Langenfelder Kinder verschönern Wand Wo grauer Beton in Bewegung gerät

Langenfeld · Die Virneburgschule nimmt mit einem Kunstprojekt am Landesprogramm Kultur und Schule teil und gestaltet eine Wand neu. Ein Graffiti-Künstler aus Köln hat die Motive in Schablonen vorgefertigt.

 Die Schüler mit Künstler und Lehrerin in der hinteren Reihe (2. vl.) Wolfgang Sturm und (3. vl.) Isabel Schwung.

Die Schüler mit Künstler und Lehrerin in der hinteren Reihe (2. vl.) Wolfgang Sturm und (3. vl.) Isabel Schwung.

Foto: Martin Mönikes

Eine schmutzig-graue Betonmauer, leicht gekrümmt, 1,50 Meter hoch, 20 Meter lang, vor dem Haupteingang auf dem Hof der Virneburgschule in Reusrath verwandelte sich in den vergangenen 14 Tagen zum leuchtend bunten Kunstobjekt. Einmal mehr hatte sich die Förderschule des Kreises, diesmal mit der Klasse 9, beim Landesprogramm Kultur und Schule beworben. Die zuständige Lehrerin Caroline Fassbender entwickelte vorab mit dem Kölner Graffiti-Künstler Wolfgang Sturm die Projektidee. Gemeinsam mit den Schülern sollte aus dieser tristen Mauer und gefühlt 50 Kilogramm Spray ein mehr als 30 Quadratmeter großer Blickfang werden.

„Der Antrag war unkompliziert und wurde zügig beschieden“, lobte Erhard Bärwolf, stellvertretender Schulleiter, das behördliche Procedere bei Bezirksregierung und dem Kreis Mettmann als Schulträger. Für ihn ist auch bei dieser Aktion wichtig, dass immer wieder Außenstehende zu besonderen Anlässen in die Schule geholt werden, um den Kontakt in die Gesellschaft zu pflegen.

Für die 14- bis 17-jährigen Schüler bedeute die Realisierung zunächst zwei Wochen geballter Kunstunterricht. Weil die den Verkehrsübungsplatz begrenzende Wand verschönert werden sollte, entstand die naheliegende künstlerische Idee, „Bewegung“ als Thema zu wählen. „Es galt, auf der Wand mit Farben, unterschiedlichen Techniken und bildhaften Motiven Geschwindigkeit, Rollen und Gleiten zu symbolisieren“, so Sturm, der seit 2002 Mitglied der Pro-Graffiti-Initiative „Casanova-Köln‘‘ ist.

Zunächst hatte eine Fachfirma die Mauer grundgereinigt. Sukzessiv entstand das Werk, auch das Wetter spielte mit. Die in der Diskussion mit Künstler Sturm und der Fachlehrerin Isabel Schwung von den Kids ausgewählten Motive wie Roller, E-Scooter, Handbike oder Rollstuhl wurden gezeichnet und als Schablonen ausgeschnitten. Dann kam das praktische Handwerk, bei dem die Künstler komplett in weiße Einweg-Overalls gehüllt zu Werke gingen. Beim Auftragen der Spray-Farben zeigte sich auch, „dass es in der Praxis gar nicht so einfach ist, waagerechte Striche tatsächlich gerade zu machen“, so Sturm. Was am Ende aussieht, wie Klebeband sind in Wirklichkeit lange weiße Farbstreifen. Die Motive befinden sich jeweils in einer Art transparenten Seifenblasen, die zunächst auf die Wand gesprayt wurden. „Das hält einige Jahre“, zeigte sich Wolfgang Sturm zuversichtlich.

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