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Langenfeld Monheim Jecke CD für den Kinder-Karneval

Stadtgespräch : Langenfelder nehmen jecke CD auf

Chris Koziel und Myriam Koudsi sind die „Großstadt-Engel“. Auf ihrem neuen Album ist auch das „Hühnerstall“-Lied mit der Oma. Den Chor bilden ihren eigenen Kinder, insgesamt zehn an der Zahl.

Da ist es wieder, das Lied, das kürzlich für einen mittelprächtigen Skandal gesorgt hat. „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ ist die jecke Nummer 11 auf der neuen CD der „Großstadt-Engel“ aus Langenfeld und Monheim. Doch keine Bange: Falls Chris und Myriam demnächst beim Seniorenkarneval mit ihrer Kindertruppe ausgerechnet diesen Song anstimmen, sollte das Publikum nicht gleich Fettgebäck und Krückstöcke nach ihnen werfen. Denn die „Großstadt-Engel“ singen nicht die „Umweltsau“-Version des WDR-Kinderchors, der deutschlandweit die Gemüter erhitzte, sondern das Original aus der „Mundorgel“.

„Jecke Kinderdisco“ heißt die CD, auf der insgesamt 21 Songs versammelt sind, von „Kinderschlangenese“ über „Bumsvallera“ und die „Twistrockpolka“ bis hin zu „Superhelden“ und „Heo Nana (Karneval am Rhein)“. „Wir lieben den Familienkarneval“, sagt Chris Koziel auf die Frage, warum ihre Truppe nach mehreren CD’s jetzt auch noch eine zum Fasteleer produziert hat. „Wir treffen uns immer mit Freunden und Familie zum Monheimer Rosenmontagsumzug. Alle sind verkleidet. Die Kinder toben und tanzen herum und sammeln Kamelle. Das hat bei uns Tradition und ist ein Highlight, auf das wir uns jedes Jahr wieder freuen“ . Und Myriam Koudsi ergänzt: „Ja, ich glaube es ist die Freude der Kinder an den Kostümen, am Ausgelassensein in diesem Meer von Feiernden von Gleichgesinnten und Gestimmten, dem kann man sich nicht entziehen, da geht einem einfach das Herz über vor Freude.“ Eben diese Stimmung und Freude lassen die Großstadt-Engel in ihrer „Jecken Kinderdisco“ aufleben. Dank eingängiger Texte und flotter Beats soll jeder schnell zum Mitsingen, -tanzen, -feiern finden. „Hüpfen, Klatschen, Stampfen, Mampfen – Jubeln, Schunkeln und Marschieren“, heißt es zum Beispiel in „Kinderkarneval“, dem ersten Lied auf der schweißtreibenden CD.

Kennengelernt haben sich Chris und Myriam vor rund 15 Jahren beim Background-Gesang in der Band „Paradies“ von Myriams Mann Haluk Koudsi. Beide Frauen haben schöne Stimmen. Und auch der Kinderchor klingt richtig kraftvoll und gut. Chris und Myriam wurden beste Freundinnen. Mittlerweile hat jede von ihnen fünf Kinder – und die sind fast alle auch auf ihren Alben im Chor zu hören. Selbst für partytaugliche Musik im Kinderzimmer zu sorgen, das beschlossen die beiden vor sechs Jahren. Bei all der Vielfalt ihrer Vorbilder wie Volker Rosin, Rolf Zuckowski, Markus Becker oder Donikkl fehlte ihnen doch ab und einmal eine Frauenstimme. Aber der Musikmarkt hatte nichts zu bieten. „Es hat lange gedauert, bis bei uns der Groschen gefallen ist“, erzählt Myriam. „Dann machen wir eben selbst coole Kindermusik, die uns und unseren Kindern Spaß macht“. Der Plan wurde in die Tat umgesetzt. Fünf Alben haben die Großstadt-Engel seitdem veröffentlicht. 2014 feierten sie mit „Liederzirkus“ ihr Debüt. 2015 folgte „Ohrwurmalarm“, 2016 kam das Weihnachtsalbum „Jubel, Trubel, Weihnachtszeit“ heraus, und im Jahr darauf wurde „Kinder brauchen Spaß“ veröffentlicht. 2018 feierten die „Partykracher No. 1“ Premiere, für die sie im gleichen Jahr eine Nominierung zum 36. Rock-und-Pop-Preis erhielten, in der Kategorie „Bestes Kinderlieder-Album“. Anfangs arbeiteten Chris und Myriam mit einem gebuchten Kinderchor, der die Kinderstimmen auf ihren Alben einsang. Doch dann stieg ihnen die eigene Brut aufs Dach. „Das können wir ja wohl auch“, erhob der Nachwuchs seine Stimme, schließlich hatte er die Lieder von Anfang an begeistert mitgeträllert. Mittlerweile bilden die Kinder der beiden singenden Mütter den Chor. „Am liebsten würden die Kids natürlich alles ohne uns singen“, sagt Myriam lachend. Und was muss ein Karnevalslied haben, damit es Kindern gefällt? Chris glaubt, dass ihr Nachwuchs da repräsentativ für die meisten Kids ist: „Unsere Kinder lieben sehr peppige Musik“, sagt sie. „Unsere Songs sind sehr schnell und tanzbar. Genau das, was Kinder zwischen drei und zehn hören wollen.“ Es sei „Wahnsinn, wenn wir die Kinder bei Auftritten im Publikum mittanzen sehen“. Auch die Jüngsten gingen sofort mit dem Beat mit und fingen automatisch an zu tanzen. „Irgendwie“, sagt Chris stolz, „haben wir den Rhythmus, bei dem jeder mit muss“.

(gut)