Langenfeld: LVR-Klinik eröffnet 31,5 Millionen Euro teures Stationsgebäude

Neues Stationsgebäude : LVR-Klinik eröffnet 31,5-Millionen-Bau

Die Langenfelder LVR-Klinik hat das für 31,5 Millionen Euro errichtete Haus 60 feierlich eröffnet. Es hat 144 Betten für die Abteilungen Allgemeine Psychiatrie und Suchtkrankheiten

Wer psychisch krank ist, braucht gute Therapeuten, Tabletten, Pflege und Zuneigung. Er braucht aber auch eine Umgebung, in der er genesen kann. Die bietet das neue Stationsgebäude Haus 60 auf dem Gelände der LVR-Klinik, das am Donnerstag eröffnet wurde und ab Mitte November von den Abteilungen Allgemeinpsychiatrie und Suchtkrankheiten bezogen wird. Lichte, großzügige Flure, komfortable Zweibett-Zimmer mit Bad, viele Fenster, die den Blick in die schöne Natur lenken, Farbenvielfalt und Klarheit.

„Genau das, was psychisch kranke Menschen brauchen“, sagt Axel Töpfer vom zuständigen Architekturbüro Sander Hofrichter aus Düsseldorf. „Die Patienten sollen rauskommen aus ihren Zimmern und in den Fluren und Innenhöfen kommunizieren.“ Gegessen wird im Gemeinschaftsraum mit Blick in den Park und auf Beete, in denen lila Asternbüsche blühen. „Es gibt ganz bewusst keinen Fernseher auf den Zimmern. Die Menschen sollen hier zur Ruhe kommen.“ An Sehbehinderte wurde gedacht und an Menschen mit körperlichen Behinderungen. Handläufe in allen Fluren und Bemalungen auf den Scheiben sollen dabei helfen.  Darauf legt der Landschaftsverband Rheinland (LVR) laut Töpfer sehr viel Wert.

„Von so einem Standard haben wir vor 20 Jahren nur träumen können“, schwärmt Klinikchef Holger Höhmannn bei der feierlichen Eröffnung. 31,5 Millionen Euro hat sich der LVR den Neubau kosten lassen, der mit deutlicher Verspätung erst drei Jahre nach dem Richtfest fertig wurde. 144 Betten sind im Haus 60 untergebracht. Es gibt insgesamt sechs Stationen für psychisch Kranke und Abhängige. Was hat nun das Stationshaus so teuer gemacht? „Vor allem die energiesparende Passivbauweise, die Barrierefreiheit, die Haustechnik mit beispielsweise einem speziellen Trinkwassersystem, das vor Erkrankungen schützt.“

LVR-Dezernentin Martina Wenzel-Jankowski lobt die „gelungene Architektur“ und erklärt, dass der LVR den psychisch kranken Patienten vor allem eine wohnortnahe Versorgung  bieten wolle. „Haus 60 löst das alte Standardbettenhaus 59 ab, das der Landschaftsverband zu Beginn der 70er Jahre gebaut hat“, sagt sie. Der Neubau sei eins von mehr als 50 Einzelvorhaben aus dem Investitionsprogramm des LVR.

Im neuen Haus werden Patienten aus Langenfeld, Monheim, Leverkusen, Leichlingen, Burscheid, Solingen und dem mittleren Kreis Mettmann betreut. Der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Rudolf Lange, begrüßt den Neubau, betont aber, dass die Mitte des Kreises noch nicht optimal versorgt sei. „Wer es schafft, mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Mettmann nach Langenfeld zu kommen, kann fast schon nicht psychisch krank sein. So schwierig ist das.“

Als  freundlich und gut organisiert empfindet der Vorsitzende des LVR-Krankenhausausschusses, Andreas-Paul Stieber, das Personal in Langenfeld.  Dazu passe das neue Gebäude mit seiner fröhlichen Farbenvielfalt. Ganz im Gegensatz zu früheren psychiatrischen Einrichtungen, die in ihrer hochherrschaftlichen Bauweise für die Patienten immer „etwas Demütigendes hatten“. Gerade für psychisch Kranke bedeute ein Krankenhausaufenthalt Belastung und Stress. „Da muss das Ambiente stimmen. Und das ist hier der Fall“, betont Lange. Die Ärztliche Direktorin Jutta Muysers freut sich über die offene Gestaltung, die Autonomie der Patienten fördere und  bei der Bewältigung von Aggressionen helfen könne.