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Langenfeld: Kinder- und Jugendbuchautorin Regina Schwarz - Wo Pechvogel und Unglücksrabe glücklich werden

Langenfeld : Wo Pechvogel und Unglücksrabe sich treffen

Die Langenfelder Kinder- und Jugendbuchautorin Regina Schwarz hat ein neues Buch veröffentlicht. Sie ist für den Guggenmos-Preis vorgeschlagen.

Pechvogel trifft Unglücksraben. Das kommt vor und ist keine Kontaktanzeige. Bei Regina Schwarz, Langenfelder Kinder- und Jugendbuchautorin liest sich das so. „Der Pechvogel hat Pechgedanken, die sich ums bloße Unglück ranken. ... Dann trifft er auf den Unglücksraben, mehr Pech kann ja wohl niemand haben“. Auch in Zeiten von Corona geht die Geschichte gut aus. Regina Schwarz hat nach dem Geschenkband „Was du brauchst“ mit „Pechvogel und Unglücksrabe“ erneut die einfachen Dinge, die das Leben ausmachen, in den Vordergrund gerückt. Illustriert sind die kurzen Texte, die als Ganzes eine kleine Geschichte ergeben, mit Zeichnungen von Marion Goedelt.

„Ich bin für das neue Buch erst einmal von den Wörtern ausgegangen“, beschreibt die renommierte Autorin, die gerade von einer Lesereise aus Zürich zurückgekommen ist, ihren Schreibprozess. So habe sich zu dem Pechvogel der Unglücksrabe gesellt und die Geschichte nimmt ihren  Lauf. Nachdem die beiden, jeder für sich, einen „Kübel voller Klagen“ geleert haben, finden sie gemeinsam einen Weg, auf dem das „Unglück langsam schwindet.“

Der Weg ist 20 schmucke Seiten lang und führt vorbei an nervigen Spechten,  zwitschernden Vögeln, die „Rundherum nur Krach“ produzieren und den Pechvogel in tiefe Depression stürzen. „Dann guckt er auf sein Federkissen: komplett zerlöchert und zerrissen. Und sein zerzaustes Spiegelbild! Der Anblick macht ihn krank und wild.“ An einem besonders grauen Tag trifft er auf den Unglücksraben: „Mehr Pech kann ja wohl niemand haben“, findet er. Doch die Geschichte entwickelt sich und mit ihr die Farbgestaltung der Seiten. Am Schluss leuchtet die Sonne und strahlt der Himmel.

Wie Pechvogel und Unglücksrabe sich anfreunden: Marion Goedelt hat das Geschenkbüchlein von Regina Schwarz illustriert. Foto: Marion goedelt/Tulipan-Verlag/Marion Goedelt/Tulipan-Verlag

„Das Buch passt in die Zeit“, sagt Regina Schwarz angesichts der Corona-Krise. Ähnlich wie „Was du brauchst“ ist das Bändchen ein  Lob auf das Zusammenrücken, die Gemeinsamkeit. Das hat auch die Jury für den Josef Guggenmos-Preis für Kinderlyrik 2020 so gesehen und „Wen du brauchst“ auf die Vorschlagliste für die Preisverleihung gesetzt. „So gibt es für Kinder, am besten zusammen mit Erwachsenen, viel zu entdecken und über die Unabdingbarkeit menschlichen Miteinanders in allen Lebenslagen nachzudenken“, heißt es dort.

Die Langenfelder Buchautorin Regina Schwarz Foto: Kerstin Stelter

Die beiden bibliophil gestalteten Bilderbücher, die im Tulipan Verlag erschienen sind, zeichnen sich durch Sprachspiele und humorvolle, aber auch nachdenklich stimmenden Gedichte aus, die zusammen ein gelungenes Buch ergeben.

Regina Schwarz schreibt Bilderbuchtexte für die ganz Kleinen, poetische Texte und humorvolle Gedichte für Erwachsene. Seit 1984 werden ihre Texte veröffentlicht. 2018 erhielt sie den Preis der Stiftung Buchkunst.

Die Illustratorin Marion Goedelt wurde 1973 in Hamburg geboren und studierte dort an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Nach ihrem Studium zog sie nach Berlin und arbeitet als freie Illustratorin. „Als ich den Text zu Pechvogel und Unglücksrabe geschickt bekommen habe, freute ich mich gleich über den Titel. Bei mir sind sofort Bilder und ein Gefühl für die Figuren entstanden, ohne dass ich den Text gelesen hatte, erzählt sie. Wichtig sei, dass die beiden Vögel sehr unterschiedlich sind und trotzdem in ihrem Unglück zusammenrückten.

„Diese Tage oder Phasen, wo alles schief geht, kennt doch jeder. Und wenn man es dann erzählt und sich mitteilt, ist es nur noch halb so schlimm. Genau das passiert ja hier im Text, den Regina Schwarz, wie ich finde, sehr witzig und feinfühlig geschrieben hat“, sagt Goedelt. Die Geschichte beginnt sehr trostlos.  Doch „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ – und so werden die beiden Vögel zum Ende immer fröhlicher und die Welt sieht wieder bunter aus. „Das wollte ich mit der Farbigkeit im Buch unterstreichen“, so die Illustratorin.