Langenfeld : Langenfeld ist jetzt „fahrradfreundlich“

Langenfeld : Langenfeld ist jetzt „fahrradfreundlich“

NRW-Verkehrminister Hendrik Wüst überreichte gestern die Mitgliedurkunde der Arbeitsgemeinschaft.

Seit gestern ist Langenfeld Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte (AGFS)“. 88 Gemeinden gehören nun dazu, darunter auch Monheim, Leverkusen und Düsseldorf. Für die Langenfelder bedeutet das: Es wird immer besser werden für Menschen, die zu Fuß oder mit dem Drahtesel unterwegs sind. Denn die Stadt sitzt nun mit an der Quelle der Informationen, Forschungen und Möglichkeiten auf dem Weg zu weniger Autoverkehr und damit zu weniger Umweltverschmutzung.

Es sei noch keine Krone, die sich Langenfeld aufsetzen können, „sondern eine Auszeichnung dafür, dass die Stadt auf dem richtigen Weg ist“, so NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, der gestern im Beisein von Christine Fuchs, Vorsitzende des AGFS, sowie den Landtagsabgeordneten Claudia Schlottmann (CDU) und Elisabeth Müller-Witt (SPD) die Urkunde der Mitgliedschaft an Bürgermeister Frank Schneider übergab.

Ein Teil der Hausaufgaben musste Langenfeld schon allein im Vorfeld erledigen, um überhaupt in den Kreis der fußgänger- und fahrradfreundlichen Städte aufgenommen zu werden. Ulrich Malburg, Leiter des Referats Vernetzte Personenverkehre, Nahmobilität und Verkehrssicherheit in NRW, zählt die positiven Punkte in der Stadt auf: dass man mit dem ÖPNV-Ticket Fahrrad-Schlösser für den Bahnhof buchen kann. Dass es einen Jugend-Klima-Gipfel gab. Dass es im Kreis für Radler ein Knotenpunkt-System wie in den Niederlanden geben wird, um auch aus touristischer Sicht eine verbesserte Wegweisung vorzuhalten. Dass es eine mit Pollern abgesicherte Fußgängerzone gibt und dass in der Innenstadt flächendeckend Tempo 30 angesagt ist. Außerdem soll es in Zukunft ein Lasträder-Verleih-System geben. Minister Wüst, der aus dem radelnden Münsterland stammt, erklärte, es sei Geld für die Förderung neuer Konzepte vorhanden. Und in letzter Zeit sei landesweit genau so viel Geld in den Ausbau der Fahrradwege geflossen wie in den Bau von Landstraßen.

Für Langenfeld gibt es noch einiges zu tun: „Die Wegweiser sind teilweise unlesbar, die Ausschilderung mitunter generell schlecht, die Baustellenführung lässt zu wünschen übrig, und die Unfallzahlen sind noch relativ hoch“, so Christine Fuchs. Die Stadt gewähre ihren Mitarbeitern zwar Zuschüsse zu Fahrrädern und Pedelecs, mache aber noch nicht bei der Initiative fahrradfreundlicher Arbeitgeber mit, lautete ein weiterer Kritikpunkt.

In Zukunft wird die Stadt Experten-Tipps, Coachings sowie Zuschüsse zur Öffentlichkeitsarbeit bekommen. Denn auch das sei äußerst wichtig, sagt Ulrich Malburg. „Liebe braucht Abstand“ lautet eine neue Kampange im Land, berichtet er. Will sagen: Dass vor allem Autofahrer Rücksicht nehmen auf Radler auf der Fahrbahn. Denn hier herrsche immer noch „der Stärkere gewinnt“, betonte auch Langenfelds Bürgermeister. „Da läuft noch vieles falsch in unserer Gesellschaft“, so Schneider weiter.

In sieben Jahren prüft eine Kommission den Fortschritt in Langenfeld.