Kreis Mettmann Ausländeramt will durch Digitalisierung schneller werden

Kreis Mettmann · Lange Wartezeiten, unbesetzte Stellen und eine hohe Mitarbeiter-Fluktuation – das Ausländeramt des Kreises Mettmann sieht sich im „Dauerkrisenmodus“. In den vergangenen sechs Jahren ist die Zahl der Ausländer in ME um 30 Prozent gestiegen. Bei Ausreisepflichtigen sieht es statistisch so aus: Einer geht, elf bleiben. Mit mehr Online statt persönlicher Vorsprachen will das Amt den Stress mindern.

 Auch für Abschiebungen ist die Ausländerbehörde zuständig. Hier begleiten zwei Polizeibeamte als „Escort“ einen Afghanen auf dem Flug.

Auch für Abschiebungen ist die Ausländerbehörde zuständig. Hier begleiten zwei Polizeibeamte als „Escort“ einen Afghanen auf dem Flug.

Foto: dpa/Michael Kappeler

Fachkräfteeinwanderungsgesetz, Chancenaufenthaltsrecht und neuerdings die Faeser-Initiative, Clan-Angehörige leichter abzuschieben – das deutsche Ausländerrecht dreht sich jeweils nach dem gesellschaftspolitischen Wind, noch dazu ist es recht komplex: „Die Einarbeitungszeit für neue Mitarbeitende dauert in der Regel zwölf Monate“, sagt Florian Peters, Leiter des Ausländeramtes des Kreises Mettmann. Als er Anfang 2023 die Leitung übernahm, setzte er auf eine Stärkung der Führungsebene, schuf eine weitere Abteilungsleitung (nun werden Kunden mit befristeten Aufenthalten und solche mit Daueraufenthalt plus EU-Bürger getrennt) und zog weitere Sachgebiets- und Teamleitungsebenen ein mit dem Ziel, die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit zu vergrößern. Insgesamt beschäftigt er derzeit 90 Mitarbeiter, nicht alle der 70 festen Stellen sind besetzt, die Fluktuation ist hoch. „Wir haben hier durchgängig eine sehr hohe Arbeitsbelastung und einen hohen Stressfaktor“, erläutert Peters.