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Langenfeld Monheim Der tägliche Kampf gegen den Dreck

Aufreger : Der tägliche Kampf gegen den Dreck

Schmutz auf Straßen, Wegen und Plätzen ist für viele Langenfelder und Monheimer ein Ärgernis – und für die Stadtreiniger eine Herausforderung.

Ob Hundekot am Wegesrand, achtlos weggeworfene Zigarettenkippen auf dem Bürgersteig oder Kaffeebecher und Plastiktüten im Gebüsch – Schmutz und Abfälle begegnen dem Spaziergänger im öffentlichen Raum immer wieder und sorgen oft für Ärger. „Es ist traurig, wie dreckig bei Regen der obere Teil vor dem Langenfelder Kulturzentrum aussieht. Ebenso die Durchfahrt von der Ganspohler Straße aus. Und niemandem kümmert es, oder?“, kritisiert zum Beispiel RP-Leser Hartmut Breer.

Ein weiterer Bürger beklagt die Hinterlassenschaften von Vierbeinern und das Verhalten ihrer Herrchen: „Seitens der Stadtverwaltung werden reichlich Hilfen für Hundehalter angeboten; Tütenspender und Abfallbehälter sind in der Regel ausreichend vorhanden“, stellt Hubert Müller fest. „Um so unverständlicher und aus meiner persönlichen Sicht absolut nicht vertretbar ist es, den Kot einfach der Allgemeinheit zu hinterlassen“.

Auch manchen Monheimern ist Dreck im öffentlichen Raum ein Dorn im Auge. Einer, der nicht genannt werden, nennt die Stadt in einer Mail an die RP schlicht einen „Saustall“, jedenfalls fallweise, etwa nach der Silvesterböllerei oder vor Sperrmüllabfuhren im Berliner Viertel.

RP-Leser Hubert Müller ärgert sich über haufenweise Hundekot auf dem „schwarzen Weg“ an der Lindberghstraße. Überdies seien auch noch Hinweisschilder der Stadt beschädigt worden. Foto: RP/Hubert Müller

Und wie beurteilen die zuständigen Mitarbeiter der städtischen Betriebshöfe die Lage? Bastian Steinbacher, Leiter der Straßenreinigung in Langenfeld, sieht keine Dauerproblempunkte: „Wir reagieren zeitnah auf stärkere Verschmutzung an besonderen Stellen.“ Die Reinigungsplanung – sei es Entleerung der Parpierkörbe, Umfeldreinigung oder manuelle Reinigung – richte sich danach, wie stark Straßen oder Plätze genutzt würden. „Zum Beispiel wird im Bereich der Innenstadt eine tägliche manuelle Reinigung an sieben Tagen in der Woche ausgeführt, weil dies dort notwendig ist“, sagt Steinbacher. Am Morgen nach warmen Sommernächten oder nach Veranstaltungen könne es aber trotzdem vorkommen, dass mal ein Mülleimer „überquillt“. „Der ist dann aber um acht Uhr morgens schon wieder geleert, und auch um den Abfallbehälter herum wird gereinigt.“

Bei der maschinellen Säuberung sei das anders: „Langenfelds Straßen sind in sogenannte Stadt- und Bürgerstraßen eingestuft“, erklärt Steinbacher. Die Reinigung der Geh- und Stichwege sei komplett den Eigentümern der angrenzenden Grundstücke übertragen. Die sogenannten Stadtstraßen würden durch Kehrmaschinen des Betriebshofs gesäubert. Für jeden Wochentag gebe es für die Kehrmaschinen Tourenpläne. Der Rhythmus, in dem Straßen vom Dreck und Abfällen, ob am Boden oder im Papierkorb, befreit werden, sei unterschiedlich: „Zum Beispiel werden die Hauptstraße und der Marktplatz täglich manuell und maschinell gereinigt, die Langforter Straße aber beispielsweise nur einmal wöchentlich.“

Die Kehrmaschinen sind auf den meisten Straßen in Langenfeld unterwegs. Während etwa die Hauptstraße täglich gereinigt wird, ist das zum Beispiel für die Langforter Straße nur einmal wöchentlich der Fall. Foto: RP/Betriebshof Stadt Langenfeld

Zu den besonderen Unannehmlichkeiten zählt Manfred Hein von der Monheimer Stadtverwaltung nicht nur die gedankenlose Müllentsorgung einiger Bürger: „Problemstellen sind überall dort, wo die Kehrmaschine von parkenden Fahrzeugen in ihrer Arbeit gehindert wird.“ Für Steinbacher wiederum besteht die Stadtreinigung in der „Herausforderung, mit begrenzten Ressourcen das maximal Mögliche zu erreichen.“ Ein hundertprozentig sauberer Gesamtzustand sei kaum drin. Somit gebe es leider auch immer mal einen Bereich, der zwischen der letzten und der nächsten Reinigung etwas unsauber aussehe, betont der Langenfelder Betriebshofchef.

Verbessert habe sich über die Jahre aber die technische Ausstattung: Beispielsweise hätten die Kehrmaschinen eine bessere Leistung als früher, und die Papierkorbentleerung erfolge mit einem kleinen Pressmüllwagen. Auch die Aufklärung in Schulen durch den Abfallberater oder auffällige beklebte Mülleimer inklusive Fußspur zeigten ihre Wirkung, erklärt er. Ähnliche Fortschritte sieht man auch in der Nachbarstadt: „Durch erhöhten Reinigungsaufwand bei den städtischen Betrieben wurde der Reinigungszustand der Straßen im Stadtgebiet verbessert“, heißt es aus dem Monheimer Rathaus.

Und neben vielen Beschwerden über Schmutz im öffentlichen Raum gibt es auch Lob für die Anstrengungen, selbigen loszuwerden – so etwa von dem Langenfelder Videofilmer Wolfgang Roßmann, der mit seiner Kamera häufig unterwegs ist in der Stadt. Roßmann freut sich über die Beseitigung einer hohen Hecke am Berliner Platz: „Diese Randbepflanzung wurde immer wieder von lieben Mitbürgern mit Abfall verunreinigt.“ Dadurch habe man Ratten eine „wahre Futterstelle“ geboten. „Doch damit“, so schreibt der RP-Leser, „ist jetzt ganz sicher Schluss“.