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Langenfeld/Monheim: Kreis Mettmann schult jetzt erste „Mobile Retter“

Premiere im Kreis Mettmann : Kreis schult jetzt „Mobile Retter“

Das Interesse an dem neuen Konzept „Mobile Retter“ ist im Kreis Mettmann groß: 200 Menschen haben sich bereits registrieren lassen.

Führungskräfte der Feuerwehren Monheim und Langenfeld sind mit gutem Beispiel vorangegangen. Gemeinsam mit Kollegen aus den anderen Städten des Kreises Mettmann sind sie in einer Klausurtagung zu so genannten „Mobilen Rettern“ geschult worden. Für dieses in der Region neu eingeführte Konzept haben sich bislang schon mehr als 200 Interessierte registrieren lassen, berichtet für die Kreisverwaltung deren Sprecherin Daniela Hitzemann. Nun starten die ersten Fortbildungskurse: Die Bildungsakademie für Gesundheits- und Sozialberufe des Kreises Mettmann bietet ab Anfang kommenden Jahres Trainings an. Interessierte können sich unter www.mobile-retter.org/trainingstermine anmelden und informieren. Wer einer Hilfsorganisation im Kreis Mettmann angehört, wird in geschlossenen Trainings geschult.

Das Konzept wurde im Januar 2019 von der CDU im Kreistag angeregt. „Die Idee, die dahinter steckt, ist einfach genial“, sagte damals CDU-Fraktionschef Klaus-Dieter Völker. „Es geht um schnelle Hilfe von nebenan.“ Geht ein Notruf bei der Kreisleitstelle ein, wird via GPS-Abfrage wird überprüft, ob sich mobile Retter in der Nähe des Notfallortes befinden. Diese werden anschließend durch die Leitstelle alarmiert. Nimmt ein „Mobiler Retter“ den Einsatz an, wird dieser durch die Navigation der App zum Notfallort geleitet. Der Ersthelfer kann so noch vor Eintreffen des Rettungsdienstes mit lebensrettenden Erste-Hilfe-Maßnahmen beginnen. Mittlerweile ist wissenschaftlich bewiesen, dass das die Überlebenschancen eines verunglückten oder erkrankten Menschen erhöht.

Nach der eingangs genannten Schulung der Feuerwehr-Führungskräfte soll es künftig ein flächendeckendes Netz an mobilen Rettern im Kreis Mettmann geben – Menschen aus der Nachbarschaft, die sich schulen lassen, um im Ernstfall wertvolle Erste Hilfe zu leisten.

Der Nutzerkreis der Smartphone-Anwendung „Mobile Retter“ besteht unter anderem aus Rettungsdienstpersonal, Ärzten, Feuerwehrleuten, Rettungsschwimmern, Arzthilfe- oder Pflegekräften – Menschen also, die vorqualifiziert sind. Das Mobile-Retter-Konzept ergänzt das bestehende System, ersetzt nicht den regulären Rettungsdienst. Rettungswagen und Notarzt rücken ebenfalls unverzüglich aus, betont Hitzemann. Ein mobiler Retter kann sich immer ausweisen.

Die App wurde im Kreis Gütersloh entwickelt, wird dort seit 2013 eingesetzt. Mehr als 740 mobile Retter kamen dort über 1700 Mal zum Einsatz. Die Eintreffzeit der mobilen Retter lag im Schnitt bei etwa fünf Minuten, im Mittel doppelt so schnell wie der Rettungsdienst. Die Gütersloher bewerten das Pilotprojekt als sehr erfolgreich. Bislang machen bundesweit 21 Landkreise und kreisfreie Städte mit (siehe Infobox).

(arue/mei)