Angebot. „Das passt ins städtische Netzwerk-Konzept. Es geht nicht nur darum, den Menschen bei ihren Einkäufen zu helfen, sondern auch um Austausch.“ Und der scheint zu funktionieren. Einmal sei eine Fahrt ausgefallen. „Da haben  die Damen telefoniert, sich ins Taxi gesetzt und  auf einen Kaffee getroffen“, erzählt Monika Dünnebeil. Sie und ihr Mann sind zu den Maltesern gekommen, weil sie  drei demente Elternteile pflegen mussten. „Dann sind wir als Ehrenamtliche dabei geblieben“, so Monika Dünnebeil.

So wie Christel schätzen auch Ilse (89) und Mathilde (88) das Angebot. „Wir haben das Auto abgegeben“, sagt Mathilde. Nun erledigt sie die Einkäufe für sich und ihren Mann mit Hilfe der Malteser. „Manchmal gehe ich aber auch noch auf den Markt nach Langenfeld“, sagt sie.

Monika ist mit 73 Jahren die jüngste in der Runde. Sie hat gerade eine Fuß-OP hinter sich und kann nicht gut laufen. Deshalb ist sie sehr glücklich über die temporäre Hilfe, die das Malteser-Angebot ihr bietet.

Denn viele Angebote solcher Art gibt es in Langenfeld und Monheim nicht.  „Für Monheim ist mir nichts bekannt“, sagt Hans-Peter Anstatt vom Integrationsbüro. Und Langenfelds Awo-Büroleiterin winkt ab. „Wir haben unseren Versuch wieder aufgegeben, weil uns Personal fehlte und das Auto kaputt war“, sagt sie. Lediglich das Langenfelder CBT-Wohnhaus  organisiert regelmäßig Einkaufshilfen.