1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Langenfeld: Lions sammeln ausgediente Hörgeräte für Kinder in der Dritten Welt

Von Martin Mönikes : Lions sammeln Hörgeräte für arme Kinder

Der Lionsclub hat das Projekt „Hilfe für kleine Ohren“ gestartet: Ausgediente Hörgeräte können bei örtlichen Fachbetrieben für Kinder in Entwicklungsländern abgegeben werden.

Wohin mit dem alten Hörgerät? Oft werden 1.000 Euro teure Hörgeräte durch verbesserte Geräte abgelöst. Oder die Nutzer sind gestorben und die veraltete Technik liegt ungenutzt in Omas Kommode. Ab sofort kann in solchen Fällen Gutes getan werden: Die Langenfelder Lions sammeln diese Geräte, um bedürftigen, hörgeschädigten Kindern in Entwicklungsländern zu helfen. Bei allen heimischen Hörgeräteakustikern stehen Sammelboxen für dieses Projekt „Hilfe für kleine Ohren“ vor.

Weltweit gibt es Medizinern zufolge viele Kinder mit einer Hörbehinderung. Infektionen und Erkrankungen im frühen Kindesalter schädigen häufig dauerhaft das Gehör. Ein Kind, das nur schwer hören kann, erwirbt die gesprochene Sprache nur sehr mühsam, kann kaum die Schule besuchen und einen Beruf erlernen. Dank der weltweit vernetzten Lions-Organisation ist sichergestellt, dass die aufbereiteten Geräte „vor Ort bis ans Kinderohr“ gebracht werden.

Initiator Kurt Seyboldt hatte in der Region bei Ärzten und Fachhändlern für die Idee geworben und nach eigenen Worten „überall offene Türen gefunden“. Vielfach sei die erste Reaktion sogar Erstaunen gewesen, dass es so etwas nicht schon gibt. Besondere Unterstützung fanden die Lions bei Ralph Schirmer, einem Hörgeräteakustiker mit Geschäften in Hilden und Richrath. Schirmer hatte bereits 2001 die ersten 100 Geräte anlässlich einer privaten Argentinienreise an eine örtliche Stiftung übergeben; inzwischen hat er insgesamt 3.000 Geräte weitergegeben.

Erich Stier vom Aachener Lionsclub „Kaiserpfalz“ berichtete vom Anlaufen der Aktion in Aachen und den praktischen Erfahrungen und sehr persönlichen Begegnungen sowohl mit sehr jungen Spendern als auch mit Menschen, die die Geräte von verstorbenen Verwandten „einem guten Zweck“ zuführen wollten.

Ralf Lempertz von Hörgeräteakustik Mack will mit Flyern und Plakaten im Schaufenster helfen, die Idee bekannt zu machen. Er beschrieb die technische Weiterentwicklung der Hörgeräte, die gelegentlichen Austausch sinnvoll machen, so dass er für die jetzt anlaufende Sammlung genügend Potenzial sieht. Die Altgeräte lässt er von Auszubildenden reinigen und messen, so dass die Geräte bestens vorbereitet an die seit 2009 bestehende Lions-Sammelstelle in Wiesbaden gehen.

Lions-Präsident Arne tom Wörden und Activity-Beauftragter Peter Siemons hoffen, dass die Hörgeräte-Sammlung zum nachhaltigen „Dauerbrenner“ wird, wie das Sammeln von Brillen an den Lions-Ständen bei Weihnachtsmarkt und Schlemmermeile. Noch besser wäre es, wenn auch die Clubs in Nachbarstädten oder der Lions-Distrikt dem Langenfelder Beispiel folgen.

Infos unter www.kleine-ohren.de