Langenfeld : Kindertanz liegt im Trend

Bereits Dreijährige besuchen die Tanz-Kurse. Ihre Eltern wollen, dass sie beweglicher werden und Gleichaltrige treffen.

Freitagnachmittag, 16 Uhr: „Kindertanz“ steht auf dem Programm. In der Tanzschule Tanz Up in Langenfeld-City wuseln etwa 20 kleine Mädchen durcheinander. Dazwischen die Mütter, die beim Umkleiden helfen oder sich miteinander unterhalten .

Die Mädchen – zwischen drei und sechs Jahren alt – tragen zu 90 Prozent bonbonfarbene Kleidchen und Röckchen, gerne in Kombination mit glitzernden Applikationen – optisch lauter kleine Prinzessinnen. Es ist gerade Gruppenwechsel: Die einen gehen, die anderen machen sich fertig für ihre Tanzstunde.

Julia Balzer, ihre Trainerin, verschwindet mit der Gruppe in einem Übungsraum. Dieser ist auf der langen Wand voll verspiegelt und aus den Boxen dröhnt rhythmische Popmusik. Die Mädchen stellen sich auf und beginnen unter Anweisung mit dem Aufwärmtraining: für den Außenstehenden eher Hüpfen als Tanzen. Kathy Wans, 16, die Julia Balzer beim Kindertanz assistiert, weil sie gerne mit Kindern arbeitet, hat selbst „erst mit acht Jahren angefangen zu tanzen“ und weiß genau, wie die Kindertänze heißen: „Barbie-Tänze, Biene-Maja, Flaschengeist“, zählt sie auf.

„In den letzten Monaten haben wir viele Anmeldungen von Drei- bis Fünfjährigen. Die Eltern legen verstärkt Wert darauf, dass ihre Kinder zur tänzerischen Früherziehung gehen. Auch Hip-Hop für Kinder ist sehr begehrt“, hat Tanzlehrerin Balzer vor der Stunde erzählt. Der Grund: „Die Kinder können heute nicht mehr auf einem Bein stehen. Wir wollen sie mobilisieren.“

 Außerdem lernen die Tanzflöhe, sich zu konzentrieren, denn sie müssen auf die Musik hören, um zu erkennen, was zu tun ist. „60 Minuten Konzentration am Stück ist noch zu lang. Also wird eine halbe Stunde getanzt, dann sind 20 Minuten Pause und dann wird noch einmal kurz getanzt.“

Die ADTV-Tanzschule „Tanz Up“ an der Ganspohler Straße 5 gehört Tanzlehrer Carsten Bollmann, der dort mit zwei Kolleginnen Kinder, Jugendliche und Erwachsene unterrichtet. Über mangelnde Nachfrage kann er sich nicht beklagen: Im „Tanz Up“ wird Paartanz und Kindertanz, Hip Hop und Fitness angeboten. Insbesondere Zumba und Kindertanz sind sehr gefragt. Genauer gesagt: „Viele Eltern von Drei- bis Sechsjährigen schicken uns ihre Kinder. Die Kurse müssen ständig geschlossen und neue eingerichtet werden. Einen Tag kommt die kleine dreijährige Marie, beim nächsten Mal bringt deren Mutter weitere Muttis und deren Kinder – Freunde von Marie – mit“, hat Bollmann beobachtet.

So ist es auch an diesem Freitag: Die Mütter und Kinder kennen sich zum Teil untereinander aus der Krabbelgruppe, der Kita oder der Nachbarschaft. Sabina Scholbrocks Tochter Lara (5) kommt bereits seit zwei Jahren: „Ballett war ihr zu langweilig, aber zu Hause tanzt sie ganz viel. Inzwischen hat sich das bei ihr im Kindergarten herumgesprochen und zwei Freundinnen von ihr kommen auch, einmal die Woche. Lara freut sich immer darauf.“

Die Mutter wiederum genießt den Kontakt zu den anderen Müttern und erklärt den Prinzessinnenlook der Mädchen: „Anfangs trug Lara eine Hose, jetzt muss es ein Kleid sein. Sie hat Freude am Verkleiden.“

Jennifer Rogallas Tochter Chiara hat beim Tanzen mehr Selbstbewusstsein entwickelt, findet die Mutter. Wichtig ist ihr auch: „Sie hat hier Umgang mit Gleichaltrigen.“

Die Eltern zahlen 30 Euro pro Kind und Monat, wenn es einmal in der Woche zum Tanzen geht.

„Kostenfrei“ gibt es dazu eine Freistunde für die Mütter: Sie können dann Einkaufen oder Kaffee trinken gehen, während ihre bewegungsfreudigen Kinder in der Tanzschule gut beschäftigt sind.

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