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Langenfeld/Monheim: Brötchentüten gegen Gewalt an Mädchen und Frauen

Aktionstag : Mit Brötchentüten gegen häusliche Gewalt

Die alljährliche Brötchentüten-Aktion der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Mettmann gegen häusliche Gewalt ist wegen Übergriffen im Lockdown so aktuell wie nie.

Corona bedeutet vor allem für Paare und Familien eine Ausnahmesituation – mit räumlicher Enge in den Lockdown-Phasen und finanziellen Sorgen etwa wegen Kurzarbeit oder dem Verlust des Arbeitsplatzes. Für viele Frauen, aber auch für Männer ist es – traurige – Realität, dass die eigene Wohnung zu einem gefährlichen Ort wird.

Vier von fünf Frauen, aber auch jeder fünfte Mann musste laut Bundesfamilienministerium im vergangenen Jahr Gewalt durch Partner oder ehemalige Partner erleben und aushalten. Mehr als 30.000 Frauen und ihre Kinder flüchteten in Deutschland jährlich vor der Gewalt ihres Partners in ein Frauenhaus. Im Kreis Mettmann wurden dort 40 Frauen mit 40 Kindern im Jahr 2019 aufgenommen. Für sie konnte der besonders hohe Schutzbedarf nur dort gewährleistet werden. 2019 wurden der Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt des SKFM Mettmann 1024 Fälle im Kreisgebiet gemeldet, 267 mehr als im Vorjahr.   Der jährliche Aktionstag „Nein zu Gewalt an Mädchen und Frauen“ ist also nach wie vor von Bedeutung.  Nach den Worten der Erkrather Gleichstellungsbeauftragten Annegret Pollmann  hat die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“  2020 eine besondere Aufmerksamkeit verdient. „Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen ist zu Hause bleiben das Gebot der Stunde. Aber viele Frauen und ihre Kinder sind genau dort nicht sicher, und es steigt für sie die Gefahr der häuslichen und sexualisierten Gewalt.“ In vielen Städten in ganz Deutschland wird rund um den 25. November ein Zeichen gegen häusliche Gewalt an Frauen und Mädchen gesetzt.

Auf der Rückseite von  kreisweit 55.000 Tüten stehen in mehreren Sprachen die wichtigsten Notruf- und Beratungsnummern bei Fällen von Gewalt gegen Frauen. Die Gleichstellungsbeauftragten hoffen ebenso wie die beteiligten Betriebe, Vereine und Institutionen, auf diese Weise mehr Frauen zu erreichen, die auf anderen Wegen vermutlich wenig über Hilfsangebote erfahren.

(hup)