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Langenfeld/Monheim Christian Steinacker hofft auf einen Listenplatz

Monheim : Christian Steinacker hofft jetzt auf einen Listenplatz

Der politische Neuling Christian Steinacker hat für die Sozialdemokraten einen guten Wahlkampf geführt. Doch das Direktmandat hat er nicht geholt, dafür aber bessere Ergebnisse als 2017.

 „Es ist zu knapp“, sagt Christian Steinacker, Spitzenkandidat der SPD im Wahlkreis 104.  Das Direktmandat erreicht er nicht. In Monheim, einer ehemaligen SPD-Hochburg, hat  er seinen Vorsprung über den Wahlabend gerettet – bei den Erst- und bei den Zweitstimmen. Doch für den Wahlkreis Mettmann I reicht es nicht. Da bleibt Steinacker hinter Wiener zurück. Bei den Zweitstimmen sind die Parteien näher bei einander.  Ob es bei Listenplatz 55 für den Einzug in den Bundestag reicht, ist offen.

Die Umfragen der Meinungsforscher hat Bundestagskandidat Christian Steinacker (SPD) erst in den letzten Wochen angeschaut. Den Newcomer auf der politischen Bühne, dessen Chancen auf ein Direktmandat oder gar einen Sitz über Liste am Anfang des Wahlkampfs noch wenig rosig ausgesehen haben, hat sich die Augen gerieben. „War schon komisch“, sagt er. doch,  dass es jetzt noch nicht einmal für eine Listenplatz reichten könnte, bedrückt ihn.

Denn nicht nur der Rückenwind aus Berlin und das gute Abschneiden von Olaf Scholz als Kanzlerkandidat haben ihm und der SPD im Wahlkreis 104 geholfen. Steinacker war fleißig und hat etliche Schichten geschoben, die ihm Sympathiepunkte und Respekt eingebracht haben. Vom Frisör bis zur Autowerkstatt, vom Malermeister bis zum Schausteller hat er viele Menschen besucht und sich ihre Arbeit angeschaut. Das ist gut angekommen. Und hat Steinacker selbst viele neue Erfahrungen beschert – etwas, dass ihm auch mit 45 Jahren noch sehr wichtig ist. „Ich habe dabei auch gesehen, wie schwierig vieles ist und wo es etwa Handwerkern an Wertschätzung und Anerkennung fehlt.“ Er sieht darin eine Mangel der Schulen, die junge Menschen nicht mehr auf handwerkliche Tätigkeiten vorbereitet.

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Steinacker war im gesamten Kreis Mettman unterwegs, zu Fuß, mit dem Auto und hat dabei auch die Unterschiede der Region kennengelernt, die Mentalität der Menschen, die je nach Ausrichtung – etwa zum Bergischen Land oder zum Rheinland – anders ticken. „Eine erstaunliche Vielfalt gibt es im Kreis’“, sagt er und findet es angenehm, dass man ohne viel Aufwand andere Welten kennenlernen kann. „Das ist bereichernd.“

Jetzt ist noch offen, wann er seine Spendenmarsch  „Christian geht nach Berlin“, antritt. Das hängt vom Listenplatz ab. Wenn er nicht den Bundestag kommt, weder direkt noch über die Liste, dann wird er in Monheim in der Partei arbeiten. „Ich bin dort gut aufgenommen worden“, sagt er. Und will auch weitermachen, gegebenfalls erneut antreten.

Verbiegen will er sich in der Parteidisziplin nicht. „Ich bin da eher wie Karl Lauterbach, der als Typ seinen Weg geht“, sagt Steinacker.

Doch die Tour ist geplant.  Etwa sechs Stunden am Tag (30 Kilometer), durch Städte und über Landstraßen. Es gibt keine direkte Wanderroute“, sagt er. Er wird durch den Kreis Mettmann Richtung Wuppertal, durchs Ruhrgebiet, von Dortmund ins Münsterland, nach Gütersloh, Hannover, Magdeburg, durch Brandeburg nach Berlin gehen. 540 Kilometer ist die Strecke, für die er Spendengeld sammelt, das später den Vereinen in der Region zugute kommen soll. Er wird etappenweise laufen, teilweise in Begleitung. „Viele Menschen haben bereits zugesagt, dass sie mich zum Beispiel an Wochenende vor Ort begleiten werden.“