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Langenfeld Kühe büxen aus: Kita-Besuch in Richrath

Langenfeld : Kühe büxen aus: Kita-Besuch in Richrath

Pfingst-Einsätze der Langenfelder Feuerwehr: Im Stadtnorden fängt sie mehrere Rinder ein, am Weißenstein sperrt sie Bäume ab, die von Eichenprozessionsspinnern befallen sind.

Ein tierisch arbeitsreiches Pfingstwochenende hatte die Langenfelder Feuerwehr. „Es fing mit einem nicht alltäglichen Einsatz an“, berichtet Pressesprecher Frank Noack. „Statt in den Wilden Westen wurden unsere Leute von der hauptamtlichen Wache am Sonntag gegen 15.15 Uhr an die Marienstraße in den Langenfelder Norden gerufen.“ Grund: Auf dem in der Nähe befindlichen Gelände der Grundschule beziehungsweise Kindertageseinrichtung Götscher Weg standen zehn Kühe herum. Sie waren von einer eingezäunten Wiese entlaufen.

Die Kühe vor der Kita Götscher Weg. Foto: RP/Patrick Schüller

Vor Ort stellte der Wachabteilungsführer der Feuerwehr fest, dass sich vier Kühe bereits wieder auf der Weide befanden. „Die übrigen sechs Ausreißer wurden in Zusammenarbeit mit der Polizei wieder auf ihre Weide zurückgeführt“, berichtet Noack. Dort hätten die Feuerwehrleute dann den Stacheldrahtzaun notdürftig repariert, um weitere Ausflüge der Kühe zu unterbinden. Während des Einsatzes war die Marienstraße für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Einsatzende war gegen 16.10 Uhr. Insgesamt kümmerten sich sieben Kräfte der Feuerwehr um die zehn Kühe.

Noch am Sonntag wurden die Feuerwehrkräfte zu einem weiteren tierbedingten Einsatz gerufen. Der Hinweis kam gegen 19.30 Uhr von einem Spaziergänger am Weißenstein. Dort waren mehrere Bäume auf beiden Gehwegseiten zwischen Landesreit- und Fahrschule sowie der Einmündung Zum Stadion von Eichenprozessionsspinnern befallen. Aufgrund der vielen betroffenen Bäumen sperrte die Feuerwehr beide Gehwegseiten auf einer Länge von etwa 300 Metern mit Flatterband ab. Zusätzlich wurden sechs Warnschilder aufgehängt. Bei diesem Einsatz waren laut Noack fünf Feuerwehrleute bis gegen 20.15 Uhr in Aktion.

Beide Gehwegseiten am Weißenstein wurden auf einer Länge von 300 Metern abgesperrt. Foto: RP/Patrick Schüller
Nest von Eichen-Prozessionsspinnern am Weißenstein. Foto: RP/Patrick Schüller

Mit den wärmeren Temperaturen breiten sich die Prozessionsspinner auf Eichen aus. Und weil deren Nesselhärchen vor allem für Allergiker schmerzhaft sein können (siehe Infobox), gehen die Städte rigoros gegen die Raupenplage vor. Seit voriger Woche werden in Monheim aus befallenen Eichen die ersten Gespinste entfernt, so Stadtsprecher Norbert Jakobs. „Noch hält sich der bekannte Befall in Grenzen im Vergleich zum vergangenen Jahr. Insbesondere Allergiker sollten aber bei Waldbesuchen vorsichtig sein!“

In Langenfeld sind laut Betriebshofsleiter Bastian Steinbacher Anfang Juni bereits Gespinste abgesaugt worden. „Ein von uns beauftragter Baumkontrolleur hatte sich die Eichen näher angeschaut und uns drei befallene  gemeldet“, sagt Steinbacher. „Am Schiefers Grund, im Landschaftspark Fuhrkamp und im Höver Feld hat das dann eine Fachfirma in Schutzkleidung und mit Sauggeräten für uns erledigt.“

2018 sei der Befall so stark wie seit Jahrzehnten nicht gewesen, sagt Steinbacher. „Das liegt auch stark an der Witterung.“ Indes würden die Raupen in Langenfeld aktuell noch nicht im großen Stil bekämpft, weil sie noch zur Nahrungssuche auf den Eichen nachts hoch- und tagsüber runterkrabbelten. „Erst, wenn sie sich in Gespinstnestern sammeln und verpuppen, können wir diese effektiv entfernen.“ Zusätzlich würden Eichen mit Bakterien besprüht, die die Weiterentwicklung der Raupen hemmen sollen.

Die befallenen Eichen werden laut Jakobs „nur in wenigen Fällen nachhaltig geschädigt“. Allergiker sollten allerdings vorsichtig sein: Die kleinen Nesselhärchen, die die Raupen absondern, können Hautrötungen und Schwellungen verursachen, auch Atemwege reizen. „Die Gespinste selbst sind allerdings eher ungefährlich und wirken, heil am Baum hängend, wie eine Art natürliche Schutzhülle.“

In Monheim waren laut Jakobs in den letzten Jahren Eichen im Knipprather Wald befallen, am Froschteich Knipprather Busch, an der Bleer und Opladener Straße. Wie schon 2018 stimme die Stadtverwaltung die Bekämpfungsaktionen mit dem Regionalforstamt und den Waldeigentümern ab. Indes sei rein rechtlich der Eichenprozessionsspinner eine so genannte „für den Wald typische Gefahr“. Egal ob herabfallende Äste, Riesenbärenklau oder eben die fiese Raupe: Jeder Spaziergänger betrete den Wald auf eigene Verantwortung, betont der Stadtsprecher. „Wie gefährlich die Haare der Raupen sind, hängt von der individuellen allergischen Empfindlichkeit ab. Bei Regen werde der größte Teil der durch die Luft driftenden Härchen ausgewaschen.

„Wir beobachten die Lage sehr genau“, betont Steinbacher. Dabei stehe der städtische Betriebshof auch in Kontakt zu Straßen-NRW, das für die durch Langenfeld führenden Landesstraßen zuständig ist, wie etwa Düsseldorfer-/Kölner Straße (L219), Berghausener Straße (L353) oder Bergische Landstraße (L403). „Wenn uns dort an Eichen Gespinstnester auffallen, dann melden wir sie Straßen-NRW oder lassen sie direkt entfernen und rechnen das hinterher ab.“

Der für das städtische Grün in Monheim zuständige Jan-Philipp Blume berät auch, wenn der Eichenprozessionsspinner in Privatgärten auftaucht. Die Raupe befällt nach seinen Angaben „tatsächlich allein Eichen und das immer nestartig, partiell. Komplett eingesponnene Bäume und Sträucher zeugen meist eher von einem Befall durch die für den Menschen völlig harmlose Gespinstmotte.“