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Langenfeld Mettmann Corona-Diagnosezentrum in Betrieb

Anlaufstelle für Risikopatienten : Corona-Diagnosezentrum ist in Betrieb

Seit Donnerstag gibt es auf dem Gelände des Evangelischen Krankenhauses (EVK) Mettmann für den gesamten Landkreis eine zentrale Anlauf- und Analysestelle. Menschen mit Corona-Verdacht wird dort nach Terminvergabe Rachenabstrich entnommen.

Der Kreis Mettmann hat die Abklärung möglicher Corona-Fälle weiter professionalisiert. Ab sofort werden Menschen, die zuvor eine entsprechende Aufforderung erhalten haben, in einer so genannten mobilen Unfallhilfsstelle untersucht. Die befindet sich auf dem Gelände des Evangelischen Krankenhauses (EVK) in Mettmann, Gartenstraße 4-8. „Jedweder Verdacht auf das Virus Covid-19 ist damit komplett separiert“, betont Clemens Stock, Ärztlicher Direktor, über den Klinikalltag. Der reguläre Betrieb des EVK mit beispielsweise allen planbaren Operationen, Geburten oder Notfällen sei durch die zentrale Anlaufstelle „in keiner Form beeinträchtigt“.

Unterdessen gibt es in Erkrath zusätzlich zu der ersten Corona-Infektion im Kreisgebiet einen zweiten bestätigten Fall: eine Frau, die auf einer Großveranstaltung in Berlin Kontakt mit einem Erkrankten hatte.

Am EVK rechnet das Ärzteteam mit derzeit null bis drei Patienten am Tag. Noch sei die Lage entspannt, sagt Kreisgesundheitsamtleiter Rudolf Lange. „Welche Entwicklung sich ergibt, wissen wir nicht“, natürlich sei mit weiteren Fällen zu rechnen. Viele seitens der Bürger befürchtete Verdachtsmomente hätten sich auch durch die versierte Abfrage sowohl am Bürgertelefon als auch an der vom EVK betreuten Hotline als nicht gravierend entpuppt. An diesen Notfallnummern kann durch einen vom Robert-Koch-Institut entwickelten Fragekatalog verifiziert werden, was wohl bloß Erkältung, eine Influenza oder eine Ansteckung mit Coronavirus ist.

Kreisgesundheitsamtsleiter Dr. Rudolf Lange klärte anlässlich der Inbetriebnahme des Corona-Diagnosezentrums über Verfahrensweisen auf . Foto: teph/Köhlen, Stephan (teph)

Mit der mobilen Unfallhilfsstelle sei eine Struktur für die derzeitige Lage geschaffen, führen Rudolf Lange und Clemens Stock aus. Würde die Fallsituation dramatisch steigen, ließen sich die Kapazitäten sofort erweitern. Wir haben über alle Eventualitäten nachgedacht.“ Vor Ort wird keine „Laufkundschaft“ vorstellig. Untersuchungstermine werden vom Gesundheitsamt koordiniert und individuell nach Abklärung über das Service-Telefon des Kreises vergeben.

Hygiene-Fachkräfte und Ärzte betreuen an der etwa vier Quadratmeter großen Analysestation. Sie wird nach jedem Patienten desinfiziert. Dort werden sie beispielsweise von Hygienefachkraft Boris Ulitzka, gesichert durch einen entsprechenden Schutzanzug, zum Rachenabstrich gebeten. Dabei wird immer auf Influenza und Corovid-19 getestet. Die Probe wird ins Labor geschickt. Nach acht bis 24 Stunden liegt das Ergebnis vor. Selbst wenn das Ergebnis der entnommenen Probe positiv ist, wird geprüft, ob ein Klinikaufenthalt zwingend notwendig ist. „Das wird von Fall zu Fall entschieden“, zuweilen reicht es, jemanden zu Hause in Absonderung zu setzen. Allerdings wird ein Kontaktcheck, also wann wo mit wem Kontakte gepflegt wurden, vorgenommen. Nicht nur die Diagnostikstelle selbst wurde Donnerstag in Betrieb genommen. Parallel übernimmt es der Fahrdienst des Malteser Hilfsdiensts diejenigen, die nicht zum EVK Mettmann kommen können, den Rachenabstrich Zuhause vorzunehmen. Termine werden vom Gesundheitsamt koordiniert.

Ebenfalls mit Blick auf das Coronavirus hat am Donnerstag die Langenfelder Bettine-von-Arnim-Gesamtschule ein eigentlich für den 26. März geplantes internationales Forum abgesagt. Bei dem von der EU bezuschussten länderübergreifenden Schulprojekt waren Gäste aus Partnerschulen in Gostynin (Polen), Uppsala (Schweden) und aus Desenzano in dem vom Coronavirus besonders betroffenenen Norditalien angekündigt. Schulleiter Peter Gathen begründet die Absage mit den vor allem aus der Elternschaft geäußerten Vorbehalten, zumal die Gäste in Langenfelder Familien unterkommen sollten. „Wir haben das Treffen vorsorglich jetzt und nicht erst auf den letzten Drücker abgesagt, um Programmkosten zu vermeiden“, sagte Gathen.