Langenfeld: Marmelade vom Feinsten – selbstgemacht

Lecker : Marmelade vom Feinsten – selbstgemacht

In diesen Wochen biegen sich die Marktstände wieder unter Äpfeln, Pflaumen, Kürbissen, Tomaten und Zucchini. Einmachen ist angesagt.

Selbstgemachte Marmeladen und  eingelegtes  Gemüse  erleben derzeit ein Revival. Kein Tag, an dem in Hilden oder Langenfeld im „Kochshop“ nicht jemand nach Einmachgläsern, Deckeln, Gummis, Flaschen oder Entkernern fragt. Das berichtet Manuela Saul, Filialleiterin des Langenfelder Geschäfts.  „Viele haben hier eigene Gärten mit Obstbäumen und Gemüse“, sagt sie. „Das merkt man“.

Selbstgekochte Marmeladen, Chutneys, Fruchtliköre und süß-sauer eingelegtes Gemüse sind der Renner.  Der Kochshop liefert alle nötigen Werkzeuge wie Strunkentferner, Passiersieb, Apfelschäler oder Etiketten.

„Beim Einkochen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt“, sagt Christina Weeger, die in ihrem Bauernladen in am Rietherbach in Richrath sowohl das Obst zum Weiterverarbeiten als auch bereits Eingekochtes aus eigenem Anbau anbietet. Dafür steht sie selbst in der Küche. Die Fachfrau bevorzugt Fruchtaufstriche pur, zubereitet mit 1:1-Gelierzucker, kurz aufgekocht und dann in sterile Gläser gefüllt. Ihr persönlicher Favorit ist die Sauerkirsch-Konfitüre – allenfalls mit einer Prise Zimt oder Nelke verfeinert.

Übrigens ist der von uns so gerne verwendetet Begriff Marmelade eigentlich falsch, weil man damit, streng genommen, nur einen Aufstrich aus Zitrusfrüchten bezeichnet. Das Topping fürs Brot  mit Fruchtstückchen heißt in der Regel Konfitüre.

Sehr beliebt ist derzeit auch die Pflaume, die es mit Zimt und einem Schuss Rum zu einem wunderbaren Wintergenuss bringen kann. Ebenso eignen sich Mirabellen und Renkloden, die es gerade frisch vom Baum gibt, zum Einkochen. Apfel und Kürbis, sagt Christina Weeger, sei auch eine beliebte Kombination. Überhaupt: Wer Fallobst im Garten hat, der kann das meist durch ein paar Handgriffe zur Leckerei umwandeln. Birne mit Apfelsaft, Zimtstange und Amaretto ergeben eine gelungene Aufstrich-Mischung.

Ganz wichtig ist nach dem Kochen (meist nicht mehr als fünf bis zehn Minuten) die Gelierprobe. Wird das gekochte Produkt auf dem Teller nicht binnen kürzester Zeit fest, muss nachgearbeitet werden, sagt Weeger. „Ich mache das mit etwas Apfelpektin, gemischt mit Zucker, das ich noch einmal unter die Marmeladenmasse gebe. Dann lasse ich alles kurz aufkochen, bis die Flüssigkeit verdampft ist.“ Ein sehr schöner Mix sind auch Brombeere, Heidelbeere und Johannisbeere in der Konfitüre.

Die aromatischen Tomaten, die es derzeit gibt, lassen sich bestens zu einer Sauce mit Sellerie, Möhre und viel Basilikum verarbeiten und in Schraubverschluss-Gläser füllen oder einfrieren. Übrigens kann man auch aus Tomaten eine süße Konfitüre kochen, die, mit Chili gewürzt, gut zu Käse schmeckt. Großer Beliebtheit erfreuen sich derzeit auch süß-sauer eigelegte Zucchini oder Kürbisse.

Der gute alte Einmachkessel, in dem unsere Omas Birnen und Bohnen stundenlag kochten, kommt allerdings nur noch selten zum Einsatz, sagt Landwirtin Weeger. Auch die Kochshops vor Ort bieten dieses Gerät nicht an. Wer sich die Mühe machen will, findet die Kessel im Internet.

Alle, die keine Zeit und Lust haben, sich selbst an den Herd zu stellen, finden bei Christina Weeger Produkte, die wie selbstgemacht schmecken. Konfitüren  kosten um die drei Euro.

(ik)