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Langenfeld Künstlerin feiert die Leichtigkeit

Ausstellung : Künstlerin feiert die Leichtigkeit

Langenfeld Wer coronabedingt oder einfach aus Vorsicht auf einen Urlaub verzichtet hat, dem sei die Ausstellung „Uferzone“ der Düsseldorfer Malerin Heike Ludewig, die der Förderkreis in der Wasserburg Haus Graven initiiert hat, unbedingt empfohlen.

Heike Ludewig, Absolventin der Düsseldorfer Kunstakademie und Meisterschülerin von Beate Schiff, fängt mit malerischer Leichtigkeit Menschen sowie die sie umgebende lebensfrohe Atmosphäre ein. Mit Vorliebe die von unterschiedlichen Urlaubsorten am Meer.

Die Ausstellungseröffnung findet natürlich unter Corona-Bedingungen statt. „Aus diesem Grund haben wir die Vernissage auf ein Zeitfenster von 11 bis 16 Uhr gelegt, und Reden vor einem versammelten Publikum wird es auch keine geben“, erklärt Lothar Marienhagen, Erster Vorsitzender des Fördervereins. Der Titel „Uferzone“ bezieht sich nicht nur auf den Übergangsstreifen, wo Land und Wasser sich vereinen, sondern auch darauf,  Menschen als Landwesen wieder Tuchfühlung mit dem Element, aus dem sie  kommen, aufnehmen und dort offenbar viel Lebensfreude erfahren.

Typisch für Ludewigs Arbeiten, die teils nach Fotos von Urlaubsorten in Cornwall, an der französischen Kanalküste zwischen Nord Pas de Calais und der Bretagne oder der ligurischen Küste entstanden sind, ist das Bild San Fruttuoso. Menschen, die das Strandleben genießen, sind dort in den Fokus rückt, während von der berühmten Klosteranlage aus dem 8. Jahrhundert an der ligurischen

Riviera di Levante nur einige Fenster zu sehen sind. Die Künstlerin hält fast aus fotografischer Perspektive, jedoch in impressionistischer Manier jeweils kurze Momente der Lebenslust fest. Deren Flüchtigkeit wird jedoch von der typischen Motivik konterkariert. Jeder kennt die Szenerien, etwa das fast akrobatische Unterfangen des Umkleidens am Strand. Die Bilder werden so letztlich zum Souvenir für Jedermann. Häufig sind auf den Bildern Farbverläufe zu sehen, die in ihrer Dynamik gleichfalls das Momentane unterstreichen. „Das mache ich ganz bewusst, denn auf der Akademie hieß es immer, Pastoses und Flüssiges gehöre nicht zusammen, alles muss aus einem Guss sein, aber ich habe Spaß daran, es anders zu machen“, erklärt Heike Ludewig.

Manche Bilder Ludewigs reflektieren neben der naturalistisch anmuteten Darstellung von Menschen eine zweite Ebene, denn die Hintergründe, häufig eine diffuse   Meeresoberfläche, erscheinen als abstraktes Bild im Bild. Im Kontext der Leichtigkeit sind auch die Arbeiten „Springen“, hier erzeugen drei Bilder von springenden Mädchen zu dem im rechteckigen Winkel angebrachten Wasserbild im Hintergrund einen schönen 3-D-Effekt.