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Langenfeld: Kandidaten der Kommunalwahl stehen den Vereinen Rede und Antwort

Vor der Kommunalwahl : Vereine fühlen Kandidaten auf den Zahn

Karl-Heinz Bruser, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, hatte in das Vereinsheim des Schützenvereins Langenfeld 1843 an der Langforter Straße eingeladen. Eine Arbeitsgruppe soll helfen, zwischen Sportangeboten und Schulen zu vermitteln.

Die Stadtspitze beschreibt Langenfeld gerne als Sportstadt, in der viel für den Breitensport, den Gesundheitssport und auch den Wettkampfsport getan wird. Viele örtliche Vereine sehen aber auch Probleme, und zwar nicht nur aktuell wegen der Corona-Pandemie. Wie die sechs bei der anstehenden Kommunalwahl zur Wahl sehenden Parteien das Engagement der rund 60 Vereine in Langenfeld bewerten, wurde jetzt in einer Fragerunde diskutiert. Karl-Heinz Bruser, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, hatte in das Vereinsheim des Schützenvereins Langenfeld 1843 an der Langforter Straße eingeladen.

In seiner kurzen Einführungsrede unterstrich Bruser die prinzipiell gute Zusammenarbeit zwischen Stadtsportverband und Politik. Gleichwohl sieht er Probleme, insbesondere durch die Offene Ganztagsschule (OGS), die den Kindern die Zeit nehme, sich im Sportverein zu betätigen. „Ich fordere von der Politik nicht nur den Sportausschuss in Langenfeld – am besten mit einem zweiten Mann zur Unterstützung – zu erhalten, sondern zudem einen Sitz im Jugendhilfeausschuss sowie einen Sitz im Schulausschuss“, sagte Bruser, der sich dadurch eine bessere Kooperation erhofft.

„G 8 bringt längere Schultage für die Kinder mit sich, von daher müssen bereits Kitas, Schule und Sport besser verzahnt werden“, war sich der Grüne Günter Herwig mit Bruser einig. Darüber hinaus wollen die Grünen die Vereine unterstützen, indem sie die Hallenbenutzungsgebühr streichen. „Ein paar zehntausend Euro bringen viel Bürokratie, aber dem Stadthaushalt nicht wirklich etwas“, sagte Herwig.

„Langenfeld ist eine Sportstadt, denn die Hälfte aller Langenfelder treibt Sport“, sagte Bürgermeister und CDU-Kandidat Frank Schneider, der in Sachen Kooperation zwischen Vereinen und Schulen auf eine bereits eingesetzte Arbeitsgruppe setzt, die bislang jedoch von Corona ausgebremst worden sei. Den Ideen, etwa durch Überdachung des Freibads, Schwimmbad-Kapazitäten zu erhöhen, widersprach Schneider mit Hinweis auf die hohen Folgekosten.

„Wir stehen zu unserem Versprechen, bei Schuldenfreiheit der Stadt, die Hallennutzungsgebühr abzuschaffen“, erklärte auch Sascha Vilz, Bürgermeisterkandidat der SPD, der zudem den Fokus auf die Honorierung der zahlreichen Ehrenamtler, die sich immer weniger finden lassen, lenkte, was später vom Publikum durchaus kontrovers diskutiert wurde.

Frank Noack von der FDP widersprach der Auflösung des Sportausschusses. „Ich möchte alle Vereinsrepräsentanten einladen, sich mit ihren Problemen auch direkt an meine Fraktion zu wenden“, so der Freidemokrat. „Jedes zehnte Kind kann nicht schwimmen“, beklagte die Linke Hanne Weber und plädierte für eine stärkere Integration von Kitas, Schule und Sport.

Zu Beginn der Veranstaltung waren die rund  30 Vertreter unterschiedlicher Vereine der Einladung Brusers sowie der Bitte von Moderatorin Kristin Erven-Hoppe, den Mund-Nase-Schutz trotz Abstandssitzordnung aufzubehalten, gefolgt.