1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Langenfeld: Kritik an 14 Monate langem Ausfall der S-Bahn S6 wächst

S-Bahn : Kritik an langem S6-Ausfall wächst

14 Monate ohne S-Bahn: Langenfelds Bürgermeister stachelt Amtskollegen an.

Bürgermeister Frank Schneider (CDU) will in seiner Kritik am angekündigten Ausfall der S-Bahnlinie S6 über 14 Monate und dem aus seiner Sicht für Langenfeld unzureichenden Ersatzbus-Angebot seine Amtskollegen aus Monheim und Düsseldorf auf seine Seite ziehen. Er habe bereits entsprechende Signale von Monheims Daniel Zimmermann (Peto) und auch aus dem Düsseldorfer Rathaus bekommen. Laut Schneider will die Deutsche Bahn wegen Schienenarbeiten für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) statt der S6 ersatzweise Busse ab Köln-Mülheim bis Langenfeld fahren lassen; während der Oster-, Sommer- und Herbstferien sowie später gar 14 Monate lang ab Juli 2022.

Nach Angaben eines Bahnsprechers muss für den RRX unter anderem der Streckenabschnitt in Langenfeld und Leverkusen vierspurig ausgebaut sein. „Wir müssen nicht nur 5,5 Kilometer Gleis neu bauen, sondern auch die gesamte Infrastruktur anpassen.“ Hierzu gehörten 250 neue Oberleitungsmaste, zwölf Erweiterungen von Eisenbahnbrücken, 27 neue Weichen, 83 Kilometer neue Kabel und mehr als 90 neue Signale. Die für sichere Bauarbeiten benötigte Sperrzeit der anliegenden S-Bahn-Gleise aufzuteilen, hätte laut Bahn dazu geführt, dass die S6 über sechs oder sieben Jahre in jeden Ferien nicht hätte fahren können. Langenfelder Pendler wären „bei kürzeren Sperrungen in Summe deutlich mehr von Einschränkungen betroffen“, merkte der Bahnsprecher an. Durch die vorgesehene Sperrung über 14 Monate ab Juli 2022 zwischen Leverkusen-Chempark und Langenfeld könne zudem die Baustrecke verkürzt werden. „Bis 2022 muss die S-Bahn bis Köln-Mülheim gesperrt werden, da ein Wenden in Köln-Stammheim und Leverkusen Chempark nicht möglich ist.“

Ausfallen und durch Busse ersetzt werde die S6 zwischen Köln-Mülheim und Langenfeld für jeweils mehrere Wochen in den Oster-, Sommer- und Herbstferien dieses Jahres sowie 2021. Fern- und Regionalzüge werden wohl über Opladen umgeleitet. Während der 14-monatigen Sperrung sei der Leverkusener Chempark aus Richtung Köln anfahrbar. „Und die Regionalexpresszüge fahren regulär.“ Langenfeld sei während der genannten Sperrzeiten, mit Ausnahme der zweiten Hälfte der Osterferien 2020 sowie vorübergehend 2023 aus Richtung Düsseldorf mit der S6 erreichbar, betont der Bahnsprecher. Zudem könnten Pendler während der 14-monatigen Sperrung in Richtung Köln die Regionalexpress-Züge ab Leverkusen-Mitte oder Düsseldorf-Benrath nutzen. Schnellbuslinien sollen von Langenfeld bis Leverkusen-Mitte verkehren; auf den RE abgestimmt.