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Langenfeld / Monheim: Corona prägt  weiter den Arbeitsmarkt 

Langenfeld und Monheim in der Pandemie : Corona prägt weiter den Arbeitsmarkt

Das halbe Jahr Pandemie wirkt sich aus. Viel Kurzarbeit. 3758 Langenfelder und Monheimer suchen einen Job. Karl Tymister, der Chef der Agentur für Arbeit im Kreis Mettmann, sieht aber durchaus auch positive Zeichen.

Nach gut einem halben Jahr Corona-Pandemie ist der heimische Arbeitsmarkt weiterhin „von den Auswirkungen schwer getroffen“, sagt Karl Tymister. Der Chef der Agentur für Arbeit im Kreis Mettmann sieht indes in der aktuellen Monatsstatistik auch Anzeichen für eine Besserung: Anders als im August üblich, sei die Zahl der Arbeitslosen in diesem Jahr im Kreisgebiet bei aktuell 19.124 Jobsuchenden sogar leicht zurückgegangen. „Auch wenn wir von normalen Zeiten noch weit entfernt sind, ist das eine erfreuliche Entwicklung“, meint Tymister. „Mehr Menschen haben einen neuen Job gefunden und weniger Menschen meldeten sich arbeitslos, nachdem sie ihre Arbeit verloren haben.“ Zusätzlich 11.643 Erwerbslose im Kreisgebiet beziehen Hartz IV, darunter 2393 Langenfelder oder Monheimer.

Der lokale Arbeitsmarkt In Langenfeld sind aktuell 1856 Menschen arbeitslos, in Monheim 1902. Im gemeinsamen Agenturbezirk liegt die Zahl von 3758 Jobsuchenden um 13 über der vom Juli und um 825 über der vom August 2019. Die Arbeitslosenquote beträgt in Langenfeld 5,7 und in Monheim 8,7 Prozent. Im August meldeten sich in beiden Städten 514 Menschen (neu oder erneut) arbeitslos, das sind 168 weniger als vor einem Jahr. Zeitgleich beendeten 502 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit; 175 weniger als im August 2019. Heimische Firmen meldeten laut Monatsstatistik 121 neue Arbeitsstellen, 117 weniger als vor einem Jahr. Damit seien in der gemeinsamen Geschäftsstelle derzeit 464 freie Stellen gemeldet.

Kurzarbeit Die endgültige Statistik darüber, wie viele Beschäftigte in der Corona-Pandemie tatsächlich kurzarbeiten, liegt Tymister zufolge erst nach Ablauf von sechs Monaten vor, ebenso wie der Umfang der ausgefallenen Arbeit. „Die Unternehmen haben drei Monate Zeit, die Abrechnungslisten über die tatsächlich ausgefallenen Arbeitsstunden einzureichen und damit die Erstattung des Kurzarbeitergeldes zu beantragen.“ Hochgerechnete Zahlen zur realisierten Kurzarbeit im Kreis Mettmann liegen laut Tymister nun für April vor. „Demnach haben im April 34.359 Menschen in 3719 Betrieben Kurzarbeitergeld bezogen. Bis Ende April hatten 4486 Betriebe für 65.203 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt.“

Ausbildungsmarkt Bis Ende August wurden der Agentur kreisweit 2166 Lehrstellen gemeldet. Das sind 443 (17 Prozent) weniger als vor einem Jahr. „Die Zahl der gemeldeten Stellen liegt damit immer noch etwa auf dem Niveau von 2018“, sagt Tymister. Von den gemeldeten Stellen seien aktuell 573 noch frei, das seien 124 weniger als Ende August 2019. Insgesamt 2847 junge Menschen suchten in diesem Sommer eine Ausbildungsstelle über die Berufsberatung der Agentur. Das sind 275 weniger als vor einem Jahr. 748 dieser Bewerber aus dem Kreis Mettmann sind nach Agenturangaben noch unversorgt, haben also bislang weder einen Ausbildungsplatz noch eine Alternative dazu. Das seien 31 Jugendliche mehr als vor einem Jahr.