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Langenfeld: LVR-Klinikkirche ist wieder Hingucker

Außensanierung abgeschlossen : LVR-Klinik: Backsteinkirche ist wieder Hingucker

Die Außensanierung der 120 Jahre alten Backsteinkirche ist fertig. Für den bald startenden Innenausbau mit Ausstellungsräumen bis Frühjahr 2021 besteht noch eine Finanzierungslücke.

Mitten auf dem Gelände der LVR-Klinik ist die 120 Jahre alte Backsteinkirche jetzt wieder ein echter Hingucker – zumindest von außen her betrachtet. „Die Sanierung des Daches und der Fassade ist abgeschlossen“, sagt Kliniksprecherin Beate Lemke. „Demnächst soll der Innenraum modernisiert werden, so dass er nach Fertigstellung nicht nur für Gottesdienste genutzt werden kann.“ Vorgesehen seien zusätzlich ein Klinik-Museum, eine Bibliothek und eine Fläche für Ausstellungen. Klinikvorstand Holger Höhmann geht davon aus, „dass im Frühjahr 2021 alles fertig sein wird“. Indes seien zum Innenausbau die Gespräche mit der oberen Denkmalbehörde noch nicht abgeschlossen.

Der schlechte Zustand der vor einigen Jahren wegen Baufälligkeit geschlossenen Kirche hat auf alle Fälle sowohl den Zeit- als auch den Kostenplan erheblich durcheinandergebracht. Dem Vernehmen nach werden die Renovierungskosten den vor sechs Jahren auf 360.000 Euro geschätzten Betrag deutlich übersteigen. Höhmann bezifferte im Gespräch mit unserer Zeitung die noch anstehenden Arbeiten mit rund 800.000 Euro. Trotz bislang rund 90.000 Euro an Spenden, einem Zuschuss aus dem Denkmalförderungsprogramm des Landes NRW, Stiftungsgeld sowie einem Beitrag des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) sei ein Teil der Kosten noch offen. Der Förderverein der Klinik setzt die 2014 begonnene Spendensammlung weiter fort.

Die 120 Jahre alte Backsteinkirche der Langenfelder LVR-Klinikkirche erstrahlt nach der Sanierung der Fassade und des Dachs mit vielen feinen Details von außen wieder im alten Glanz. Demnächst geht es innen weiter. Foto: Matzerath, Ralph (rm)/Matzerath, Ralph (rm-)

Die denkmalgeschützte Kirche steht mitten in der Lindenallee, der Hauptachse auf dem Klinikgelände. Das Gotteshaus mit bis zur Schließung 300 Sitzplätzen und zwei Sakristeien dient sowohl der katholischen als auch der evangelischen Gemeinde und gehört damit zu einer der wenigen so genannten Simultankirchen in NRW.

Seit dem Frühjahr 2019 war die baufällige Kirche monatelang in ein Spezialgerüst in Brückenform gehüllt. Das komplette Dachtragwerk war laut Höhmann oberhalb des Vierungs-/Kuppelbereiches nicht mehr tragfähig und musste ausgetauscht werden. „Die vier zentralen Vierungsbalken im Fußpunkt waren verfault und deshalb abgesackt, so dass zusätzlich ein Schwerlastgerüst im Inneren aufgebaut werden musste. Vorübergehend bestand Einsturzgefahr.“ Dies habe die bisherige Bauzeit um mindestens drei Monate verlängert. Umso erfreuter sei er über die nun fertige Außensanierung.

„Die in Kugelform ausgebildeten Spitzen wurden dem alten Vorbild entsprechend neu gefertigt“, erklärt Architektin Kerstin Gierse. Die Dacheindeckung, Entwässerung sowie sämtliche Blechverkleidungen seien erneuert worden. „Abplatzungen im Bereich des Natursteins von Giebeln, Pfeilerabdeckungen und Ziergesimsen wurden mit Steinersatzmörtel in Abstimmung mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege je nach Schädigungsgrad repliziert oder beigearbeitet.“ Mit  Reinigung, Neuverfugung, dem Austausch defekter Steine und der Reparatur der Glasfenster-Rahmen  oberhalb des Portals seien die Arbeiten an der Fassade abgeschlossen. Für den eingangs genannten Innenausbau soll Höhmann zufolge eine Zwischendecke eingezogen werden. „Im Erdgeschoss entstehen ein Raum fürs Sakrale und einer für Veranstaltungen, dazu eine kleine Küche und Toiletten.“ Im Obergeschoss sei dann Raum für ein Klinik-Museum und Ausstellungen, auch die Bibliothek werde in die Kirche verlegt.  „Unter Aufsicht der Bibliotheksmitarbeiterin kann die Kirche dann häufiger geöffnet sein.“

Der Fördervereinsvorsitzende Rolf-Dieter Gassen lobt  Architektin Gierse für ihren Entwurf: „Das multifunktionale Raumkonzept ist hervorragend und vereint die historische Bausubstanz mit zeitgemäßen Elementen.“ Die vor sechs Jahren gestartete Spendensammlung gehe weiter (siehe Infobox).