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Langenfeld/Monheim Dieser Wahlkampf wird digital

Langenfeld/Monheim : Dieser Wahlkampf wird digital

Ob sie den obligatorischen Sonnenschirm für den Info-Stand in diesem Jahr auspacken können, wissen die Parteien in Langenfeld und Monheim noch nicht. viele haben deshalb schon digitale Wahlkampfkonzepte zusammengestellt.

Bis zum 31. August gilt das Versammlungsverbot. Am 13. September wählen Bürger ihre Vertreter für die Stadtparlamente.  „Der Wahlkampf startet in der Regel am 1. August. Doch wir wissen nicht, was wir bis dahin dürfen“, sagt Dr. Barbara Aßmann, CDU Langenfeld. „Diesmal ist einfach alles anders als vor sechs Jahren.“ Ihre Kandidaten hat die  CDU gerade gewählt. Jetzt gelte es, eine Mischung zu finden zwischen digitalem Wahlkampf und gedruckten Informationen. Denn der Wahlkampf am Stand dürfte wegfallen, zumindest bis zur Aufhebung des Versammlungsverbots Ende August. Deshalb setzt die Traditionspartei CDU auf Homepage und soziale Medien wie Facebook, Twitter und Instagram.  „Plakate müssen in diesem Jahr eine stärkere Aussagekraft haben als sonst“, sagt Aßmann.

 Die FDP in Langenfeld gibt dem digitalen Wahlkampf gleich die erste Priorität. „Dazu haben wir uns entschieden“, sagt Mirko Banke. Die Homepage bekomme einen Relaunch und soll Anlaufstelle für die Inhalte und Mitteilungen werden. Facebook, Instagram, Twitter, gegebenenfalls TikTok werden die Langenfelder Liberalen einbeziehen. „Wir haben ein tolles Konzept“, so Bange. Die Kandidaten seiner Partei stehen fest.

Andreas Menzel von der Bürger-Gemeinschaft Langenfeld (BGL) hofft noch auf Straßenwahlkampf. Die Partei hat ihre Kandidaten gewählt – nebst Bürgermeisterkandidat. Doch bekannt geben will Menzel ihn nicht. „Das tun wir erst, wenn das Wahlamt unsere Unterlagen akzeptiert hat“, sagt er. Es heißt, Menzel stehe als Nummer eins auf der Kandidatenliste. Er geht, wie die anderen Parteivertreter davon aus, dass es mehr Briefwähler geben wird. Und die können ihr Kreuzchen schon vor dem 13. September machen. „Die wollen wir natürlich auch erreichen“, sagt er.

„Wir haben unsere Bilder bereits auf dem Rechner“, sagt Lars van der Bijl, Bürgermeisterkandidat der CDU Monheim. Schon jetzt postet die CDU regelmäßig die Gesichter ihrer Kandidaten. „Wir hatten Glück, dass wir unsere Wahlversammlung noch vor dem Shutdown abhalten konnten“, sagt van der Bijl. Deshalb hatten wir schon mehr Zeit für die konkrete Vorbereitung.“

Lucas Risse von der Monheimer Peto, die ihre Listenkandidaten noch wählen muss, kündigt an, dass Plakate gehängt und Flyer wie gewohnt verteilt werden. Was den Straßenwahlkampf betrifft, wolle man abwarten. Einheitliche Auftritte der Kandidaten in den sozialen Medien seien gesetzt. Auch Informationen zu aktuellen Themen will die Bürgermeisterpartei regelmäßig geben. „Wie immer“, sagt Risse, der auf den direkten Austausch mit dem Bürger hofft.

Die SPD in Monheim hat eigentlich einen persönlichen Wahlkampf geplant, mit Infoständen, Stammtischen und Vorträgen. Jetzt müsse man umdenken und diese Formate digital umsetzen. Das würde gerade erarbeitet, sagt Alexander Schumacher, Bürgermeisterkandidat der SPD. Die Sozialdemokraten in Monheim wollen noch vor den Sommerferien ihren Wahlkampf starten. Ihre Kandidaten wählen sie in diesem Monat. Langenfelds  SPD-Bürgermeisterkandidat Sascha Vilz setzt die Priorität auf digital, vor allem auf die Homepage. „Schnipsel werden wir auch auf Facebook, Instagram und Twitter mitteilen.“ Da man damit nicht alle Bürger  erreichen könne, würden Flyer verteilt, „über das, was wir uns inhaltlich vornehmen.“

Die Grünen in Monheim, mit Manfred Poell als  Bürgermeisterkandidaten, halten sich die Optionen noch offen. „Wir wollen schauen, wie sich die Situation entwickelt.“, sagt Poell. „Wir bereiten gerade das inhaltliche Programm vor.  Es gibt noch kein ausgefeiltes Konzept.“